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Wochenbericht 01. - 30. September 2019

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Erste Wintereinbrüche aber auch sonnige Spätsommertage

Die sommerliche Ausaperung der Gletscher nahm anfangs September mit einem markanten Wintereinbruch ein Ende. Im Hochgebirge fiel verbreitet rund ein halber Meter Schnee. In der Monatsmitte zeigte sich dann der September von seiner sonnigen Seite, bevor zum Monatsende vor allem in hohen Lagen und im Hochgebirge nochmals etwas Schnee fiel.

 
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Wenig Schnee und im Hochgebirge schon Blankeisstellen. So war die Situation anfangs September, wie hier im Berninagebiet, GR. Piz Bernina, 4049 m mit Biancograt (links) und Piz Scerscen, 3971 m (rechts) (Foto: SLF/C. Hänni, 01.09.2019).
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Mit den Schneefällen anfangs September änderte sich das Bild. In hohen und teilweise sogar in mittleren Lagen wurde es weiss, wie hier auf dem Epic Trail vom Jakobshorn ins Sertig, Davos, GR (Foto: B. Hutter, 06.09.2019).
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Oder auch hier auf dem Säntis, 2502 m (Foto: P. Diener, 06.09.2019).
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Angezuckert wurden auch mittlere Lagen, wie hier in Sedrun, GR, 1410 m, wobei hier die Schneebedeckung nur von sehr kurzer Dauer war (Foto: N. Levy, 06.09.2019).
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Etwas länger dürfte der Schnee hier auf dem Sustenpass, 2259 m, BE/UR gehalten haben (Quelle: Webcam, 06.09.2019).
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Schnee lag auch in der Sonnenstube der Schweiz, wie hier am Campo Tencia, TI. Blick vom Gipfelaufstieg auf den See auf 2642 m. Die Schneegrenze lag auf rund 1700 m (Foto: G. Valenti, 07.09.2019).
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Mystische Stimmung im Oberengadin nach den Schneefällen von anfangs September. Blick von St. Moritz Bad auf den St. Moritzersee, 1768 m, GR (Foto: SLF/L. Dürr, 07.09.2019).
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Der schwere Schnee machte vor allem den Laubbäumen zu schaffen. St. Moritz, GR (Foto: SLF/L. Dürr, 07.09.2019).
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Messfeld bereit – der Schnee kann kommen! Gewarnt durch den ersten Schnee anfangs Monat machte der SLF-Beobachter auf dem Egginer, Saas Fee, VS sein Messfeld bereit. Was bringt wohl der kommende Winter auf 2645 m (Foto: P. Schneiter, 11.09.2019)?
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Schneereste von Lawinenabgängen des Winters 2018/19 im Ducantal, Davos, GR (Foto: R. Meister, 21.09.2019).
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Ein Hauch von Winter am 24.09. auf dem Messfeld Weissfluhjoch, Davos, GR auf 2540 m (Quelle: SLF-Webcam, 24.09.2019).
 

Wetter und Schnee

Warm – kalt – warm – kalt, der September war ein Wechselbad der Temperatur-Gefühle. Am markantesten aus «schneetechnischer» Sicht war der Wintereinbruch vom Freitag, 06. bis Montag, 09. September, wo teilweise Schnee bis auf 1400 m fiel. Am meisten Sonne gab es zur Monatsmitte vom Dienstag, 10. bis Montag, 16. September mit einer Nullgradgrenze, die lange über 4000 m lag. Auf 3000 m wurde es tagsüber teils über 10 Grad warm (vgl. Abbildung 1).  Zum Monatsende gab es nochmals etwas Schnee bis zur Waldgrenze und als versöhnlicher Abschluss des Septembers zwei sonnige Herbsttage.

 

Sonntag, 01.09. bis Mittwoch, 04.09.

Der September begann im Norden trüb. Ein Kaltfrontdurchzug am Sonntagnachmittag, 01.09. liess im Norden die Schneefallgrenze auf rund 3000 m sinken. Bis am Montagmittag, 02.09. fielen am Alpennordhang sowie in Nord- und Mittelbünden 25 bis 40 mm Niederschlag. Mit der hohen Schneefallgrenze blieb aber auch im Hochgebirge nur wenig Schnee liegen. Der Süden genoss im Schutz der Alpen freundliches und teils sonniges Wetter.

Am Dienstag, 03. und Mittwoch, 04.09. war es sonnig und mild, die Nullgradgrenze stieg auf über 4000 m.

Donnerstag, 05.09. bis Sonntag, 08.09.

Am Donnerstag, 05.09. änderte sich dies markant. Vom Gotthardgebiet bis zum Alpstein setzten im Tagesverlauf Niederschläge ein. Die Schneefallgrenze lag am Mittag auf rund 2700 m. Am Freitag, 06.09. fiel der Niederschlag vor allem am Alpensüdhang, aber auch nach Norden übergreifend am Alpenhauptkamm sowie von der Zentralschweiz über die Glarner Alpen bis nach Mittelbünden und ins Unterengadin. Am meisten Schnee fiel im Gotthardgebiet und am zentralen Alpensüdhang mit 50 bis 80 cm oberhalb von rund 2500 m. Die Schneefallgrenze sank in der Nacht auf den 06.09. vor allem am zentralen Alpenhauptkamm in mittlere Lagen, vereinzelt sogar bis auf 1400 m (vgl. Abbildung 2). Kurzzeitig war sogar die A13 wegen Schnee gesperrt. In den übrigen Gebieten lag die Schneefallgrenze meist bei 2000 bis 2300 m.

 

Am Samstag, 07.09. blieb es meist trüb. Am zentralen und östlichen Alpennordhang und in Nordbünden fielen im Hochgebirge 5 bis 15 cm Schnee, wobei die Schneefallgrenze bei 2000 bis 2500 m lag. Am Sonntag, 08.09. fielen dann oberhalb von rund 2000 m am nördlichen Alpenkamm vom Berner Oberland bis in die Glarner Alpen, sowie in Graubünden 15 bis 30 cm, im Engadin und in den angrenzenden Gebieten bis 40 cm. Die Schneefallgrenze lag meist unter 2000 m, zeitweise deutlich tiefer. In der Höhe blies zeitweise mässiger Nordwind.

In der Summe fielen vom 06. bis 09.09. in einem Streifen vom Tessin über das Gotthardgebiet bis in die Glarner Alpen nach Liechtenstein 60 bis 80 cm, lokal auch mehr. In Graubünden waren es 40 bis 60 cm, gegen Westen hin weniger (vgl. Abbildung 3). Diese Schneemengen wurden nur im Hochgebirge erreicht. In hohen Lagen (2000 bis 3000 m) wurde es zwar auch weiss, aber die Schneemengen waren geringer.

 

 

 

Montag, 09.09. bis Montag, 16.09.

Am Montag, 09.09. wurde es aus Westen zunehmend sonnig und das blieb es mehrheitlich auch bis am Montag, 16.09. Die Nullgradgrenze stieg rasch auf über 4000 m und somit herrschte mildes Spätsommerwetter (Abbildung 4).

 

Dienstag, 17.09 bis Sonntag, 22.09.

Ab dem Dienstag, 17.09. kühlte es ab und es war zeitweise bedeckt, besonders am 17.09. im Nordosten, am 20.09. im Süden und am 22.09 im Süden und im Engadin. Insgesamt überwog aber der sonnige Wettercharakter auch in diesen Tagen.

Sonntag, 22.09. bis Montag, 30.09.

Zum Monatsende zeigte sich der Herbst dann von seiner wechselhaften Seite. Vom 22. bis 26.09. fiel immer wieder Niederschlag, am Sonntag, 22.9. im Westen, am Montag, 23.09. vor allem in Graubünden und am 25.09. nochmals im Westen (vgl. Abbildung 5). Die Schneefallgrenze schwankte dabei zwischen 2300 und 3000 m. Im Hochgebirge im Berner Oberland und in Graubünden fielen insgesamt in Summe rund 15 bis 30 cm Schnee. Vom Freitag, 27. bis Montag, 30.09. überwog dann aber nochmals das freundliche Herbstwetter und es war mehrheitlich sonnig und trocken.

 
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Abb. 5_1: 1-Tages Neuschneesumme am Morgen des 23.09., berechnet aus Radar- und Stationsdaten mit INCA (integrated nowcasting through comprehensive analysis) durch MeteoSchweiz. Im Berner Oberland fielen im Hochgebirge rund 10 bis 30 cm Schnee.
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Abb. 5_2: 1-Tages Neuschneesumme am Morgen des 24.09., berechnet aus Radar- und Stationsdaten mit INCA (integrated nowcasting through comprehensive analysis) durch MeteoSchweiz. In Graubünden, insbesondere im Engadin und in den angrenzenden Gebieten fielen oberhalb von rund 2500 m 10 bis 20 cm Schnee.
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Abb. 5_3: Am Morgen des 25.09. wurde kaum Schnee registriert.
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Abb. 5_4: 1-Tages Neuschneesumme am Morgen des 26.09., berechnet aus Radar- und Stationsdaten mit INCA (integrated nowcasting through comprehensive analysis) durch MeteoSchweiz. Im Berner Oberland fielen weitere 5 bis 10 cm Schnee.
 

Lawinen

Mit dem Schneefall Anfangs Monat wurden einige feuchte Rutsche aus steilen Gras- und Felsflanken gemeldet. Am Samstag, 07.09. meldete zudem ein Beobachter eine Auslösung einer kleinen Schneebrettlawine bei der Traversierung des Breithorns (Zermatt, VS). Ansonsten wurden im September kaum Lawinen gemeldet (Abbildung 6).

 

Schneelage Ende September

Schnee lag Ende September nur noch im Hochgebirge und dort auch nur an den Nordhängen (vgl. Abbildung 7).

 

Lawinenbulletin

Am 05.09. und 07.09. wurde ein Lawinenbulletin publiziert. Das Bulletin vom 05.09. erreichte gemäss Push-Nachrichten der White-Risk App innert Kürze 14'000 Aufrufe, was doch auf ein gewisses Interesse an den Sommerbulletins hindeutet.

Im Sommer und im Herbst publiziert das SLF nur bei grossen Schneefällen Lawinenbulletins. Auch wenn das SLF kein Lawinenbulletin publiziert, sollte die Lawinensituation auch im Herbst beachtet werden. Sie können sich via Push-Alert, SMS oder RSS-Feed über die Herausgabe eines Bulletins informieren lassen.

Der nächste Monatsbericht erscheint anfangs November.

 

 

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