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Wochenbericht 21. - 27. Dezember 2018

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Auf verbreitet grosse Lawinengefahr (Stufe 4) folgten (Weihnachts)Tage mit traumhaften Schneesportbedingungen in den Bergen

Diese Wochenberichtsperiode begann mit zwei Niederschlagsereignissen mit meist hoher Schneefallgrenze. Das zweite Ereignis bescherte dem Heiligabend verbreitet grosse Lawinengefahr (Stufe 4). Dann folgten in den Bergen sonnige und zunehmend milde Tage mit abnehmender Lawinengefahr und traumhaften Schneesportbedingungen in den Bergen.

 
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Grosse Lawinengefahr (Stufe 4) bedeutet in vielen Fällen sehr grosse Lawinen, die bis in Tallagen vorstossen und exponierte Teile von Verkehrswegen gefährden können. Aus diesem Grund werden Strassen vorsorglich geschlossen, wie zum Beispiel hier vor dem „Luegelti“-Lawinenzug bei Zermatt (Foto: B. Jelk, 24.12.2018).
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Am Samstag, 22.12. entstanden im Tessin durch die stürmischen Nordwestwinde grosse Schneefahnen, wie hier zu sehen auf dem Weg vom Val Mesolcina (Mesocco, TI) zur 2399 m hohen Bocca de Rogna. Die blaue "Ecke" in der Verlängerung des linken Gipfels ist nicht mit fehlendem Schnee zu erklären, sondern stammt vom Schattenwurf des Berges, welcher das weisse Leuchten des Triebschnees verhindert. Auch bei der Felsstufe in der Bildmitte sind Schneestaubwolken zu erkennen (Foto: G. Valenti).
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Schon vor den grossen Regenfällen war die Schneedecke unterhalb von 2000 m komplett durchfeuchtet. Dadurch gingen vielerorts kleine bis mittleren Gleit- und Nassschneelawinen ab. Viele Fischmäuler sind noch offen. Wann sie wohl als Gleitschneelawinen abgehen? Dass auch Lawinen mit kleinen Volumina grosse Kraft haben können lässt sich bei dieser Aufnahme aus Schweifinen (Zermatt, VS) erahnen, wo die abgeglittenen Schneemassen weit über die steilen Felswände abstürzen. Im Sommer führt der Klettersteig Zermatt - Schweifinen durch diese Wände (Foto: B. Jelk, 23.12.2018).
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Diese mittelgrosse Ablagerung einer Gleitschneelawine wurde am Weihnachtstag in der Nähe der Skilifte von Col des Mosses (VD) auf einer Höhe von etwa 1850 m festgehalten. Die Knollen im rechten Ablagerungsbereich und die verformten Schollen auf der linken Seite deuten auf feuchten, weichen Schnee hin. Obwohl der Auslaufbereich einiges an Masse aufweist, ist kein klarer Anriss zu erkennen. Wahrscheinlich zieht sich dieser ziemlich genau dem nach rechts ansteigenden Rücken entlang, wo die Schneedecke nur dünn ist (Foto: unbekannt, 25.12.2018).
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Faszination Schnee: Bei den richtigen (relativ warmen) Bedingungen kann er sich ausgesprochen plastisch verhalten und sich „verbiegen“. Mit Schneefall und Wind wurde an dieser Strassenlaterne Schnee abgelagert. Später gleitete er daran etwas nach unten, war aber stellenweise noch angefroren, was zu Faltenbildung führte. Im oberen Teil war das Schneeband ebenfalls angefroren, weshalb es riss und eine Lücke entstand (Foto: H. Tönz, 25.12.2018).
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Ebenfalls in der Gemeinde Vals, nämlich am Südosthang des 2874 m hohen Piz Serenastga wurde diese grossflächige Lawine aufgenommen. Sie löste sich am Weihnachtstag spontan nach intensiver Triebschneebildung. Bei genauer Betrachtung lässt sich die Anrisskante von der im Schatten liegenden Rinne am rechten Bildrand bis in den letzten Schneehang im linken Bildbereich verfolgen. Interessant ist auch der Höhenunterschied, den die Anrisslinie auf ihrer gesamten Länge abdeckt: In ihrer Mitte erreicht sie gar das zweitoberste Felsband (Foto: H. Tönz, 25.12.2018).
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Die vorangegangenen, stürmischen Tage sorgten aber nicht nur für Schneebrettlawinen und grosse Schneefahnen, sondern konnten im Kleinen schöne Erosionsmuster in die Schneeoberfläche zeichnen, so wie hier auf dem Chörbsch Horn (Davos, GR). Auch in dieser Region wurden viele kleine und mittlere spontane Lawinenabgänge beobachtet (2650 m, Foto: SLF/K. Winkler, 25.12.2018).
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Sehr grosse Lawinen nach einer erfolgreichen Sprengung oberhalb von Belalp (Naters, VS). Es handelt sich um die bekannte "Gratlawine", welche bei einer Sprengung gleich an mehreren Stellen auf knapp 2600 m abging und bis ins 2000 m hoch liegende Tal donnerte. Die Lawinenverbauungen rechts und links unterhalb des höchsten Punktes am Grat geben einen Eindruck von den Dimensionen dieses Lawinenzugs. Im Ablagerungsgebiet im Bildvordergrund stiess eine Zunge des Lawinenkegels im nassen Schnee besonders weit vor und wurde abgelenkt. Dies ist auf nicht gut sichtbare Geländeformen zurückzuführen oder auf einen bereits vorhanden, älteren Lawinenkegel. Die Lawinen im Hintergrund sind älter als diejenige im Vordergrund (Foto: P. Schwitter, 25.12.2018).
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Nahaufnahme der erwähnten Lawinenverbauungen. Diese verhindern eine weitere Ausbreitung des Risses gegen rechts. Imposant ist auch die Anrissmächtigkeit, die mit teilweise mehr als 150 cm fast bis auf den Boden reicht, wie die vielen freigelegten Steine erkennen lassen (Foto: P. Schwitter, 25.12.2018).
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Noch eine Nahaufnahme derselben Lawine, diesmal von der bereits erwähnten "abgelenkten" Zunge. Der im Anrissgebiet trockene Schnee ist in nassen Schnee vorgestossen und hat diesen zur Seite gestossen. Nasser Schnee lässt sich an den Wasserrillen an der Schneeoberfläche neben dem Lawinenkegel erkennen. Typisch für nassen Schnee ist die Gleitfläche „ausgestrichen“, der hier liegende Lawinenschnee scheint aber noch trocken (Foto: P. Schwitter, 25.12.2018).
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Sicht von Gafia (Luzein, GR) an die Nordwesthänge des 2825 m hohen Madrisahorns. Am schattigen Hang lassen sich zahlreiche, hell hervortretende Anrisskanten von Schneebrettlawinen erkennen. Diese sind wohl alle in den Triebschneeansammlungen des vergangen, stürmischen Westwindes angerissen und nicht besonders mächtig (Foto: T. Zaugg, 25.12.2018).
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Der Blick am Stephanstag ins Val Piana (Bedretto, TI) und an den Poncione Val Piana (2659 m) zeigt, dass auch das Tessin nicht von Schneebrettlawinen verschont geblieben ist. Die rechts ins Bild kommende Aufstiegsspur lässt sich auch hinter den beiden Lawinenkegeln noch weiterverfolgen. (Foto: M. Cotti, 26.12.2018).
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Glücklicher Ausgang unter dem Isenfürggli (2765 m), dem Übergang vom Vereina- ins Flüelatal: Ein Tourengänger einer Dreiergruppe löste eine mittlere Schneebrettlawine aus und wurde ein Stück weit mitgerissen. Es handelt sich um einen Südhang auf knapp 2800 m Höhe (Foto: SLF/M. Gerber, 26.12.2018).
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Grossflächige Schneebrettlawinen an den Osthängen der 2850 m hohen Tita (Tête) Séri (2850 m). Das Bild wurde am Donnerstag, 27.12., aufgenommen, die Lawinen haben sich aber bereits zwischen Sonntagabend und Heiligabend im schwachen, aufbauend umgewandelten Altschnee gelöst und sind bis in die Ebene Euloi (Leytron, VS) abgegangen. Bei genauer Betrachtung sind Anrisse in verschiedenen Schichten sichtbar: In Kammnähe ist die Lawine fast bis auf den Boden durchgerissen, während sich etwas weiter rechts, unterhalb des markanten Felsblockes, eine zweite Anrisskante in einer höheren Schneeschicht noch weiter zieht. Die gesamte Lawine hat sich in zwei Arme geteilt. Der grössere ist im Bild rechts direkt in die Ebene abgestürzt, während ein kleinerer Teil gegen links abgelenkt wurde und erst ein Mulde später Richtung Euloi weiterfloss. Die Bahn der grossen Lawine erstreckt sich über einen Höhenunterschied von mehr als 500 m. Ganz links im Bild sind noch zwei ältere, eingeschneite Schneebrettlawinen erkennbar (Foto: C. Gaylord).
 

Wetter

Freitag, 21.12. und Samstag, 22.12.: Meist viele Wolken und etwas Niederschlag

Am Freitag und Samstag war es nur im Süden recht sonnig, sonst stark bewölkt und besonders in der Nacht zum Samstag schneite es zum Teil intensiv, tagsüber schauerartig. Die Schneefallgrenze kletterte auf 2000 bis 2400 m.  Darüber fielen die in Abbildung 1 dargestellten Neuschneemengen. Im westlichsten Unterwallis, am nördlichen Alpenkamm im Wallis und im Berner Oberland sowie von den Glarner Alpen bis ins Alpsteingebiet fielen 20 bis 40 cm, in den betreffenden Gebieten des Westens zum Teil bis 50 cm, sonst am Alpennordhang und im Wallis 10 bis 20 cm, in Graubünden und im Tessin weniger. Ganz im Süden blieb es trocken. Der Wind blies stark bis stürmisch aus Westen.

 

Sonntag, 23.12. und Heiligabend, 24.12.: kurze, aber stürmische und intensive Niederschlagsperiode

Die Niederschläge setzten um den Sonntagmittag im Norden ein. In der Nacht fiel intensiver und ergiebiger Niederschlag. Am Nachmittag des Heiligabends endeten die Niederschläge rasch von Ost nach West und in der Höhe wurde es zum Teil sonnig. Die Schneefallgrenze stieg am Sonntagnachmittag rasch auf 2200 bis 2400 m und sank erst gegen das Ende der Niederschläge wieder auf etwa 1300 m ab. Auf 2500 m fielen in rund 24 Stunden die in Abbildung 2 dargestellten Neuschneemengen. In den Glarner, St. Galler und Liechtensteiner Alpen fielen 60 bis 80 cm, sonst am Nördlichen Alpenkamm, im Wallis, in Nordbünden, den nördlichen Teilen Mittelbündens und im Unterengadin 40 bis 60 cm, weiter südlich weniger. In noch höheren Lagen waren die Neuschneemengen noch etwas grösser. Unterhalb von 2000 m fielen zum Niederschlagsende mit absinkender Schneefallgrenze rund 20 cm Schnee im Norden und rund 30 cm im Gotthardgebiet und in Teilen Graubündens.

Der Wind blies in der Nacht stark bis stürmisch aus Westen. Am Morgen drehte er auf Nord und flaute in der Folge ab. Nur im Süden blies er auch am Nachmittag noch stark.

 

Weihnachten, 25.12. bis Donnerstag, 27.12.: Sonnig und mild

Über die Weihnachtstage war es in den Bergen sonnig und am Stephanstag und Donnerstag mild mit einer Nullgradgrenze bei 3000 m. Am Donnerstag zogen allerdings aus Norden zunehmend hohe Wolken auf. Der Nordwind blies an Weihnachten am zentralen und östlichen Alpenhauptkamm sowie am Nördlichen Alpenkamm in der Höhe zum Teil noch stark, in den übrigen Gebieten und am Stephanstag und Donnerstag meist schwach.

 

Schneedecke und Lawinensituation

Mit Niederschlägen vor und Sonne über die Weihnachtstage herrschten in hohen Lagen traumhafte Schneesportbedingungen. Die Lawinengefahr verlangte aber verbreitet nach Vorsicht und zunächst auch nach Zurückhaltung.

Als Voraussetzung für die weitere Entwicklung der Lawinengefahr waren anfangs dieser Wochenberichtsperiode folgende Faktoren wesentlich:

  • Den bereits in den zwei vorangehenden Wochenberichten (01.-13. Dezember, 14.-20.  Dezember) diskutierten schwächeren Altschneeschichten wurde nur noch eine lokale Bedeutung zugemessen. Im Hinblick auf die zu erwartenden, grossen Neuschneemengen war aber denkbar, dass diese noch einmal an Bedeutung gewinnen können. Dies besonders in den inneralpinen Gebieten des Wallis und Graubündens.
  • Oberflächennahe Schneeschichten waren entweder vom Wind geprägt und der Triebschnee leicht auslösbar (vgl. Wochenbericht 14.-20.  Dezember) oder aber aufbauend umgewandelt und locker. Damit waren sie durch den starken Wind verfrachtbar und gleichzeitig eine schwache Grundlage für abgelagerten Neu- und Triebschnee.
  • Oberhalb von 2000 m lag verbreitet mehr Schnee als sonst um diese Jahreszeit üblich, unterhalb von 2000 m verbreitet weniger. Zudem war die Schneedecke unterhalb von 2000 m vor allem im Norden feucht.
  • Die erwarteten, zum Teil grossen Niederschlagsmengen mit meist hoher Schneefallgrenze und der stürmische (West-)Wind.
 

Freitag, 21.12. bis Sonntag, 23.12.

War die Lawinengefahr für den Donnerstag, 20.12. noch mehrheitlich günstig mit verbreitet mässiger Lawinengefahr (Stufe 2), so stieg sie im Verlaufe des Freitags zunächst im Westen, bis am Samstagabend dann auch in den anderen Gebieten mit Neuschnee und Wind auf die Stufe 3 (erheblich) an. Aus den Hauptniederschlagsgebieten im westlichsten Unterwallis und am Nördlichen Alpenkamm im Wallis, im Waadtland und im Berner Oberland wurden vom Samstag viele spontane Lawinen gemeldet. Die meisten davon waren klein oder mittel (Grösse 1 oder 2), einige auch gross (Grösse 3). Die meisten rissen in den Höhenlagen an, in denen es geregnet hatte oder der Schnee nass gefallen war, also unterhalb von etwa 2400 m. Einige rissen auch in höheren Lagen an und stiessen weiter unten in den nassen Schnee. Sie umfassten den Neu- und Triebschnee und waren teilweise grossflächig (vgl. Abb. 3).

 

Die spontane Lawinenaktivität war in diesen Gebieten etwas höher als erwartet, die  Grösse der Lawinen entsprach jedoch der Prognose.

Etwas anders präsentierte sich die Lage „am anderen Ende“ der Gefahrenstufe 3 (erheblich) und gleichzeitig am anderen Ende der Schweizer Alpen. In Graubünden beschränkte sich die Gefahr nämlich auf anwachsende, leicht auslösbare Triebschneeansammlungen, die von Personen ausgelöst werden konnten (vgl. Abb. 4). Je nach Einfluss des Windes stieg dort  die Gefahr regional unterschiedlich schnell auf die Stufe 3 an. Gebietsweise war die Stufe am Samstagabend, 22.12. erreicht, gebietsweise noch nicht einmal am Sonntagabend, 23.12.

 

Heiligabend, 24.12. bis Donnerstag, 27.12.

Die kurze, aber intensive Niederschlags- und Sturmphase vom Sonntag, 23.12. auf Heiligabend führte in der Nacht dann nochmals zu einem verbreitet markanten Anstieg der Lawinengefahr. Entlang des Nördlichen Alpenkammes, in Teilen des südlichen Wallis und von Nordbünden bis ins Samnaun wurde die Gefahrenstufe 4 erreicht. Zahlreiche mittlere und grosse, zum Teil aber auch sehr grosse Lawinen gingen spontan ab oder wurden künstlich ausgelöst (Abb. 5 und 6). Aufgrund der erneut sehr hohen Schneefallgrenze lagen die Gefahrenstellen für trockene Lawinen oberhalb von rund 2400 m. Lawinen konnten aus hoch gelegenen Einzugsgebieten anbrechen und weiter unten den nassen Schnee mitreissen und bis in Tallagen vorstossen (vgl. Abb. 7).

 
 
 

Am Mittwoch, 26.12. und Donnerstag, 27.12. nahm die Lawinengefahr ab, Personen konnten aber vor allem am Mittwoch noch leicht Lawinen auslösen. Besonders im Wallis und in den inneralpinen Gebieten Graubündens deuteten Lawinenauslösungen vom Dienstag und Mittwoch darauf hin, dass oberhalb von 2400 m Schwachschichten im mittleren Teil der Schneedecke stellenweise noch auslösbar waren. Dort waren gefährlich grosse Lawinen möglich (vgl. Abbildung 8).

 

Die eingangs beschriebenen Altschneeschichten in diesen Gebieten blieben also weiterhin für die Beurteilung der Lawinengefahr relevant. Unterhalb von rund 2200 m lag vielerorts etwas lockerer Schnee auf einer meist gut verfestigten Schneedeckenbasis. Weiterhin lag oberhalb von 2000 m verbreitet mehr Schnee als sonst um diese Jahreszeit üblich, unterhalb von 2000 m verbreitet weniger.

 

Lawinenunfälle

In dieser Wochenberichtsperiode wurden zwar etliche Personen von selber ausgelösten Lawinen mitgerissen, glücklicherweise blieben aber alle Zwischenfälle ohne gravierende Folgen:

Am 22.12. löste eine Person an der Poncione di Tremorgio (Prato, TI) an einem Südhang auf 2600 m eine kleine Schneebrettlawine aus und wurde mitgerissen, blieb aber unverletzt.

Ebenfalls am 22.12. löste eine Person in der Nähe des Passo di Cristallina (Bedretto, TI) an einem Nordhang auf rund 2600 m eine mittlere Schneebrettlawine aus und wurde teilverschüttet, blieb aber unverletzt.

Am 24.12. wurde die Bahnlinie der Matterhorn-Gotthardbahn am Oberalppass von einer Lawine verschüttet und der Bahnverkehr unterbrochen.

Am 25.12. löste eine Person in der Abfahrt an einem Südhang auf rund 2200 m im Skigebiet Bellwald (VS)  eine Schneebrettlawine aus, wurde erfasst und teilverschüttet, blieb aber unverletzt. Weil die Lawine über einige Meter eine geöffnete Skipiste verschüttete, wurde eine Sicherheitssuche durchgeführt. Es war keine weitere Person verschüttet.

Ebenfalls am 25.12. löste eine Person im Bereich Höhtälli (Zermatt, VS) an einem Nordhang auf rund 2500 m in der Abfahrt eine mittlere Schneebrettlawine aus und wurde mitgerissen. Sie war ganz verschüttet, konnte aber von den Kameraden aus dem Schnee befreit werden und war unverletzt. Die Lawine brach bis in eine tiefere Altschneeschicht.

Am Roc d’Orzival löste eine Person auf rund 2700 m an einem Nordosthang eine grosse Schneebrettlawine  aus und wurde 200 m mitgerissen, wurde aber nicht verschüttet und blieb unverletzt. Auch diese Lawine brach bis in bodennahe Altschneeschichten durch.

Am Vilan (Seewis im Prättigau, GR) wurde am 26.12. an einem Südhang auf rund 2200 m eine „ziemlich grosse Lawine mit Staub“ beobachtet. Die aufgebotene REGA führte einen Erkundungsflug durch, konnte aber im Bereich der Lawine keine Spuren erkennen, worauf die Rettungsaktion abgebrochen werden konnte.

Am Isenfürggli (Davos, GR) wurde am 26.12. an einem Südosthang auf knapp 2800 m durch eine Person eine mittlere Schneebrettlawine ausgelöst. Die Person wurde ein paar Meter mitgerissen, aber nicht verschüttet.

Am 26.12. wurde am Ritzengrat (Zermatt, VS) auf rund 2700 m an einem Nordosthang eine grosse Schneebrettlawine ausgelöst und erfasste fünf  Personen. Vier davon hatten den Lawinenairbag gezogen und waren teilverschüttet. Eine Person war (ohne ausgelösten Airbag) ganz verschüttet, konnte aber zum Glück von den Kameraden unverletzt befreit werden. Die Lawine brach bis in bodennahe Altschneeschichten durch.

Am 27.12. löste eine Person in der Abfahrt vom Gfroren Horn (Davos, GR) in einem Nordhang auf rund 2700 m eine Schneebrettlawine aus und wurde mitgerissen.

 

 

 

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Gefahrenentwicklung

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