Willkommen zurück, Frau Holle! ¶
Schnee war im letzten Winter ein rares, kostbares Gut. Nachdem es auch im Sommer aussergewöhnlich trocken war und selbst im Hochgebirge kaum Neuschnee fiel, liess der Anblick der verschneiten Berge in den vergangenen Tagen wohl so manches Wintersportherz höherschlagen. Für Skitouren reichte der Schnee zwar noch nicht aus, für die Ausgabe von drei situationsbezogenen Lawinenbulletins aber allemal.
Vom Schneefall Anfangs Oktober lag im Hochgebirge entlang des Alpenhauptkamms, vom Monte Rosagebiet bis ins Berninagebiet, eine dünne, aber teils geschlossene Schneedecke. Die Altschneeoberfläche war teilweise aufbauend umgewandelt und kantig, und bildete damit eine Schwachschicht für den Schnee dieser Blogperiode.
Zwischen Dienstag, 20. Oktober und Sonntag, 25. Oktober fiel mit mässigem bis starkem Wind verbreitet Schnee. Am meisten Neuschnee fiel im Hochgebirge entlang vom Alpenhauptkamm und am nördlichen Alpenkamm von Les Diablerets bis zum Tödi. Dort fielen verbreitet 50 bis 70 cm, lokal auch mehr. (Abbildungen 1 und 2)
Die Schneefallgrenze lag am Anfang des Niederschlags am Dienstag, 20. Oktober bei rund 2500 m. Danach sank sie meist unter 2000 m, zeitweise sogar in tiefe Lagen (Abbildung 3).
Gegen Ende des Niederschlags am Sonntag stieg die Schneefallgrenze markant an, bis gegen 2600 m. Dadurch wurde die Schneedecke bis in hohe Lagen angefeuchtet oder nass.
Obwohl es zeitweise bis in tiefe Lagen schneite, bestand die Lawinengefahr vor allem oberhalb von 2600 m. Entsprechend wurden dem Lawinenwarndienst zwar einige schöne Bilder, aber keine Lawinen gemeldet. Einzig auf den Bildern der Roundshot-Kamera am Jungfraujoch entdeckte die blogschreibende Lawinenwarnerin zwei kleine Lawinen (Abbildung 4).