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Baulicher Lawinenschutz

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Stützverbauungen verhindern das Anbrechen von Lawinen. Ist die Lawine bereits angebrochen, können Dämme sie umleiten oder aufhalten. Objektschutzmassnahmen an Gebäuden und Galerien schützen ebenfalls vor Lawinen. Wir führen Forschungsarbeiten und Beratungen für den baulichen Lawinenschutz durch.

 

Stützverbauungen sind in der Schweiz die wichtigste und am häufigsten eingesetzte bauliche Lawinenschutzmassnahme. Sie schützen die untenliegenden Gebiete grossflächig, indem sie die Schneedecke durch im Boden verankerte Stützflächen stabilisieren. Die ersten Stützverbauungen wurden bereits im 19. Jahrhundert als gemauerte Mauerterrassen erstellt. Der Katastrophenwinter 1950/51 brachte das grosse Umdenken im Lawinenschutz. Innerhalb kurzer Zeit wandelten sich die Stützwerktypen von Mauern oder Terrassen zu schlanken, viel wirksameren Konstruktionen aus Stahl, Aluminium, Holz, Drahtseilen oder Beton. Heute werden Schneebrücken aus Stahl oder flexible Schneenetze aus Drahtseilen verwendet. In der Schweiz gibt es rund 500 km Stützwerke. Wenn möglich werden sie mit Aufforstungen ergänzt. Im Spätwinter, wenn die Schneedecke besonders mächtig und schwer ist, belastet sie ein Werk mit bis zu 40 Tonnen. Eine Fläche von einer Hektare mit Stützverbauungen zu sichern, kostet rund eine Million Schweizer Franken.
Für neue Stützwerktypen führen wir in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt BAFU die Typenprüfung durch. Wir haben die Praxis und Industrie von Anfang an in Form von Beratungen und Richtlinien unterstützt.

 

Lawinendämme

Hat sich eine Lawine gelöst, muss man sich in der Sturzbahn und im Auslaufgebiet darauf beschränken, Gebäude und weitere Objekte zu schützen. Mit Auffangdämmen und Bremshöckern kann eine Lawine verzögert und gestoppt werden. Um sie vollständig zu stoppen, sind je nach Lawinengeschwindigkeit Dammhöhen von über 20 m erforderlich. Ablenkdämme lenken die Schneemassen an Orte, wo sie nichts zerstören können. Im Vergleich zu Stützverbauungen sind Dämme oft die kostengünstigere Massnahme. Sie erfordern aber für ihre Realisierung viel Platz und verändern das Landschaftsbild nachhaltig. Oft haben Dämme eine kombinierte Funktion: im Winter schützen sie vor Lawinen und in der schneefreien Zeit vor Hochwasser und Murgängen.

 

Lawinengalerien und Objektschutz

Lawinengalerien oder –tunnels sind der klassische Schutz für Verkehrsachsen. Lawinen überfliessen eine Galerie oder lagern sich auf deren Dach ab, ohne den Verkehr zu beeinträchtigen. Bei genügender Länge bieten sie einen sehr hohen Schutz. Objektschutz zählt zu den ältesten Lawinenschutzmassnahmen. Der Objektschutz ist eine effiziente Methode, um das Personen- und Sachwertrisiko zu reduzieren. Typische Objektschutzmassnahmen sind Verstärkung von Wänden, Spaltkeil oder Ebenhöch.