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Ankunft auf dem weissen Kontinent

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22.12.2017  |  News

 

Nach einer langen Reise von der Schweiz über Australien und Tasmanien ist Matthias Jaggi in der Antarktis angekommen. Dort hat er sofort damit begonnen, seine Experimente vorzubereiten. Doch schon nach zwei Tagen muss er pausieren: Wegen der Höhe und den eisigen Temperaturen plagen ihn starke Kopfschmerzen.

 
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Nach dem zweiten Anlauf ist der Airbus sicher auf der Wilkins-Landebahn auf dem antarktischen Kontinent gelandet, dem Zwischenstopp auf dem Weg nach Dome C.
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Nun geht es mit einer Propeller-Maschine Typ Basler weiter.
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Auf einer Flughöhe von 5500 Metern sieht es in der Kabine ohne Druckausgleich und ohne Sauerstoff dann schnell ziemlich verschlafen aus.
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Endlich angekommen auf Dome C: Die Container (links) sind gut geheizt und dienen als Sommerunterkünfte, hier wohnen auch Matthias und die anderen Forscher aus dem Team. Hinten rechts sieht man die Haupttürme der Station.
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In der Werkstatt hat Matthias all seine Geräte eingelagert. Hier bereitet er die bevorstehenden Messungen vor.
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Der Schneemobil-Fuhrpark: Matthias findet, dieses Transportmittel fehle am SLF.
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Das Fahrrad dient als alternatives Fortbewegungsmittel, was aber bei der Höhe von mehr als 3200 m ü.M. sehr anstrengend ist.
 

Die Reise nach Hobart auf Tasmanien – dem Ausgangspunkt der
Antarktis-Expedition – verlief problemlos. Dort im Hotel habe ich die französische Crew getroffen.

Ein Flug von Hobart in die Antarktis ist zwar fast wie jeder andere, trotzdem kommen noch Extras dazu. Vor dem Abflug mussten wir zum Beispiel bei der Australischen Antarctic Division (AAD) ein Sicherheitstraining für den Flug absolvieren, die Expeditionskleider fassen und das Gepäck gemäss Vorschriften packen. Den Flug nach Wilkins Aerodrome in der Antarktis darf man zwar mit leichten Kleidern antreten, muss sich dann aber eine Stunde vor der Ladung umziehen und in die warmen Kleider schlüpfen. Die Abflugzeit ist frühmorgens, damit die Eispiste in Wilkins noch nicht zu weich ist und der Airbus gut landen kann. Dieser ist mit zusätzlichen Tanks ausgerüstet, damit im Falle von schlechter Sicht die 2700 km wieder zurück nach Hobart geflogen werden könnten.

Landung im Nirgendwo

Nach dem zweiten Anflugversuch hat es aber glücklicherweise geklappt. Dann steigt man effektiv im Nowhere aus: Ein paar Wohn-Container, einige russisch angehauchte Schneemobile und Pistenpräparationsmaschinen stehen rum – sonst nichts. Wilkins liegt ca. 60 km im Landesinnern und ist der Ausgangspunkt für Expeditionsteilnehmer auf die Australische Station Casey (an der Küste) und eben für mein Ziel, die italienisch-französische Station Concordia Dome C. Mit kleinen Fliegern geht es weiter, diesmal etwas weniger komfortabel. Ohne Druckkabine und ohne Heizung geht es auf fast 5500 m hoch. Den angebotenen Sauerstoff nimmt natürlich keiner, besser wäre es wohl gewesen, denn so sieht es bald recht verschlafen aus (siehe Foto).

Mehr Komfort als erwartet

Nach weiteren vier Stunden Flug landen wir auf Dome C. Die Sicht aus dem Flieger war fast langweilig, weiss, flach und nochmals weiss. Dome C liegt auf dem antarktischen Hochplateau bei 75,1°S, 123,3°E auf 3233 m, was wegen der Nähe zum Pol und der dadurch dünneren Atmosphäre einer gefühlten Höhe  von rund 3700 m ü. M. entspricht. Auf Dome C gibt es zwei Haupttürme mit Küche, Aufenthaltsräumen, Schlafräumen, Labors, Kläranlage und vielem mehr. Sobald aber zu viele Leute hier sind, wird noch das sogenannte Sommer-Camp eröffnet. Die meisten von unserer Truppe sind im Sommer-Camp, einer Art Wohnsiedlung aus Containern, untergebracht. Wenn man sich vorstellt, dass man definitiv ab vom Schuss ist, so erstaunt es schon ein bisschen, dass die Container fast zu gut geheizt sind und man täglich duschen darf. Logischerweise gibt es auch einige Regeln zu beachten, da zum Beispiel die Wasser-Wiederaufbereitung sehr komplex ist.

Zu eifrig gestartet

Einmal eingerichtet, beginnt man mit der Vorbereitung der eigenen Experimente. Die ersten beiden Tage hatte ich mich körperlich sehr gut gefühlt und bin vielleicht etwas übereifrig an das Ganze herangegangen. Nun musste ich bereits zwei Tage aussetzen, weil mich starke Kopfschmerzen und ein trockener Husten plagen. Im Nachhinein scheint es logisch zu sein, der Akklimatisation mehr Zeit zu schenken. Höhe und gefühlte Kälte von momentan -52°C zehren am Körper.

Trotzdem, mein Versuchsfeld habe ich bereits abgesteckt. Das SnowMicroPen scheint zu funktionieren. Die Metamophoseboxen für unser Experiment befinden sich bereits im der -50°C kalten Eishöhle. Mein Material habe ich mehr oder weniger zusammengesucht und sortiert. Und die Einführung für das Schneemobil habe ich auch schon bekommen.

So nun hoffe ich, dass ich nächste Woche mit den Profilen und der Schneeblockentnahme loslegen kann und unser Experiment möglichst bald läuft.