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Wochenbericht 16. - 22. April 2021

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Mehrheitlich günstige Lawinensituation

Mit meist mässiger oder geringer Lawinengefahr herrschten oft sehr gute Tourenbedingungen. Oberflächliche Schichten waren aber vereinzelt noch störanfällig, wobei sich dieses Problem mit der Zeit immer mehr auf die Nordhänge beschränkte. Die Aktivität von nassen Lawinen blieb mit den kalten Temperaturen klein.

 
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Die mehrheitlich günstige Lawinensituation dieser Wochenberichtsperiode verleitete so manchen Tourengänger in die Berge. Zuhinterst im Chummibort (Grengiols VS) lösten sich einige Lockerschneelawinen in den Osthängen (Foto: L. Mathis, 20.04.2021).
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Der Winter krallte sich fest – bizarre Schmelzformen an einer Dachrinne in Davos (Foto: F. Heldstab, 17.04.2021).
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In der Calvina (Pfäfers SG) waren die Murmeltiere schon aus ihrem Winterschlaf erwacht und genossen die wärmende Sonne (Foto: T. Wätli, 16.04.2021)
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Trotz häufigem Windeinfluss war im Gebiet Ovi dell’Uomo (Blenio TI) noch immer die braun-gelbliche Saharastaubschicht im Schneedeckenaufbau auszumachen (Foto: F. Vanza, 17.04.2021)
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Am Nordrücken des Piz d’Emmat Dadora (2851 m,Surses GR) löste sich eine flächige Schneebrettlawine auf knapp 2600 m (Foto: B. Arpagaus, 17.04.2021)
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Unterhalb des Ammertegletschers auf rund 2500 m (Lenk BE) hat ein Tourengeher diese nicht ganz kleine Schneebrettlawine ausgelöst. Glücklicherweise wurde niemand verletzt (Foto: K. Snoek, 17.04.2021)
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Der Abbruch eines Seracs in der Nordostflanke des Grand Cornier (3961 m, Anniviers VS) löste eine Staublawine aus, die bis weit ins Val de Zinal hinunter zu sehen war (Foto: T. Kawecki, 18.04.2021)
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An Südhängen auf rund 1200 m waren ältere Lawinenkegel die einzige verbleibende Form von Schnee, wie hier bei Schuders (Schiers, GR) (Foto: SLF/L. Dürr, 18.04.2021).
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Diese Schneebrettlawine löste sich nordseitig des Munt Pers, in den Hängen von Gianda Persa (Pontresina GR) auf rund 2800 m (Foto: T. Wälti, 20.04.2021).
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Auch diese Lawinen am Strela (Davos, GR) gingen auf der Saharastaubschicht ab, aber schon im März. Weil seither trotz Kälte nur wenig Schnee fiel, waren sie immer noch gut sichtbar (Foto: SLF/K. Winkler, 21.04.2021).
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Doch auch in den Nordflanken zeigten sich die Schneebrettlawinen dünn und mit flächiger Ausbreitung, wie hier am Piz Turba (3017 m, Avers GR) (Foto: M. Marty, 21.04.2021).
 

Wetterentwicklung

Es war oft sonnig. Meist bildete sich im Tagesverlauf Quellwolken und es gab einzelne, meist schauerartige Niederschläge. Die Niederschlagsmengen blieben klein (Abbildung 1). Allerdings ist um diese Jahreszeit die Niederschlagsmessung schwierig: (1) oft sind die Niederschläge konvektiv verursacht und daher sehr lokal. Sie fallen also oft durch das Raster der Messnetze. Zudem (2) sind die Niederschlagsmengen und besonders die Neuschneemengen in der Höhe oft deutlich höher als im Tal. Es ist daher keine Seltenheit, dass im Frühling an den Messstationen kaum Niederschlag erfasst wird, aber im Gelände – insbesondere im Hochgebirge – deutlich mehr Schnee beobachtet wird (siehe dazu auch Grenzen des Lawinenbulletins).

 
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Abb. 1/1: 24h-Neuschneemengen am Freitagmorgen (16.4. um 8.00 Uhr). Dargestellt sind oben INCA-Daten (integrated nowcasting through comprehensive analysis) berechnet aus Radar- und Stationsdaten durch MeteoSchweiz. Unten sind die Neuschneemessungen der SLF Beobachter sowie die mit SNOWPACK modellierten Neuschneewerte an den automatischen Stationen (die Klassengrenzen wurden angepasst, damit die kleinen Werte überhaupt sichtbar sind).
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Abb. 1/2: 24h-Neuschneemengen am Samstagmorgen (17.4. um 8.00 Uhr). Dargestellt sind oben INCA-Daten (integrated nowcasting through comprehensive analysis) berechnet aus Radar- und Stationsdaten durch MeteoSchweiz. Unten sind die Neuschneemessungen der SLF Beobachter sowie die mit SNOWPACK modellierten Neuschneewerte an den automatischen Stationen (die Klassengrenzen wurden angepasst, damit die kleinen Werte überhaupt sichtbar sind).
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Abb. 1/3: 24h-Neuschneemengen am Sonntagmorgen (18.4. um 8.00 Uhr). Dargestellt sind oben INCA-Daten (integrated nowcasting through comprehensive analysis) berechnet aus Radar- und Stationsdaten durch MeteoSchweiz. Unten sind die Neuschneemessungen der SLF Beobachter sowie die mit SNOWPACK modellierten Neuschneewerte an den automatischen Stationen (die Klassengrenzen wurden angepasst, damit die kleinen Werte überhaupt sichtbar sind).
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Abb. 1/4: 24h-Neuschneemengen am Montagmorgen (19.4. um 8.00 Uhr). Dargestellt sind oben INCA-Daten (integrated nowcasting through comprehensive analysis) berechnet aus Radar- und Stationsdaten durch MeteoSchweiz. Unten sind die Neuschneemessungen der SLF Beobachter sowie die mit SNOWPACK modellierten Neuschneewerte an den automatischen Stationen (die Klassengrenzen wurden angepasst, damit die kleinen Werte überhaupt sichtbar sind).
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Abb. 1/5: 24h-Neuschneemengen am Dienstagmorgen (20.4. um 8.00 Uhr). Dargestellt sind oben INCA-Daten (integrated nowcasting through comprehensive analysis) berechnet aus Radar- und Stationsdaten durch MeteoSchweiz. Unten sind die Neuschneemessungen der SLF Beobachter sowie die mit SNOWPACK modellierten Neuschneewerte an den automatischen Stationen (die Klassengrenzen wurden angepasst, damit die kleinen Werte überhaupt sichtbar sind).
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Abb. 1/6: 24h-Neuschneemengen am Mittwochmorgen (21.4. um 8.00 Uhr). Dargestellt sind oben INCA-Daten (integrated nowcasting through comprehensive analysis) berechnet aus Radar- und Stationsdaten durch MeteoSchweiz. Unten sind die Neuschneemessungen der SLF Beobachter sowie die mit SNOWPACK modellierten Neuschneewerte an den automatischen Stationen (die Klassengrenzen wurden angepasst, damit die kleinen Werte überhaupt sichtbar sind).
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Abb. 1/7: 24h-Neuschneemengen am Donnerstagmorgen (22.4. um 8.00 Uhr). Dargestellt sind oben INCA-Daten (integrated nowcasting through comprehensive analysis) berechnet aus Radar- und Stationsdaten durch MeteoSchweiz. Unten sind die Neuschneemessungen der SLF Beobachter sowie die mit SNOWPACK modellierten Neuschneewerte an den automatischen Stationen (die Klassengrenzen wurden angepasst, damit die kleinen Werte überhaupt sichtbar sind).
 

Der Wind war in dieser Wochenberichtsperiode meist schwach bis mässig. Die Temperaturen auf 2000 m stiegen von winterlichen -6 °C bis knapp über den Gefrierpunkt.

 

Schneedecke und Lawinen

Die Hauptgefahr ging von Triebschneeansammlungen aus, die sich am 13. und 14. April gebildet hatten. Diese wurden durch anschliessende, kleine Schneefälle mit wenig Wind überdeckt und waren somit schwer oder kaum mehr zu erkennen. Diese Triebschneeansammlungen konnten teils noch ausgelöst werden (Abbildung 2). Sie waren meist nur dünn, aber teilweise erstaunlich flächig (Abbildung 3). Dies deutete auf eine recht ausgeprägte Schwachschicht hin. Eine solche wurde auch von den Lawinenwarndiensten der Nachbarländer festgestellt, ganz besonders im Tirol.

 

In den inneralpinen Gebieten des Wallis und Graubündens wurden zudem einzelne Lawinenauslösungen in tieferen Schichten beobachtet. Dies jeweils an Nordhängen oberhalb von rund 2500 m (vgl. Abbildung 4).

 

Die Aktivität von feuchten und nassen Lawinen beschränkte sich auf oberflächennahe Schichten und war klein. Nachdem es in den Tagen zuvor ruhig war, wurden ab Dienstag, 20.04. auch wieder einzelne Gleitschneelawinen gemeldet.

 

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Gefahrenentwicklung

Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.

 

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