Herausgabe von drei WSL-Merkblättern 'Infrastruktur im Permafrost' als Praxishilfe

Gestion de projet

Marcia Phillips

Suppléance

Robert Kenner

Collaborateurs du projet

Alexander Bast, Marcia Phillips

Durée du projet

2026 - 2030

Im Jahr 2009 veröffentlichte das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF das Buch "Bauen im Permafrost: ein Leitfaden für die Praxis" (Bommer et al. 2009). Jetzt, 17 Jahre später, werden erhebliche Veränderungen im Permafrost der Schweizer Berge durch das Schweizer Permafrost Messnetz PERMOS und andere Messnetze in den Alpen gemessen: Der Boden erwärmt sich um bis zu 1 °C pro Jahrzehnt, die Mächtigkeit der Auftauschicht nimmt kontinuierlich zu, das Bodeneis schmilzt, es bilden sich ungefrorene Stellen im Permafrost, Wasser fliesst tief in den auftauenden Boden und es kommt zu grossen Hanginstabilitäten. Diese Veränderungen sind problematisch für die Stabilität von Gebirgsinfrastrukturen wie Seilbahnen, Dämme, Gebäude, Stromleitungen, Kommunikationsinfrastruktur, Lawinenverbauungen und touristische Anlagen. Sie können deren Nutzungsdauer verkürzen, ihre Sicherheit beeinträchtigen und hohe Kosten verursachen. Zahlreiche Eigentümer von Gebirgsinfrastrukturen sind derzeit mit grossen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Permafrost Degradation und dem Verlust von Bodeneis konfrontiert. Parallel dazu wurden in den letzten zwei Jahrzehnten erhebliche Fortschritte beim Verständnis der physikalischen Prozesse im Permafrost erzielt. In den Bereichen Fernerkundung, automatisierte Messtechnologien, Permafrostkartierungstechniken, Geotechnik und Bauverfahren im Hochgebirge gab es zahlreiche neue Erkenntnisse. Darüber hinaus werden die Klima- und Permafrostmodelle ständig verbessert, sodass potenzielle Veränderungen in komplexem Permafrostgelände in den Bergen besser vorausgesehen, interpretiert und in eine gezielte Planung von Infrastrukturen integriert werden können. Die neuesten Methoden und Erkenntnisse zum Bau von Infrastrukturen werden nun in einer prägnanten und verständlichen Form veröffentlicht, nämlich als WSL-Merkblätter für die Praxis. Wir hoffen damit, eine maximale Anzahl interessierter Nutzer wie Eigentümer von Berginfrastrukturen, Ingenieurbüros, Geologen und Baufirmen, aber auch Gemeinden und lokale Behörden zu erreichen.