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Technische Beschneiung und Wasserhaushalt

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Die technische Beschneiung von Skigebieten erfordert viel Wasser, welches nach Trockenperioden knapp sein kann. Das SLF hat bei Skigebietsbetreibern nachgefragt, woher sie ihr Wasser beziehen und ob sie einen Konflikt zwischen technischer Beschneiung und Trockenheit erkennen.

 

Landesweit gesehen ist die Wassernutzung für die technische Beschneiung nicht direkt bedrohlich: Die Alpen gelten als Wasserschloss Europas. Allerdings sind die Niederschläge geografisch und zeitlich ungleich verteilt, und durch den Klimawandel können vermehrt Knappheiten entstehen. So gelten 2003, 2011, 2015, 2016 und 2018 als Trockenjahre. Deswegen konzentriert sich das Problem auf einzelne Regionen wie beispielsweise in inneralpinen, niederschlagsarmen Tälern. SLF-Masterstudentin Pascale Josi: „Von den 120 befragten Skigebieten gab ein knappes Viertel an, das Konfliktpotenzial zwischen Wassermanagement und der technischen Beschneiung zu erkennen.“

Speicherseen entschärfen das Problem

Die technische Beschneiung findet vorwiegend während den Monaten statt, in welchen die Wasserführung der natürlichen Gewässer bereits gering ist. Damit die lokale Wasserversorgung auch während wasserknappen Zeiten sichergestellt werden kann, sind in den letzten Jahren vermehrt lokale Speicherseen in Skigebieten gebaut worden, die im Frühling mit dem Schmelzwasser und übers ganze Jahr mit natürlichen Zuflüssen kontinuierlich gefüllt werden. Mit solchen Speicherseen stehen den Skigebieten während eines kurzen Zeitraums grosse Wassermengen zur Verfügung, ohne dabei Wasser aus natürlichen Gewässern zu nutzen. Jedoch besitzen ein Drittel der Schweizer Skigebiete, welche technisch beschneien, keinen Speichersee.

„Wenn keine lokalen Wasserspeicher vorhanden sind, wird die Beschneiung während Trockenheitsphasen schwieriger“, so Josi. Beim Bezug des Wassers aus Oberflächengewässern zur technischen Beschneiung werden Genehmigungen gebraucht, welche Nutzungsbeschränkungen enthalten. Dabei gilt die Restwassermenge, welche auf Bundesebene im Gewässerschutzgesetz geregelt ist und nicht unterschritten werden darf. Die Restwassermenge zählt primär für Fliessgewässer, wenn jedoch Wasser aus einem See entnommen wird und dadurch die Wasserführung eines Fliessgewässers beeinflusst wird, ist die Restwassermenge für das Fliessgewässer ebenfalls einzuhalten.

Für die am SLF durchgeführte Masterarbeit sind Skigebiete befragt worden, aus welchen Systemen das Wasser, welches für die technische Beschneiung genutzt wird, ursprünglich stammt. Dabei waren Mehrfachantworten möglich. 34% der Skigebiete gaben an, das Wasser für die Beschneiung aus Bächen bzw. Flüssen, 30% aus der Trinkwasserversorgung, 21% aus Quellen und 15% aus Seen zu beziehen. Die Speicherseen gehören dabei nicht dazu, da diese ebenfalls gefüllt werden müssen und das Wasser dafür aus diesen Herkunftsorten stammt.  

Die Umfrage wurde im Rahmen einer am SLF und an der Universität Bern erarbeiteten Masterarbeit, die kurz vor ihrem Abschluss steht, zum Thema „Wassermanagement in der technischen Beschneiung und Zukunftsvisionen des Schneesports in der Schweiz“ erhoben. Schweizer Skigebiete wurden zu den Themen Klimawandel, Wassermanagement und Zukunftsvisionen befragt. Die 120 Skigebiete aus insgesamt 18 Kantonen sind gefragt worden, wo in Zukunft Probleme/Konflikte bezüglich des Wassermanagements in der technischen Beschneiung in ihrem Skigebiet entstehen könnten.
 

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