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Monitoring Schottensee

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Die inaktive Blockgletscherfront im Schottensee am Flüelapass GR

In der Schutthalde oberhalb des Schottensees am Flüelapass nahm die Gebirgspermafrost-Forschung in der Schweiz in den 1970er Jahren ihren Anfang und noch immer liefert der Standort überraschende Einblicke in die Dynamik des Gebirgspermafrosts.

 

Während der letzten Eiszeit war der Flüelapass eisbedeckt. Erst nach dem Rückzug der Gletscher konnte die Schutthalde in ihrer jetzigen Form entstehen. Das SLF misst seit 2002 in zwei Bohrlöchern Bodentemperaturen in verschiedenen Tiefen und konnte so die Existenz von Permafrost am Fuss der Schutthalde bestätigen. Der hohe Eisgehalt in der Schutthalde deutet darauf hin, dass während ihrer Entstehung Felsstürze und Steinlawinen Lawinenschnee überdeckten und dieser unter dem Blockschutt in Eis umgewandelt wurde. Der Boden enthielt schliesslich so viel Eis, dass ein Kriechprozess des Schutt-Eis Gemischs einsetzte. Es entstand ein sogenannter Blockgletscher.
Der Blockgletscher beförderte Blockmaterial aus der Schutthalde und hinterliess dort eine flache Mulde (Abb. 1). Weiter unten am Fuss der Schutthalde, dem heutigen Grund des Schottensees, bildete er mit diesem Material lobenförmige Kriechstrukturen. Die Abb. 1 und Abb. 2 zeigt eine dieser Strukturen.
Da es allerdings aus thermischen Gründen unter einem Gebirgssee keinen Permafrost geben kann, bedeutet dies, dass der See jünger ist als die blockige Lobe auf seinem Grund. Dies wiederum erklärt die tiefe Senke (Abb. 1 und 2) innerhalb der Lobe nahe des Ufers. Als der Seespiegel stieg, schmolz das Eis in der Lobe, die Oberfläche sackte zusammen und bildete eine sogenannte Thermokarst-Senke.

 

Entstehung des Schottensees

Am Nordwestufer des Schottensees in Richtung Davos gibt es einen Bereich mit sehr grobblockigem Schutt (Abb. 1). Dies ist das Ablagerungsgebiet eines Felssturzes, welcher höchstwahrscheinlich den See aufstaute. Ein weiteres Indiz dafür findet sich am unteren Ende dieser Ablagerung. Hier tritt eine Quelle hervor und in der Umgebung finden sich dünenartige Wellen im Boden, sogenannte Mega-Rippel (Abb. 3).
Solche Rippel bilden sich durch Flutwellen, z.B. nach Seeausbrüchen. Wahrscheinlich kam es nach dem Felssturz zu einem partiellen Dammbruch und eine Flutwelle floss das Flüelatal hinunter. Die Rippeln können vom obersten Parkplatz vor der Passhöhe aus gut gesehen werden (Abb. 1 und Abb. 3).