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Wochenbericht 21. - 27. Februar 2020

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Winter-Comeback?

Zu Beginn dieser Periode kletterte die Nullgradgrenze auf über 3000 m und es sah definitiv so aus, als werfe der Winter das Handtuch. Bei einer mehrheitlich günstigen Lawinensituation herrschten am Freitag und Samstag noch vielerorts schöne Tourenbedingungen. Am Sonntag und Montag blieb die Lawinensituation günstig, aber mit der Wärme und gebietsweise mit Regen wechselten die Schneeverhältnisse zu frühlingsähnlichen Bedingungen. Zur Wochenmitte überlegte es sich aber Frau Holle doch anders und im Norden wurde es nochmals weiss, teilweise bis in tiefe Lagen. Verbunden mit kräftigem West- bis Nordwestwind stieg die Lawinengefahr an.

 
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Vor der markanten Erwärmung herrschte am Samstag 22.02. vielerorts nicht nur schönes Wetter sondern auch gute Schneebedingungen. Auch hier in der Nähe des Piz Colm, 2414 m (Surses, GR) konnte der Pulverschnee genossen werden (Foto: R. Meister).
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Ein ganz anderes Bild bot sich auf dem Fisetengrat, 2087 m (Spiringen, UR), hier lud die Landschaft eher zum Wandern als auf Skitouren ein. Die vielen Föhn- und Westwindlagen fegten den Grat fast Schneefrei, rechts im Bild der durch die Sonnenwärme teilweise ausgeaperte Südosthang (Foto: A. Schmidt, 22.02.2020).
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Gleicher Tag aber andere Region und andere Höhenlage, auf dem Gletscher Ducan, 3019 m (Bergün Filisur, GR) sah die Graubündner Landschaft um einiges winterlicher aus als auf dem Fisetengrat (Foto: C. Sommer, 22.02.2020).
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Auf der Abfahrt von der Aiguilles du Tour, 3541 m (Trient, VS) war die Schneeoberfläche grösstenteils sehr hart und stark vom Wind geprägt (Foto: J.-L. Lugon, 22.02.2020).
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Winterliches Panorama vom Passo Superiore di Pesciora, 3048 m (Obergoms, VS) mit Blick Richtung Südosten. Rechts im Bild ist der Pizzo Rotondo, 3192 m zu sehen (Foto: L. Silvanti, 22.02.2020).
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Besonders windig war es in diesen Tagen im Alpstein wie hier am Schoffwisspitz im Toggenburg (Wildhaus-Alt St. Johann, SG) wo der starke Südwestwind etwas Schnee verfrachten konnte (Foto: P. Diener, 22.02.2020).
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Die inneralpinen Gebieten in Graubünden präsentierten sich wie hier am Muttner Horn (Albula, GR) auf 2200 m mit einer dünnen Schneedecke…
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…die den Lawinenprognostiker für ein Schneeprofil animierten. Wie erwartet war die Schneedecke schwach und im Bereich unterhalb der Krusten mit 2 bis 3 mm grossen Becherkristellen stark aufgebaut. Dementsprechend konnte der ECT (Extended Column Test) dort beim 3. Schlag aus dem Ellbogen (Stufe 13) ausgelöst werden. Wummeräusche oder Lawinen konnten aber keine festgestellt werden (Fotos: SLF/Th. Stucki, 22.02.2020).
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Mit den sehr milden Temperaturen wurden wieder einige Gleitschneelawinen gemeldet, wie hier auf der Engstligenalp (Adelboden, BE) an einem Südosthang auf ca. 2400 m (Foto: A. Mühlemann, 27.02.2020).
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Diese Lawinen wurde durch einen Wächtenabbruch ausgelöst und lagerte sich auf einer geschlossenen Piste ab. Osthang, 2000 m am Chäserrugg (Wildhaus-Alt St. Johann, SG) (Foto: P: Diener, 23.02.2020).
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Tragende Schneedecke auf dem Glaridenfirn (Glarus Süd, GL) auf ca. 2800 m. Die Schneedecke ist noch trocken und vom Wind und Sonneneinfluss geprägt (Foto: P. Degonda, 24.02.2020).
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Am Morgen des Dienstags herrschten vor dem Wetterumschwung noch gute Frühlingsverhältnisse oberhalb des Grossen St. Bernhards. Blick vom Gebiet des Monts Telliers zum Grande Combin (links) und Mont Vélan (rechts) (Foto: T. Schneidt, 25.02.2020).
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Hier ist es, das Winter-Comeback. Die Freerider freuten sich am Morgen des 27.02. über Neuschnee und hier sogar noch Sonne. Bedra im Flüelatal, Davos, GR (Foto: SLF/C. Lucas, 27.02.2020).
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Hier scheint der Winter schon den Teppich einzurollen. Diese hohlen Schneerollen entstanden in Engi, GL unter Föhneinfluss (Foto: A. Schmidt, 27.02.2020).
 

Schnee, Wetter, Lawinen

Freitag, 21.02.: Übergang zu sonnigem Wetter

Im Westen und Süden war es bereits in der Nacht auf Freitag klar. Im Norden schneite es noch schwach. Die Schneefallgrenze sank von 1300 m auf etwa 700 m. Tagsüber war es im Westen und Süden bereits am Vormittag, im Nordosten erst am Nachmittag nach Auflösung der Restbewölkung sonnig.

Mit dem Neuschnee der letzten Periode herrschten vielerorts schöne Tourenbedingungen (Abbildung 1). Die Lawinengefahr war am Alpennordhang östlich der Reuss noch erheblich, sonst mässig. Die Hauptgefahr ging von den neueren Triebschneeansammlungen aus.

 

Samstag, 22. bis Montag 24.02.: Sehr mild, zunehmend günstige Lawinensituation

Am Samstag war es nach einer klaren Nacht abgesehen von einigen hohen Wolken sonnig. Es wurde sehr mild, die Nullgradgrenze stieg bis am Abend auf 3000 m (Abbildung 2) und auf 2000 m war es +7 °C im Westen und Süden und +5 °C im Osten. Trotz diesem markanten Temperaturanstieg blieb der Schnee noch meist pulvrig. Ein Faktor, der dies begünstigt hat, war die trockene Luft (Abbildung 3).

Am Sonntag änderte dies: Feuchte Luft erreichte aus Nordosten die Alpen. Im Norden war es am Vormittag meist stark bewölkt, und am zentralen und östlichen Alpennordhang sowie in Nordbünden fiel wenig Niederschlag. Die Schneefallgrenze lag bei 2000 bis 2500 m. Am Nachmittag gab es Aufhellungen. Im Westen war es teils, im Wallis und am Alpensüdhang meist sonnig.

 

Mit dem Regen im Nordosten, der hohen Luftfeuchtigkeit (Abbildung 3) und vielerorts einer durch dünne Wolken begünstigten diffusen Strahlung wurde der Pulverschnee am Sonntag dann rasch in feuchten Schnee umgewandelt. Dies geschah bis in hohe Lagen und so wurde am Sonntag von klebrigen, mühsamen Schneeverhältnissen berichtet.

 

Am Montag war es im Osten erst noch bedeckt, am Morgen fiel noch wenig Niederschlag (Schneefallgrenze bei 2100 m). In der Folge wurde es, wie bereits in den übrigen Gebieten sonnig.

Die Lawinengefahr ging in den meisten Gebieten bis am Montag auf Stufe 1 (gering) zurück. Zwar wurde vor allem in der Höhe mit dem oft starken, teils sogar stürmischen West- bis Nordwestwind immer wieder Schnee verfrachtet. Die Triebschneeansammlungen waren aber klein und meist auch nicht einfach auslösbar.

In den inneralpinen Gebieten Graubündens wurden weiterhin Zeichen für schwache Schichten im Altschnee beobachtet. So gab es immer wieder Meldungen von Wummgeräuschen oder tiefem Einsinken ohne Ski in den Altschnee. Lawinen wurden aber keine gemeldet.

Vor allem am Sonntag und Montag gingen mit den milden Temperaturen vor allem in Lagen unter 2400 m einige Nass- und Gleitschneelawinen ab. Vereinzelt gab es auch Lawinenauslösungen durch Personen (Abbildung 4).

 

Dienstag, 25. bis Donnerstag 27.02.: Schnee im Norden teils bis in tiefe Lagen, Anstieg der Lawinengefahr

Am Dienstag war es meist stark bewölkt. Im Tagesverlauf setzte im Westen Niederschlag ein. Die Schneefallgrenze lag bei rund 1200 m. Am Mittwoch schneite es im Norden anhaltend, im Osten schauerartig mit Aufhellungen. Die Schneefallgrenze sank bis in tiefe Lagen (Abbildung 5). Im Süden war es meist trocken und recht sonnig. Am Donnerstag war es im Osten am Morgen noch teils sonnig, dann setzten aus Westen rasch die nächsten Schneefälle ein. Vom Dienstagmittag bis Donnerstagmorgen fielen oberhalb von rund 1500 m im Norden verbreitet 30 bis 40 cm, gebietsweise bis 60 cm Schnee (Abbildung 5). Die Lawinengefahr stieg im Westen und Norden verbreitet auf Stufe 3 (erheblich) an. Die Hauptgefahr ging von Schwachschichten im Neu- und Triebschnee aus. Am Donnerstag konnten durch Sprengungen meist kleine und mittlere, vereinzelt aber auch grosse Lawinen ausgelöst werden.

 

Schneelage

Obwohl in dieser Woche Schnee fiel, lagen die Schneehöhen am Donnerstagmorgen auf den langjährigen SLF-Messfeldern verbreitet unter dem langjährigen Durchschnitt (Karte Schneehöhe im Vergleich zum langjährigen Mittel). Nach langer Zeit ohne Schnee, wurde es aber an vielen Orten auch in tiefen Lagen unter 1000 m im Norden mal wieder weiss (Bildstrecke 6).

 
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Abb. 6/1: Webcam oberhalb von Schwyz, SZ auf rund 750. Spuren von Schnee lagen am 27.02. bis zum Vierwalstättersee, 434 m.
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Abb. 6/2: Ein Hauch von Winter beim Stockalperpalast in Brig, VS auf 690 m (Webcam Brig, 27.02.2020).
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Abb. 6/3: Weiss war es auch im Basler Jura auf 550 m (Webcam Häfelfingen, BL, 27.02.2020).
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Abb. 6/4: In Schwanden, GL auf 700 m war es sogar richtig winterlich (Webcam Schwanden, 27.02.2020).
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Abb. 6/5: Im Tessin hingegen kam Frau Holle nicht vorbei (Webcam Lopagno, nördlich von Lugano, 630 m, TI, 27.02.2020).
 

Unfälle

Lawinenunfälle ereigneten sich in dieser Berichtsperiode keine. Am Sonntag gab es unterhalb der Gummfluh (Gemeinde Rougemont, VD) eine Suchaktion, weil im Bereich einer Nassschneelawine verschiedene Spuren vorhanden waren, die nicht zugeordnet werden konnten. Die Suche verlief aber negativ.

 

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Gefahrenentwicklung

Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.

 

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