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Lawinen

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Lawinen sind ein faszinierendes, vor allem aber ein gefährliches Phänomen. Wir forschen daher, wie sie entstehen und sich fortbewegen und wie wir uns optimal schützen können. Mit der Lawinenwarnung für die Schweizer Alpen erfüllen wir einen wichtigen nationalen Auftrag.

 

Heute sind wir in der Lage, Sicherheitsverantwortliche aus Skigebieten und Gemeinden sowie Skitourenfahrer, Freeriderinnen und Schneeschuhwanderer zuverlässig über die Lawinengefahr zu informieren. Aber warum, wann und wo genau eine einzelne Lawine losbricht, ist im Detail aber noch nicht vorhersehbar. Wir untersuchen im Labor und im Feld, wie Schwachschichten in der Schneedecke entstehen, wie sich darin Brüche bilden und ausbreiten und wie die Schneedecke letztlich ins Rutschen kommt – also wie Lawinen entstehen.

Im Innern einer Lawine laufen komplexe physikalische Prozesse ab. Diese müssen wir verstehen, um die Reichweite und die Zerstörungskraft von Lawinen richtig abschätzen zu können. Wir brauchen also einen Blick ins Innere von Lawinen. Seit 1997 betreiben wir im Vallée de la Sionne (Gemeinde Arbaz, VS) ein weltweit einzigartiges Versuchsgelände für Lawinen, das mit technischen Geräten und vielen Sensoren diesen Blick in die Lawine ermöglicht. Die gewonnen Daten helfen uns beispielsweise, Lawinensimulationsprogramme zu entwickeln und verbessern. Diese werden von Ingenieuren auf der ganzen Welt verwendet, um Gefahren zu beurteilen und Schutzmassnahmen zu planen.

Dörfer und Strassen können auf unterschiedlichste Art und Weise vor Lawinen geschützt werden – gefährdete Gebiete meiden, die Entstehung von Lawinen mit Wald oder Verbauungen verhindern, die Auswirkungen von Lawinen mit Schutzbauten wie Galerien minimieren oder Lawinen mit Sprengungen auslösen, bevor sich allzu viel Schnee angesammelt hat, sind nur einige der Möglichkeiten. Wir erforschen, wie diese verschiedenen Ansätze wirken und sich optimal kombinieren lassen. Dabei gehen wir auch auf wirtschaftliche oder juristische Aspekte ein.

Nicht zuletzt beschäftigen wir uns auch mit Lawinenunfällen von Schneesportlern im freien Gelände, um daraus Lehren für die Prävention zu ziehen.

 

Schwerpunkte

Das Bild zeigt einen schneebedeckten Hang, in dessen oberem Viertel eine Schneebrettlawine angerissen ist.  Eine Aufstiegsspur durchquert die Gleitfläche und im unberührten Schnee links von der Lawine schlängelt sich eine Abfahrtsspur den Hang hinunter.

Entstehung von Lawinen

Ob eine Lawine anbricht, hängt stark vom Aufbau der Schneedecke ab. Wir untersuchen die Prozesse beim Entstehen einer Lawine.

Blick durch einige Baumgipfel auf die gegenüberliegende Talseite im Vallée de la Sionne.  Eine grosse Lawine stürzt den schneebedeckten Hang des Lawinenversuchsgeländes des SLF hinunter. Die aufsteigende Staubwolke umhüllt auch weiter entfernt liegende Bäume und Gebäude.

Lawinendynamik

Um Gefährdung richtig einzuschätzen, müssen wir das Innenleben der Lawinen verstehen.

Eine Gruppe von Skitourengänger legt eine frische Spur durch eine ansonsten unberührte Schneedecke.

Lawinenkunde und Prävention

Abseits der Pisten ist die Lawinengefahr ein ständiger Begleiter. Um das Lawinenrisiko zu reduzieren, sind präventive Massnahmen nötig.

Ein Ausschnitt des Lawinenbulletins

Lawinenwarnung

Im Auftrag des Bundes sind wir für die Lawinenwarnung zuständig. Das Lawinenbulletin wird vom Lawinenwarndienst erarbeitet und herausgegeben.

Vor dem Hintergrund einer winterlichen Bergkulisse zeigt das Bild einen schneebedeckten Hang, der nach hinten von einer Schneewechte begrenzt wird. In der Mitte des Hanges erstreckt sich horizontal eine Lawinenverbauung aus Metall, deren obersten 4 Querstreben noch aus dem Schnee hinausragen, während der Rest bereits in der Schneedecke verschwunden ist.

Lawinenschutz

Siedlungen und Verkehrswege vor Lawinen zu schützen, ist für das Leben in den Alpen unverzichtbar. Wir unterstützen Planer und Behörden.

Auf einem grossen Lawinenkegel in der Leidbachfurka stehen zwei Rettungshubschrauber.

Unfälle und Schadenlawinen

Lawinenereignisse werden von uns detailliert in einer Datenbank erfasst. Winterberichte und Unfallanalysen haben eine langjährige Tradition am SLF.

 

Aktuell

SLF-Forschende haben eine Methode entwickelt, mit der sich Lawinen auf Satellitenbildern automatisch und zuverlässig kartieren lassen.

Lange Trockenphasen, Regen bis in hohe Lagen und einige intensive Sturmperioden prägten die Lawinensituation diesen Winter.

Der Antritt der neuen Direktorin sowie der Start von strategischen Programmen und eines Forschungszentrums in Davos haben das Jahr geprägt.

Mit einer neuen Methode kann der Druck einer Lawine auf Gebäude oder Seilbahnmasten genauer berechnet werden.

 

Publikationen