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Messen und Verbessern der Lawinenschutzfähigkeit von Wäldern

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Schneelawinen bedrohen Siedlungen und Transportverbindungen in vielen Bergregionen der Welt. Bergwälder verringern die Wahrscheinlichkeit des Entstehens von Lawinen und erfüllen daher eine wertvolle Schutzfunktion. Doch die Schutzkapazität von Bergwäldern ist je nach Bestandsstruktur unterschiedlich und lässt sich durch verschiedene Managementstrategien beeinflussen. Wenn ein Wald eine Schutzfunktion gegenüber Lawinen hat, müssen keine kostspieligen Alternativen (d. h. schneetragende Strukturen) in Erwägung gezogen werden.

 

Künftige Veränderungen des Klimas und der Flächennutzung werden wahrscheinlich die Waldbedeckung und ihre Zusammensetzung verändern und wirken sich somit auf die Minderung von Lawinengefahren aus. Für ein optimiertes Management des Ökosystems von Bergwäldern zur Reduzierung des Katastrophenrisikos ist es daher entscheidend, (1) mehr Erkenntnisse über die Interaktionen zwischen Wäldern und Lawinen zu gewinnen, (2) den Einfluss von Wäldern besser in bestehende Modelle der Lawinendynamik und der Risikoanalyse zu integrieren und (3) angepasste Strategien für das Management verschiedener Ökosysteme von Bergwäldern weltweit herzuleiten.

Die Forschung ist in das Projekt „Ecosystems Protecting Infrastructure and Communities (EPIC)“ eingebettet und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) finanziert.

 

Forschungsstandorte

Drei Bergregionen der Welt wurden als Forschungsstandorte ausgewählt:

1. Chilenische Anden: Valle de las Trancas in der Region Nevados de Chillán (36°55'S, 71°27'W) wird unser Pilotforschungsgebiet in Chile sein. Weitere Studiengebiete könnten in naher Zukunft in Regionen hinzukommen, in denen (i) Lawinen für lokale Gemeinschaften ein Problem sind, und (ii) wo es Wechselwirkungen zwischen Wäldern und Lawinen gibt. So scheint es, dass Lawinen lokale Gemeinschaften des in der Nähe von Santiago de Chile gelegene Cajón del Maipo (33°46'S, 70°15‘W) erreichen könnten, was aber vor Ort bestätigt werden muss, um diesen Standort in unsere Studiengebiete einzubeziehen.

2. Nepal: Hier sind zwei potenzielle Studiengebiete vorgesehen. Als erstes das Schutzgebiet Annapurna Conservation Area, wo es in der Vergangenheit Schneelawinen gab, die sich auf Wälder, Infrastrukturen der Einwohner und Lebensgrundlagen auswirkten. Dieses Schutzgebiet wurde 1986 gegründet und ist sowohl das grösste als auch das erste in Nepal. Es erstreckt sich über 7 629 km2 und hat über 100 000 Einwohner. Die andere potenzielle Studienregion ist das neu (2010) gegründete Schutzgebiet Gaurishankar Conservation Area mit einer Fläche von 2179 km2 und mehr als 56 000 Einwohnern.

3. Schweizer Alpen: Der grösste Teil der bisherigen Modellierungen von Interaktionen zwischen Wald und Lawinen wurde in dieser Region durchgeführt. Messstationen in den Schweizer Alpen mit gut dokumentiertem Lawinenaufkommen ermöglichen es daher, die Modelle der Lawinendynamik und die Interaktionen zwischen Wald und Lawinen in den verschiedenen Regionen weltweit besser abzustimmen und zu überprüfen.