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Unwetter 2016: Grosse Schäden auf der Alpennordseite

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Hochwasser, Rutschungen, Murgänge sowie Steinschlag und Felssturz führten im Jahr 2016 schweizweit zu Schäden in der Höhe von rund 100 Mio. CHF. Ursache dafür waren vor allem starke Gewitter, die Überschwemmungen auslösten. Besonders betroffen waren die Kantone Basel-Landschaft, Aargau und Schwyz. Dies ergab die jährliche Auswertung der Unwetterschadens-Datenbank durch die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL.

 

Die Unwetter des Jahres 2016 verursachten Kosten in der Höhe von knapp 100 Mio. CHF. Diese Summe liegt deutlich unter dem langjährigen Mittel von 310 Mio. CHF für den Zeitraum 1972-2015. 69 % der Gesamtschadenssumme waren die Folge von starken Gewittern, was deutlich über dem langjährigen Mittel von 39% liegt. Lang andauernde Niederschläge hingegen machten im vergangenen Jahr nur rund 25 % aller Schadenskosten aus, der langjährige Durchschnitt beträgt 57%. Als schadenbringende Prozesse wirkten vor allem Überschwemmungen und Murgänge (94%), gefolgt von Sturzprozessen (4%) und Hangrutschungen (2%).
Das Jahr 2016 war bereits das neunte relativ schadensarme Jahr in Folge. 2007 war das letzte Jahr mit grossen Schäden durch Naturgefahren. Damals registrierte die WSL 700 Mio. CHF Schäden. Seither bewegten sich die jährlichen Schadenssummen in einem viel tieferen Bereich, nämlich zwischen 20 und 145 Mio. CHF.

Schwerpunkte auf der Alpennordseite

Wie bereits im Vorjahr verursachten die Unwetter 2016 besonders auf der Alpennordseite hohe finanzielle Schäden. Stark betroffen waren die Kantone Basel-Landschaft, Aargau und Schwyz. Darüber hinaus starben im Jahr 2016 infolge von Murgängen zwei Menschen: in Linthal GL starb am 13. Mai ein Bauarbeiter im Gebiet Gfläder und in Muotathal SZ wurde am 24. Juni ein Mann in seinem Auto von Wasser- und Geröllmassen mitgerissen.

Basel-Landschaft stark betroffen

Der Kanton Basel-Landschaft hatte im Berichtsjahr besonders viele Schäden zu beklagen. Im Mai und Juni führten mehrere Ereignisse zu hohen Wiederherstellungskosten. Dauerregen verursachte am 14. Mai die ersten Überschwemmung des Jahres. Betroffen waren vor allem die Gemeinden Muttenz und Pratteln. Gut drei Wochen später traten am 8. Juni bei Gewitterniederschlägen in Frenkendorf und Pratteln (Kanton BL) sowie in Othmarsingen und Gipf-Oberfrick (Kanton AG) mehrere Bäche über die Ufer. Am 24. und 25. Juni schliesslich kam es im Kanton Basel-Landschaft nach Gewittern erneut zu Wasserschäden.

Kostspielige Schäden auch in anderen Regionen

Kurz nach Jahresbeginn entstanden am 11. Januar grosse Schäden, als in Wolhusen LU ein Felssturz in die Kleine Emme stürzte. Das Wasser staute sich und die folgende Überschwemmung richtete in der anliegenden Gemeinde Werthenstein hohe Schäden an. Am 24. Juni waren Strassen und Wege infolge eines heftigen Gewitters in Unterterzen (Gemeinde Quarten SG) betroffen, weitere Gewitter führten am 24. und 25. Juni in den Kantonen St. Gallen, Schaffhausen, Obwalden und Freiburg zu Schäden. Ein letztes starkes Gewitter entlud sich am 26. Juli über Freienbach und Wollerau SZ; die Wassermassen liessen mehrere Bäche über die Ufer treten und überfluteten zahlreiche Strassen, Keller und Garagen.

Wie bereits im Vorjahr wurde es ab August eher ruhig. Es gab nur noch wenige Schäden zu verzeichnen, was auf die überaus trockene Witterung zurückzuführen ist.

 

Die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL sammelt seit 1972 systematisch Informationen über Unwetterschäden. Die mit Unterstützung des Bundesamtes für Umwelt BAFU erstellte Datenbank enthält Angaben zu Schäden durch Hochwasser, Murgänge und Rutschungen sowie, seit 2002, zu Steinschlag, Fels- und Bergsturz. Schäden als Folge von Lawinen, Schneedruck, Erdbeben, Blitzschlag, Hagel und Sturmwind werden in den Auswertungen nicht berücksichtigt. Die Abschätzung der Sach-, Infrastruktur-, Wald- und Landwirtschaftsschäden basiert hauptsächlich auf Medienberichten. Die Daten stehen Fachleuten auf Anfrage zur Verfügung und bilden eine wichtige Grundlage zur Gefahrenbeurteilung.

 

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