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Schutzwald

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Gebirgswald schützt uns Menschen wirkungsvoll und kostengünstig vor Lawinen und Steinschlag. Wir erforschen, welche Eigenschaften eines Waldes seine Schutzleistung bestimmen, und wie sich diese mit dem Klimawandel verändern könnten.

 

Ungefähr die Hälfte der Schweizer Wälder schützt darunter liegende Siedlungen, Strassen oder Bahnlinien vor Naturgefahren wie Lawinen oder Steinschlag. Bei Lawinen ist der Gebirgswald flächenmässig der wichtigste Schutz. Die Schneedecke ist im Wald stabiler als im Freiland, weil die Baumkronen einen Teil des Schnees auffangen, weil die Temperaturen und Windverhältnisse im Waldesinnern ausgeglichener sind, und weil die Baumstämme die Schneedecke abstützen. Je offener ein Wald ist, desto schlechter schützt er vor Lawinen. Auch Länge und Breite von Waldlücken und die Baumartenzusammensetzung beeinflussen die Schutzwirkung.

Nachdem unsere Vorfahren die Gebirgswälder jahrhundertelang intensiv genutzt hatten, dehnten sich die Wälder in den letzten 150 Jahren wieder aus und sind meist dichter geworden. Dadurch hat sich ihre Schutzwirksamkeit grundsätzlich verbessert. Natürliche Störungen wie Sturm oder Waldbrand können diesen Schutz jedoch schlagartig verändern. Auch der Klimawandel wird die Baumartenzusammensetzung und Struktur der Gebirgswälder beeinflussen. Wir erforschen, wie sich Störungen und Klimawandel auf die Schutzleistung von Gebirgswäldern auswirken werden. Die Resultate unserer Studien fliessen u.a. in RAMMS ein – ein Computerprogramm zur Simulation von Naturgefahren, mit dem sich Massenbewegungen berechnen und der Einfluss von Schutzmassnahmen abschätzen lassen.

Gebirgswälder dienen jedoch nicht nur als Schutz, sondern liefern auch Holz, beherbergen zahlreiche Tier- und Pflanzarten und dienen uns Menschen als Erholungsraum. Ihre sinnvolle Nutzung ist deshalb eine schwierige Aufgabe, bei der alle Interessen berücksichtigt werden müssen. Wir entwickeln zusammen mit Partnerinstitutionen Entscheidungshilfen, wie sich die Schutzwirkung von Gebirgswäldern in Einklang mit anderen Umweltleistungen optimieren lässt.

 

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