Klimawandel – Landschaften: die Zukunft nachhaltig gestalten (KLANG)

Gestione del progetto

Matthias Bürgi

Vice

Silvia Tobias

Personale del progetto

Elena Grace Siegrist

Durata del progetto

2023 - 2027

Finanziamento

Landschaften im Klimawandel

Der Klimawandel wird die Landschaften der Schweiz stark verändern. Zahlreiche Folgen des Klimawandels kommen in der Landschaft zusammen und prägen sie in Interaktion. Landschaft ist eine wichtige Ressource, erbringt zahlreiche Leistungen für das menschliche Wohlbefinden und ist eng mit einer hohen Lebensqualität verbunden. Viele dieser Leistungen sind durch den Klimawandel und seine Auswirkungen gefährdet. Das Projekt KLANG möchte zu einem vertiefteren Verständnis der Auswirkungen des Klimawandels aus Kulturlandschaften beitragen. Ein ganzheitliches Verständnis dieser Auswirkungen ist entscheidend, um die ökologischen und sozialen Folgen des Klimawandels zu erfassen. Auf dieser Basis können nachhaltige Anpassungsstrategien entwickelt und Landschaften mit ihren Qualitäten und wertvollen Leistungen bewahrt werden.

Methodisch wird in KLANG mit partizipativer Szenarienentwicklung gearbeitet. Für die KLANG Fallregionen, Grünes Band Bern, Lenzburg Seetal und Biosfera Val Müstair, werden unter partizipativem Einbezug verschiedener lokaler Stakeholder Szenarien möglicher zukünftiger Landschaftsentwicklungen unter Einfluss des Klimawandels entwickelt. Dabei werden wissenschaftliche Ergebnisse und lokales Wissen zu landschaftsrelevanten Praktiken und Besonderheiten berücksichtigt. Gezielt eingesetzte Methoden der partizipativen Szenarienentwicklung erleichtern den Dialog mit lokalen Stakeholdern über eine Vielfalt verschiedener möglicher Zukünfte. So wird transdisziplinär neues Wissen geschaffen. Die Szenarien berücksichtigen die sich ändernden sozialen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie weitere treibende Kräfte des Landschaftswandels und die entsprechenden Unsicherheiten. Die Szenarien werden in Bildern und Geschichten dargestellt.

Zukunftsgerichtete regionale Prozesse

KLANG trägt in drei Regionen der Schweiz (Grünes Band Bern, Lenzburg Seetal und Biosfera Val Müstair) zu zukunftsgerichteten regionalen Prozessen bei. Denn eine integrative Landschaftsperspektive eignet sich, um Lösungen für komplexe Probleme, wie sie der Klimawandel mit sich bringt, zu erarbeiten und so zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. In jeder Region soll ein transformativer gesellschaftlicher Prozess in Richtung nachhaltigem Leben und Wirtschaften stattfinden. Ein wichtiger Ausgangspunkt für diese Prozesse werden spezifisch für und mit den Regionen entwickelte lokale Landschaftsszenarien und deren Illustration in Bildern oder Geschichten sein. Diese Landschaftsszenarien dienen als Einstiegspunkt, um in gesellschaftlichen Lernprozessen mit verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren ein Verständnis für realweltliche Probleme zu entwickeln, Lösungsansätze für diese zu erarbeiten und in der Praxis zu erproben. In den Regionen soll dadurch aktiv und zielgerichtet Einfluss auf die Zukunft genommen auf gemeinschaftlich erarbeitete Visionen hingearbeitet werden können.

Innerhalb des Rahmens bestehend aus «zukunftsgerichtet», «transformativ», «Landschaftsszenarien» und «partizipativ» ist das Vorhaben von KLANG durch eine grosse Offenheit charakterisiert. Die genaue Ausgestaltung der Projekte soll in Zusammenarbeit mit Vertreter:innen der Regionen stattfinden und durch in der Region vorhandene Bedürfnisse und Ideen gelenkt werden. In vielen Regionen laufen bereits vielfältige Prozesse zur Zukunftsgestaltung, daher erachten wir es als sinnvoll, keine neuen Projekte zu starten, sondern Synergien zu nutzen, an bestehende Projekte anzuknüpfen und zu diesen beizutragen.

Biosfera Val Müstair

Mitfinanzierung: Biosfera Val Müstair

Die Verantwortlichen des Naturparks Biosfera Val Müstair entschieden, im Rahmen des Projekts «Klimawandel – Landschaft: die Zukunft nachhaltig gestalten (KLANG)» mit Forschenden der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL zusammenzuarbeiten. Im Startworkshop wurden partizipativ folgende Projektziele formuliert:

  • Das Projekt KLANG fördert einen inklusiven Dialog über Landschafts- und Klimawandel im Val Müstair und bindet verschiedene Bevölkerungsgruppen aktiv ein.
  • Das Projekt vertieft das Verständnis für die lokalen Auswirkungen des Klimawandels, macht bestehende Wissenslücken sichtbar und erarbeitet Wissen zu möglichen Klimaschutz- und Anpassungsmassnahmen im Val Müstair. 
  • Es trägt dazu bei, den Klimawandel als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen, Berührungsängste abzubauen und einen wissenschaftlich fundierten Diskurs zum Thema zu fördern.
  • Das Projekt trägt bei den Teilnehmenden dazu bei, ihre Selbstwirksamkeit im Umgang mit dem Klimawandel zu erkennen: «Ich kann etwas tun.»

Landschaftszenarien

Ziel des Projekts KLANG ist es, neue Wege im Umgang mit Landschaft und Klimawandel zu finden und zu fördern. Ein zentrales Element des Projekts sind Landschaftsszenarien in Form von Bildern und Geschichten. Sie dienen als Werkzeug zur Auseinandersetzung mit der Zukunft unter dem Einfluss des Klimawandels. Die Zukunftsszenarien basieren auf vertrauten Alltagslandschaften und haben einen engen Bezug zur Lebenswelt der lokalen Bevölkerung. Im Val Müstair wurden diese Zukunftsszenarien in eine Zeitreihe historischer Bilder eingebettet. So entstanden Bildserien bestehend aus einer historischen Fotografie, einer zeitgenössischen Aufnahme und einer wissenschaftlich fundierten Visualisierung einer zukünftigen Landschaft. 
Die Landschaftsszenarien wurden für drei Standorte im Val Müstair erarbeitet. Sie veranschaulichen, wie sich vertraute Landschaften bis in die zweite Hälfte des Jahrhunderts entwickeln könnten, wenn sich die Mitteltemperatur der Schweiz gegenüber der vorindustriellen Zeit um 4,9 °C erwärmt.

Visualisierungen Val Müstair

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Bilder: ikonaut

Tschierv: Blick auf Tschierv von Parai da Lü

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Bildnachweise:
a) swisstopo, koloriert durch ikonaut
b) Tamara Estermann, Schweizerischer Nationalpark
c) ikonaut
d) ikonaut

Sta. Maria: Blick auf Sta. Maria von Munt Aschegn

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Bildnachweise:
a) Fundaziun Fotografia Feuerstein, koloriert durch ikonaut
b) Tamara Estermann, Schweizerischer Nationalpark
c) ikonaut
d) ikonaut

Müstair: Blick auf Müstair von Pradalai

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Bildnachweise:
a) Robert Durrer, Schweizerische Nationalbibliothek, Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege EAD: Dokumentationen von Restaurierungen und Grabungen, koloriert durch ikonaut
b) Tamara Estermann, Schweizerischer Nationalpark
c) ikonaut
d) ikonaut

Grünes Band Bern

Mitfinanzierung: Gemeinde Bolligen und Gemeinde Köniz

Die IG Grünes Band ist ein Zusammenschluss von zehn Berner Agglomerationsgemeinden mit dem Ziel die Standortsattraktivität der beteiligten Gemeinden mittels den ausgewiesenen Naturwerte, Landschaftsqualitäten und Aktivitäten / Angebote zu stärken und eine abgestimmte, sektorübergreifende Raumnutzung sicherzustellen. In der Zusammenarbeit zwischen der IG Grünes Band Bern und dem Projekt KLANG wurden folgende Ziele definiert: 

  • Auswirkungen des Klimawandels auf die lokalen Landschaften und deren Interaktionen kennen.
  • Gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Zukunft der Region unter Einfluss des Klimawandels. Diese trägt zur Sensibilisierung bei und zeigt auf, wo regionale Handlungsmöglichkeiten bestehen.
  • Handlungsschwerpunkte für eine klimaresiliente Entwicklung definieren und in gesellschaftlichen Lernprozessen Lösungsansätze entwickeln. 

Bolligen und Köniz wurden aufgrund ihrer landschaftlichen Charakteristika sowie ihrer Motivation zur Teilnahme am Projekt als Fokusgemeinden für die Zusammenarbeit ausgewählt. Daraufhin wurde darüber entschieden zu welchen Prozessen in der Gemeinde die Entwicklung der Landschaftsszenarien beitragen sollte. 

  • In Bolligen war Ziel, zur Entwicklung der gemeindeeigenen Klimastrategie beizutragen. Dabei sollte insbesondere der Einbezug der Bevölkerung in den Ausarbeitungsprozess dieser Strategie durch Dialog gestärkt werden.
  • In Köniz war Ziel, zur Sensibilisierung der Bevölkerung über die lokale Betroffenheit durch den Klimawandel und die lokalen Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit dem Klimawandel beizutragen.

In beiden Gemeinden fanden gut besuchte öffentliche Anlässe statt an denen die interessierte Bevölkerung lösungsorientierte Geschichten entwickelten und konkrete Massnahmen für eine klimaresiliente Gemeinde formulierten.

Landschaftszenarien

Die Landschaftsszenarien wurden für zwei Standorte in Bolligen und drei Standorte in Köniz erarbeitet. Für beide Gemeinden wurden einerseits Visualisierungen der heutigen und möglichen zukünftigen Landschaften in Zusammenarbeit mit ikonaut entwickelt und anderseits Storylines, erzählende Beschreibungen eines Spaziergangs durch ebendiese Zukunftslandschaften verfasst. 

Visualisierungen

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Bilder: ikonaut

Blick in das Siedlungsgebiet von Bolligen

Landschaftsszenarien für den Standort Bolligen Hühnerbühl

Blick in ein landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutztes Gebiet von Bolligen

Landschaftsszenarien für den Standort Bolligen Höchsträss

Blick in das Siedlungsgebiet von Köniz

Landschaftsszenarien für den Standort Köniz Weiermatt

Blick in ein landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutztes Gebiet von Köniz

Landschaftsszenarien für den Standort Köniz Halenacker

Blick in ein landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutztes Gebiet in Herzwil

Landschaftsszenarien für den Standort Köniz Herzwil

Lenzburg Seetal

Mitfinanzierung: Abteilung Landschaft und Gewässer, Kanton Aargau

Die Projektgruppe Landschaft des Regionalplanungsverbands Lebensraum Lenzburg Seetal entschied 2024, im Rahmen von KLANG mit Forschenden der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL zusammenzuarbeiten, um die Thematik des Klimawandels in das neue Landschaftsentwicklungsprogramm (LEP) der Region zu integrieren. Derzeit läuft in der Region ein Prozess zur Erarbeitung eines überarbeiteten LEP unter der Leitung der Projektgruppe.  Das LEP ist ein von den Gemeinden beschlossenes regionales Landschaftsplanungsinstrument, das durch die Koordination landschaftsrelevanter Aktivitäten über Gemeindegrenzen hinweg eine abgestimmte, nachhaltige Nutzung und Entwicklung der Kulturlandschaft gewährleisten soll. Die Zusammenarbeit mit KLANG sollte erstens sicherstellen, dass der Klimawandel als wichtiger Treiber des Landschaftswandels in den verschiedenen Planungsebenen und Zielsetzungen des LEP berücksichtigt wird. Zweitens sollten Handlungsspielräume der Region und der Gemeinden hinsichtlich Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel im LEP aus der Landschaftsperspektive ausgeleuchtet werden, da diese Perspektive eine ganzheitliche und regional verankerte Herangehensweise an die Thematik unterstützt.

Landschaftsszenarien Lenzburg Seetal 2060

Die Landschaftsszenarien wurden für die beiden Standorte Beinwil am See und Gofi bei Lenzburg erarbeitet. Für beide Standorte wurden in Zusammenarbeit mit ikonaut einerseits interaktive 360°-Visualisierungen der heutigen und möglichen zukünftigen Landschaften und anderseits Storylines, erzählende Beschreibungen eines Spaziergangs durch ebendiese Zukunftslandschaften, entwickelt. Detailinfos zu den Szenarien befinden sich im nachfolgenden Dokument Storylines.