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So war der Winter: Aussergewöhnlich viel Schnee im Norden und kurzzeitig «sehr grosse» Lawinengefahr

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Im Winter 2018/19 fiel im Norden der Schweizer Alpen extrem viel Schnee. Die Lawinengefahr wurde kurzzeitig als «sehr gross», also mit der höchsten Gefahrenstufe, prognostiziert. Bis Ende April kamen bei Lawinenunfällen 19 Personen ums Leben.

 

In der ersten Januarhälfte schneite es im Norden anhaltend und ergiebig. Vom 12. bis 14. Januar 2019 fiel am Alpennordhang verbreitet mehr als 1m Schnee, von den Urner bis in die St. Galler Alpen und im nördlichen Prättigau sogar mehr als 1,5 m. Besonders im Osten brachen die Januarniederschläge bisherige Messrekorde: An vielen Stationen in Liechtenstein und Nordbünden wurden die (zweit)höchsten Neuschneesummen verzeichnet, die je innerhalb von zehn Tagen gemessen wurden.

 

Im Norden verbreitet «sehr grosse» Lawinengefahr

Diese grossen Neuschneemengen begleitet von stürmischem Wind führten dazu, dass für den 14. Januar in weiten Teilen der Schweizer Alpen «sehr grosse» Lawinengefahr (Stufe 5) – die höchste Gefahrenstufe – prognostiziert wurde. Während dieser Periode wurden sehr viele Lawinenabgänge beobachtet. Wegen der tiefen Temperaturen hatten viele Lawinen einen grossen Staubanteil, so dass sie zum Teil sehr weit vorstiessen. Wie bereits im Winter 2017/18 bewährten sich die baulichen Schutzmassnahmen, die Gefahrenzonenkarten und die Arbeit der Lawinendienste. Es entstanden in dieser Periode ausschliesslich Sachschäden.

In der warmen und trockenen zweiten Februarhälfte war die Lawinensituation vorwiegend günstig. Gleitschneelawinen waren die Hauptgefahr. Sie wurden wegen der mächtigen Schneedecke oft gross. Ende April führte intensiver Regen bis in hohe Lagen vor allem am Alpenhauptkamm zu vielen grossen und sehr grossen Nassschneelawinen.

Im Süden sehr trocken und mild

Während der Winter im Norden erst Anfang Dezember richtig einsetzte, fiel der erste grosse Schnee am Alpensüdhang bereits Ende Oktober. Danach war der Winter im Süden insgesamt sehr trocken und mild. Erst im April folgten zwei markante Wintereinbrüche mit sehr grossen Neuschneemengen und «grosser» Lawinengefahr (Stufe 4).

Viele Schadenlawinen

Bis Ende April wurden dem SLF 299 Lawinen gemeldet, die Personen- oder Sachschaden verursachten. 19 Personen verloren in diesen ihr Leben. Im Durchschnitt der letzten zwanzig Jahre verstarben im Winterhalbjahr 21 Personen in Lawinen. Mit einer Ausnahme waren alle Opfer Wintersportler, die sich im ungesicherten Gelände aufhielten. Ein Opfer war ein Pistenpatrouilleur, der bei der Arbeit auf einer geöffneten Skipiste ums Leben kam. Auffällig ist die Häufung von sechs tödlichen Unfällen am westlichen Alpennordhang. Diese Unfälle sind auf eine über längere Zeit ungünstig aufgebaute Schneedecke zurückzuführen, was für diese Region eher aussergewöhnlich ist.

Schnee- und Bergsportler sollten die Lawinengefahr auch im Frühling und Sommer beachten. Das Lawinenbulletin des SLF erscheint bis auf weiteres täglich  um 17 Uhr, im Sommer und Herbst bei Bedarf (www.slf.ch).

Weitere Informationen

Winterflash – der Winter 2018/2019 im Überblick

Tödliche Lawinenunfälle im Winter 2018/2019

Alle gemeldeten Lawinenunfälle im Winter 2018/20