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Möglichkeiten und Grenzen des Lawinenbulletins

Hauptinhalt

 

Das Lawinenbulletin beinhaltet eine Prognose der Lawinengefahr. Es liegt in der Natur der Sache, dass Prognosen unzutreffend sein können. Das SLF ist bemüht, dass Inhalte und Informationen auf der Website und der App White Risk möglichst korrekt sind, übernimmt aber keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit von Inhalten und Informationen.

Lawinengefahr bedeutet Lebensgefahr. Das Benutzen der Informationen des SLF entbindet in keiner Art und Weise von der Pflicht, die Lawinensituation eigenverantwortlich vor Ort zu beurteilen und sich entsprechend zu verhalten, siehe Disclaimer auf www.slf.ch.

Geltungsbereich

Im Lawinenbulletin werden nur die Verhältnisse im freien Gelände, d.h. ausserhalb der von Bergbahnen oder Sicherheitsdiensten gesicherten Zonen bzw. ausserhalb der kontrollierten und geöffneten Abfahrten und Pisten, beschrieben.

Eigenständige Beurteilung

Die Formulierung im Lawinenbulletin ist generell. Die lokalen Verhältnisse  können in den Bulletins nicht beurteilt werden, und schon gar nicht ein einzelner Hang. Die Verbindung zwischen regionaler Gefahrenstufe, möglicher Lawinenaktivität und entsprechenden Auswirkungen (mit allenfalls daraus sich ergebenden Massnahmen) muss durch den Benutzer des Lawinenbulletins vor Ort hergestellt werden. Dabei müssen sich Schneesportler und Sicherheitsverantwortliche zusätzlich auf eigene Beurteilungsmethoden stützen. Darunter fallen, z.B. lokale Wetter-, Schnee- und Lawinenbeobachtungen, Schneedeckenuntersuchungen, Kartenstudium, Hangbeurteilung vor Ort, sowie individuelle Risikoüberlegungen. Sicherheitsdiensten stehen eventuell auch Resultate der  künstlichen Lawinenauslösung zur Verfügung. In jede Entscheidung sollten alle zur Verfügung stehenden Informationen einfliessen. Dabei haben Informationen, die auf instabile Verhältnisse schliessen lassen, ein besonderes Gewicht.

Im Lawinenbulletin sind die Geländeteile, wo die Gefahr besonders ausgeprägt ist, in der Regel näher beschrieben. Abweichungen z.B. in Bezug auf Höhenlage oder Exposition müssen ebenfalls vom Benutzer vor Ort festgestellt werden. Meistens sind für das Hochgebirge weniger Informationen verfügbar als für mittlere und hohe Lagen. Demzufolge erfordern Aussagen zum Hochgebirge besondere Überprüfung. Auch bei zeitlich rasch wechselnden Wettersituationen ist eine besonders genaue Überprüfung notwendig, weil es im Lawinenbulletin dann manchmal nicht möglich ist, der Entwicklung der Lawinengefahr räumlich und zeitlich vollauf gerecht zu werden.

Risikoreduktion durch angepasstes Verhalten

Lawinen ereignen sich oft nicht zufällig und Wintersportler abseits gesicherter Pisten sind grösstenteils durch ihr eigenes Verhalten und nicht durch Schicksal von Lawinen betroffen. Dabei sind die meisten Lawinenunfälle auf Schneebrettlawinen zurückzuführen, die durch die Opfer selbst, oder durch Mitglieder der Gruppe ausgelöst wurden. Jede Lawine, auch nur ein kleiner Schneerutsch, kann gefährlich sein. Es ist nicht nur die Verschüttungsgefahr, sondern auch die Verletzungs-, Mitreiss- und Absturzgefahr zu beachten. Massgebend für das Risiko ist letztlich das individuelle Verhalten. Situationsgerechtes und möglichst defensives Verhalten verringert das Risiko. Abseits gesicherter Pisten und Gebiete sind im winterlichen Gebirge folgende Punkte zu beachten:

  1. Ausbildung und Erfahrung: Aus- und Weiterbildung in der Einschätzung der Lawinengefahr, z.B. in Lawinenkursen, wie sie von verschiedensten Organisationen für diverse Ausbildungsstufen angeboten werden. Zusätzlich zur Ausbildung ist auch Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr nötig.
  2. Informationen über die aktuelle Lawinengefahr. Neben dem neusten Lawinenbulletin und den verschiedenen Zusatzprodukten des SLF, die als Basis dienen, können auch eigene Beobachtungen und manchmal auch lokale Auskünfte z.B. von Sicherungsdiensten der Bergbahnen, Bergführerbüros oder Hüttenwarten wichtige Hinweise zur Lawinengefahr liefern.
  3. Ausrüstung für den Notfall. Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Lawinenschaufel  und Sonde gelten als Standardausrüstung, ein Lawinenairbag wird empfohlen. Damit diese Ausrüstungsgegenstände in der Stress-Situation eines Unfalles richtig eingesetzt werden, sollte deren Einsatz regelmässig geübt werden. Weitere wichtige Ausrüstungsgegenstände sind Handy, Taschenapotheke und unter Umständen ein Helm.