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Wochenbericht 20. April-26. April 2018

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Typische Frühjahrssituation mit Tagesgang der Lawinengefahr

Diese Wochenberichtsperiode war überwiegend sonnig mit meist klaren Nächten. Damit stellte sich eine typische Frühjahrssituation mit einem Tagesgang der Lawinengefahr ein. Gleit- und vor allem auch Nassschneelawinen lösten sich zunehmend auch an Nordhängen. Weil in der Höhe noch viel Schnee liegt, erreichten diese zum Teil beeindruckend grosse Ausmasse.

 
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Im Sertigtal (ca. 1860 m, Davos, GR) leistet der Winter noch tapfer Widerstand (Foto: E. Hafner, 22.04.2018).
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Am Freitagabend, 20.04. ist beim Spi da Baselgia (ca. 2900m, Zernez, GR) eine nasse Schneebrettlawine abgegangen… (Foto: W. Abderhalden).
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… und im Lawinenzug Val Gondas bis ins Tal vorgestossen (Foto: F. Guler, 20.04.2018).
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Im sehr steilen Westhang der Becs Noirs (ca. 2530m, Bourg-Saint-Pierre, VS) ist am Freitagabend, 20.04. eine Nassschneelawine spontan abgegangen (Foto : E. Berclaz).
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Streckenweise erwartete die Skitourenfahrer im Val Nuna eine holprige Abfahrt (ca. 2100 m, Scuol, GR). Sie mussten einen beachtlich grossen, älteren Lawinenkegel überqueren (Foto: F. Guler, 21.04.2018).
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Am Samstag, 21.04. wurde am Nordwesthang des Winterhorns (ca. 2000m, Hospental, UR) eine Nassschneelawine gesprengt (vgl. Abb. 5 (Video) im Text). Sie ist in der Nähe von Zumdorf bis ins Tal vorgestossen und hat sowohl die Strasse auf einer Strecke von ca. 700 m verschüttet als auch die Furkareuss umgeleitet (Foto: H.M. Henny).
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Zwei Birk(streit)hähne am Stätzerhorn (2575m, Vaz/Obervaz, GR; Foto: SLF/Th. Stucki, 21.04.2018).
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Gleit- und Lockerschneelawinen plus eine Dachlawine am Westhang beim Ochsenälpli (1918 m, Churwalden, GR; Foto: SLF/ Th. Stucki, 21.04.2018).
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Vom Stätzerhorn (2574 m, Vaz/Obervaz, GR) aus gab es am Samstag, 21.04. am Westhang südlich des Gredigs Fürggli (ca. 2550m, Vaz/Obervaz, GR) diverse nasse Schneebrett- und Lockerschneelawinen zu bestaunen. Die grössere Nassschneelawine rechts im Bild ging am Donnerstag, 19.04. zwischen 17:30 und 17:40 ab, die mittlere zwischen 19:20 und 19:30, ebenso diejenige ganz links im Bild (Foto: SLF/Th. Stucki).
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… und am Nordwesthang des Piz Naira (ca. 2570 m, Lantsch/Lenz, GR) gingen Lawinen ab – am Freitag, 20.04. zwischen 18:10 und 18:20 (Foto: SLF/ Th. Stucki, 21.04.2018).
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Wer findet den Bagger? - Er wirkt verschwindend klein bei den Aufräumarbeiten im Lawinenzug Vallanzun. An diesem Osthang bei Zernez (GR) haben zwei spontane Schneerettlawinen am 4. und 22. Januar beträchtlichen Waldschaden angerichtet (Foto: W. Abderhalden, 26.04.2018).
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Schneeprofil der anderen Art – Die Strassenräumung beim Couloir du Salantin in La Balmaz (ca. 700 m, Evionnaz, VS) ermöglichte einen ungewöhnlichen Einblick ins Innere eines Lawinenkegels (Foto: J.L. Lugon, 25.04.2018).
 

Wetter

 

Freitag, 20.04. bis Sonntag, 22.04.: Sonnig und sommerlich warm

Das sommerlich warme und sonnige Wetter zum Ende der letzten Wochenberichtsperiode setzte sich am Freitag und am Wochenende fort (vgl. Abb. 2). Entsprechend waren die Nächte klar. Die Nullgradgrenze kletterte tagsüber auf sommerlich typische Werte um 3800 m. Der Wind wehte meist schwach, zeitweise mässig aus südlichen Richtungen.

 

Montag, 23.04.: Etwas Niederschlag im Norden

Die Nacht auf Montag war im Norden teils bedeckt, sonst klar. Tagsüber zogen aus Westen rasch Wolken auf, begleitet von Schauen besonders im Norden.  Bis am Dienstagmorgen fielen im Hochgebirge des Alpennordhangs vom östlichen Berner Oberland bis ins Glarnerland wenige Zentimeter Schnee, lokal in Schauern 10 bis 20 cm (vgl. Abb. 3).

 

Dienstag, 24.04. und Mittwoch, 25.04.: Wieder meist sonnig

Die Nacht auf Dienstag war im Osten noch mehrheitlich bedeckt, sonst klar, die Nacht auf Mittwoch allgemein klar. Tagsüber war es jeweils abgesehen von Quellwolken in allen Gebieten mehrheitlich sonnig (vgl. Abb. 4).

 

Donnerstag, 26.04.: Etwas Niederschlag im Norden

Die Nacht auf Donnerstag war nur am zentralen Alpensüdhang klar, sonst bedeckt. Im Osten fiel wenig Niederschlag. Tagsüber war es im Wallis, am zentralen Alpensüdhang und im Oberengadin recht sonnig. Im Norden blieb es mehrheitlich bedeckt. Im Norden wurde es deutlich kühler. Die Mittagstemperatur lag dort auf 2000 m bei 0 °C, im Süden bei +9 °C.

 

Schneedecke und Lawinengefahr

Mit dem Wechsel von meist klaren Nächten und sonnigen, milden Tagen war die Lawinensituation in dieser Wochenberichtsperiode typisch frühlingshaft mit einem Anstieg der Lawinengefahr im Tagesverlauf, dank Abkühlung auch nach bedeckter Nacht auf Donnerstag. "Tagesverlauf" bedeutete allerdings, dass bis in hohe Lagen die während der Nacht entstandene Kruste an der Schneeoberfläche bereits im Laufe des Vormittages aufweichte und ihre Tragfähigkeit verlor - je nach Exposition, Höhenlage und Hangneigung, aber auch je nach Abstrahlungsverhältnissen in der Nacht etwas früher oder später. Unterhalb von rund 2000 m gefror die Schneeoberfläche aufgrund der hohen Temperaturen kaum.

Die Schneedecke war an steilen Südhängen bis ins Hochgebirge durchfeuchtet. Nordhänge wurden zwischen 2200 m und 2500 m zunehmend durchfeuchtet und damit die Schneedecke in diesen Lagen geschwächt. Im Tagesverlauf gingen Nass- und Gleitschneelawinen ab.

Gleitschneelawinen, aber auch Nassschneelawinen traten zunehmend auch an Nordhängen unterhalb von 2400 bis 2700 m auf. Die Lawinenrückmeldungen deuteten an, dass die Anzahl Lawinen pro Tag eher klein war, einige davon aber aufgrund der verbreitet mächtigen Schneedecke beeindruckend gross wurden (vgl. Abb. 5).

 

Meist wurden die Nassschneelawinen durch oberflächliche, feuchte Lockerschneerutsche ausgelöst. Dies genügte stellenweise, um in einer tieferen Schwachschicht einen Bruch und dessen Fortpflanzung zu erzeugen und damit Schneebrettlawinen auszulösen. Meist rissen die Lawinen bis auf den Boden durch und räumten die ganze Schneedecke aus (vgl. Abb. 6).

 

Einzelne Gefahrenstellen für trockene Lawinen lagen vor allem noch an Nordhängen im Hochgebirge, besonders südlich einer Linie Rhone-Rhein. Die Gefahr ging zuerst noch von älteren, mit den Niederschlägen auf Dienstag, 24.04. dann von kleinen, frischen Triebschneeansammlungen aus.

 

Schneelage am Donnerstag, 26.04.

Am Donnerstag lag auf 2000 m nördlich einer Linie Rhone-Rhein und im nördlichen Tessin noch meist rund 2 m Schnee, in den übrigen Gebieten weniger (vgl. Abb. 7).

 

Die Schneegrenze lag an Nordhängen am Alpennordhang bei 1200 bis 1600 m, sonst bei 1600 bis 1800 m. An Südhängen lag sie rund 500 m höher.

 

Gefahrenentwicklung

Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.

 

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