04.08.2026 | Delia Landolt | SLF News
Wird es wärmer, werden die Berge für viele Lebewesen attraktiver – auch für die Zecke. Eine Umfrage will herausfinden, auf welcher Höhenlage die Spinnentiere in Graubünden mittlerweile leben. Dafür sind die SLF-Biologinnen auf Rückmeldung aus allen Bündner Dörfern angewiesen.
- Zecken breiten sich aus: Mit dem Klimawandel wandern Zecken in höhere Lagen – Nachweise reichen heute bis auf 1890 m ü. M.
- Projekt TickTrack: Das SLF startet eine Umfrage, um das aktuelle und frühere Vorkommen von Zecken in Graubünden zu erfassen.
- Mithilfe der Bevölkerung gefragt: Jede Beobachtung – auch das Ausbleiben von Zecken – liefert wichtige Daten für Forschung, Landwirtschaft und Gesundheit.
Ein Davoser Bauer erzählte der SLF-Biologin Anne Kempel, dass er seit einigen Jahren an seinen Kühen Zecken entdecke. Aus dem Gespräch entwickelte Kempel die Forschungsfrage: Bis auf welche Höhenlage hat sich mit dem Klimawandel der Lebensraum von Zecken verschoben? Ältere Studien sagen, dass Zecken bis auf 1070 m ü. M. vorkommen, während es neuerdings schon Funde von auf 1890 m ü. M. gibt. Gleichzeitig wanderten die Spinnentiere in den letzten 40 Jahren mehrere hundert Kilometer nach Norden. Den genauen Lebensraum der Zecken und deren Krankheitserreger zu kennen, ist für Landwirtschaftsbetriebe genauso wie für Gesundheitsbehörden interessant, weshalb das Projekt TickTrack («Zecken verfolgen») diesen Sommer möglichst viele Daten generieren soll.
Auf welcher Höhe Zecken leben ¶
Von August bis September lanciert Kempel und ihr Team eine fünf- bis zehnminütige Zecken-Umfrage und fordert Bündnerinnen und Bündner aus allen Dörfern und Höhenlagen dazu auf, sie auszufüllen. Es wird nach Freizeitbeschäftigungen gefragt, nach Beobachtungen von Zecken an Menschen, Haus- und Nutztieren – und wie sich die Funde in den letzten zehn Jahren verändert haben. «Wir erhoffen die zeitliche Veränderung mit der Umfrage herauszufinden, da es keine historischen Daten zum Zeckenvorkommen gibt», erklärt Anne Kempel. Um die Zecken möglichst genau zu verfolgen, ist das Forschungsteam auf jede Beobachtung, jede Meldung aus allen Höhenlagen angewiesen – auch kein Fund ist eine wichtige Info für das SLF.
Links ¶
- Zur Umfrage auf Deutsch, Italienisch, Rätoromanisch und Englisch
- Zum Flyer zum Ausdrucken, Verteilen, Auflegen
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