21.10.2026 | Jochen Bettzieche | SLF News
SLF-Experte Stefan Margreth erhält eine Auszeichnung für sein Lebenswerk. Im Interview erzählt er, was ihm der Preis bedeutet, wie er den Abend der Preisverleihung erlebt hat – und warum die Auszeichnung bestätigt, dass der praxisnahe Ansatz des SLF richtig ist.
- Internationale Auszeichnung: SLF-Lawinenexperte Stefan Margreth wird einem Ehrenfellowship der American Avalanche Association ausgezeichnet.
- 37 Jahre Lawinenschutz: Die American Avalanche Association ehrt Margreth für sein Fachwissen und sein internationales Engagement.
- Forschung für die Praxis: Die Auszeichnung würdigt auch den anwendungsorientierten Ansatz des SLF.
Herr Margreth, Sie sind jetzt Ehrenfellow der American Avalanche Association, einer Art Berufsverband für Lawinenexpertinnen und -experten in den USA. Sind sie stolz?
Natürlich, und es freut mich auch sehr. Die Auszeichnung zeigt einem, dass das, was man in seinem Leben gemacht hat, eine gewisse Bedeutung hat. Immerhin beschäftige ich mich seit 37 Jahren am SLF mit dem Thema Lawinenschutz, war aber nicht nur in der Schweiz, sondern auch immer international aktiv und habe auch Fachleute aus den USA unterstützt. Das ist schon sehr erfreulich, nach so vielen Jahren einen Preis für sein Lebenswerk zu erhalten.
Hat sie das sehr überrascht?
Auf jeden Fall. Ich habe nicht damit gerechnet. Ich wusste ja nicht mal, dass ich nominiert war. Eigentlich war ich ja für den International Snow Science Workshop, zu deutsch Internationaler Workshop zur Schneewissenschaft, in Whistler in Kanada. Mir wurde erst am gleichen Tag mitgeteilt, dass ich doch auf die gleichzeitig vor Ort stattfindende Generalversammlung der Amercian Avalanche Association kommen solle. Aber erst, als mein Name aufgerufen wurde, verstand ich wirklich, worum es ging.
Ihre Nominierung hebt neben Ihrem Fachwissen auch Ihren Fokus auf die Relevanz Ihrer Arbeit für die Praxis hervor.
Im Grunde genommen steht der Preis damit auch für die Kontinuität des SLF. Wir machen eben nicht nur Forschung, sondern sind auch sehr nah an der Praxis und der Anwendung. Da ist das SLF stark, und wir müssen schauen, dass das so bleibt. Gerade in meiner Forschungsgruppe geht es weniger um wissenschaftliche Publikationen, sondern mehr um Beratungen, Richtlinien und Leitfäden für die Praxis sowie um Ausbildung. Wir wollen helfen, Lawinen- und Schneeprobleme zu lösen. Ich denke, die Auszeichnung zeigt, dass uns das in den vergangenen Jahrzehnten gut gelungen ist.
Wie haben Sie den Preis gefeiert?
Gar nicht so richtig. Es gab zwar im Anschluss ein Galadinner der Konferenz, das hatte aber nichts mit der Preisverleihung zu tun.
Was sind eigentlich … die American Avalanche Association und ihr Honorary Fellowship Award?
Die A3, wie die American Avalanche Association auch genannt wird, ist eine 1986 gegründete gemeinnützige Organisation in den USA, die nationale Standards für die Lawinenausbildung festlegt, Lawinenexperten unterstützt und die Forschung im Bereich der Schneesicherheit in den Vereinigten Staaten vorantreibt. Sie gilt als der Berufsverband für Lawinenprofis aus Forschung und Praxis.
Die A3 verleiht mehrere Auszeichnungen, darunter den Honorary Fellowship Award. Dieser geht an Lawinenexperten, die bedeutende Beiträge zu Lawinenprogrammen ausserhalb der USA geleistet und ihre Arbeit mit Fachleuten in den USA geteilt haben. Rund ein Drittel der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger arbeiten oder arbeiteten am SLF.
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