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Energie aus Landschaftspflegegrün

Auteurs
Müller, G.; Holderegger, R.; Bürgi, M.
Année de parution
2016
Collection
WSL Berichte 38
Taille
56 pages
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Citation:

Müller, G.; Holderegger, R.; Bürgi, M., 2016: Energie aus Landschaftspflegegrün. WSL Berichte, 38. Birmensdorf, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. 56 p.

 

Beim Unterhalt von Biotopen sowie Grünflächen im öffentlichen Raum und entlang von Verkehrsachsen fallen grosse Mengen krautiger Biomasse, sogenanntes Landschaftspflegegrün, an. Aus dieser Biomasse lässt sich durch anaerobe Vergärung Biogas herstellen, wodurch sich die Anliegen von Natur- und Klimaschutz verbinden lassen. Der vorliegendeBericht schätzt das Biomasse- und Energiepotenzial folgender ausgesuchter Biotop- und Grünraumtypen im Kanton Zürich ab: Feuchtwiesen, Riedflächen, Strassenbegleitgrün (Au-tobahn, Kantonsstrassen), Bahnbegleitgrün, öffentliche Grünflächen im Siedlungsgebiet. Um zu bestimmen, wie viel Biomasse nachhaltig (d.h. ohne andere sinnvolle stoffliche Verwertung zu konkurrenzieren) zur Verfügung steht, wurden basierend auf der heutigen Unterhalts- und Entsorgungspraxis die Biomasseströme der verschiedenen Verwertungswege bestimmt (stoffliche Verwertung in der Landwirtschaft, Entsorgung, Mulch auf der Fläche). Die Ergebnisse wurden anschliessend für die Schweiz hochgerechnet. Das theoretische Gesamtpotenzial der untersuchten Biotop- und Grünflächentypen liegt im Kanton Zürich bei rund 11’500 t TM/a, woraus sich rund 52’000 GJ/a Energie gewinnen liesse (Schweiz 97’300 t TM/a; 445’000 GJ/a). Von den bestimmten Biomasseströmen gelangt rund 40,7% als Futter und Streu in die Landwirtschaft, wobei die Biomasse primär von den Naturschutzflächen (Feuchtwiesen, Riedflächen) stammt und wegen der sinnvollen stofflichen Nutzung und der Substrateigenschaften nicht für eine energetische Verwertung zur Verfügung steht. Die 26,8% welche entsorgt werden, umfassen mehrheitlich Strassenbegleitgrün, welches sich für eine energetische Verwertung eignet. Von den rund 26,4% welche als Mulch primär auf öffentlichen Grünflächen und entlang von Bahnlinien natürlich zersetzt werden, entfallen rund 18,8% auf öffentliche Grünflächen, wobei der Mulch hier Düngerersatz ist und somit sinnvoll stofflich genutzt ist. Auch wenn der Mulch der Bahnflächen aus Betriebs- und Kos-tengründen nicht zur Verfügung steht, wird er zusammen mit dem entsorgten Material zum nachhaltig nutzbaren Potential gezählt. Daraus liessen sich im Kanton Zürich rund 18’000 GJ und in der Schweiz rund 90’000 GJ Energie pro Jahr gewinnen. Das Potenzial für die Schweiz entspricht rund 1,75% des in der eidgenössischen Energiestrategie 2050 errechneten Energiepotenzials für Biogas

 

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