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Prägnantere Verwendung der Lawinenprobleme

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19.12.2019  | Benjamin Zweifel, Claudia Hoffmann | News SLF

 

Ab diesem Winter wird das wichtigste Lawinenproblem im Lawinenbulletin in den Vordergrund gerückt.

 

Im Lawinenbulletin werden bei der Gefahrenbeschreibung auch die typischen Lawinenprobleme angegeben. Während die Lawinengefahr die Frage beantwortet «Wie hoch ist die Gefahr?», gibt das Lawinenproblem einen Hinweis auf «Was ist das Problem?». 2017 haben die Europäischen Lawinenwarndienste EAWS (European Avalanche Warning Services) die folgenden fünf Lawinenprobleme einheitlich definiert:

 

Bisher fehlten aber klare Kriterien, wann welches Lawinenproblem im Lawinenbulletin verwendet wird. Dies führte dazu, dass oft mehrere Probleme und das über längere Zeit beschrieben wurden. Dadurch ging das eigentliche Ziel verloren, nämlich mit Hilfe der Lawinenprobleme den Fokus auf das Wesentliche zu leiten. Das SLF strebt eine prägnantere Verwendung der Begriffe an und hat dafür neu klare Kriterien entwickelt.

 

Das ist neu

  • Fokussierung auf das wichtigste Lawinenproblem:

Bisher wurden im Lawinenbulletin oft mehrere Lawinenprobleme gleichzeitig erwähnt. Neu ist: Im Titel (siehe Abbildung) wird in der Regel nur noch das wichtigste Lawinenproblem genannt. Sind noch weitere Lawinenprobleme vorhanden, werden diese zwar nach wie vor im Text beschrieben, aber im Titel nicht mehr erwähnt. Nur wenn mehrere Probleme ähnlich stark ausgeprägt sind, können weiterhin auch mehrere im Titel stehen.

  • Eingeschränkte Verwendung des Problems «Altschnee»:

Das Lawinenproblem «Altschnee» wird neu nur noch beim Vorhandensein von ausgeprägten Schwachschichten innerhalb der Altschneedecke verwendet, in denen eine Schneesportlerin auch einen Bruch erzeugen und damit eine Lawine auslösen kann. Bei Brüchen im Altschnee können Lawinen besonders gross und damit besonders gefährlich werden. In Situationen, in denen zwar schwächere Schichten im Altschnee vorhanden sind, aber eine Bruchinitiierung und -ausbreitung wenig wahrscheinlich ist, wird das Lawinenproblem «Altschnee» nicht mehr verwendet.

  • Neuer Begriff «Kein ausgeprägtes Lawinenproblem»:

Gibt es keinen Neuschnee, ist der Triebschnee älter als etwa drei Tage und kaum noch auslösbar, und sind auch keine ausgeprägten Schwachschichten vorhanden – eine Situation, welche bisher meist als Altschneeproblem kommuniziert wurde –, wird neu die Formulierung «kein ausgeprägtes Lawinenproblem» verwendet.

  • Unterscheidung Neuschnee und Triebschnee:

Die Lawinenprobleme «Neuschnee» und «Triebschnee» werden künftig klarer unterschieden: Bei markanten Schneefällen wird nur noch «Neuschnee» anstelle von bisher «Neu- und Triebschnee» verwendet. Zwar fällt Schnee selten ohne Wind, so dass meist auch Triebschnee vorhanden ist. Die Hauptgefahr geht aber von der Zusatzlast des Neuschnees aus. Typisch am Lawinenproblem «Neuschnee» ist zudem, dass die Gefahrenstellen weit verbreitet sind. Im Gegensatz dazu sind beim Lawinenproblem «Triebschnee» die Gefahrenstellen lokaler und meist auch einfacher zu erkennen. Das Lawinenproblem «Triebschnee» wird nur noch verwendet, wenn die Gefahr primär durch Schneeverfrachtung verursacht ist.

Wichtig: Die Änderungen betreffen nur die Verwendung der Lawinenprobleme im Lawinenbulletin. An den Definitionen der Lawinenprobleme selbst ändert sich nichts.  

 

 

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