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Wochenbericht 17.-23. Februar 2017

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Frischer Triebschnee in der Höhe, Abnahme des Altschneeproblems und Regen bis in hohe Lagen

Mit Neuschnee und zweitweise starkem Wind aus westlichen Richtungen stieg die Lawinengefahr im Osten vorübergehend an. Frischer Triebschnee war das Hauptproblem (vgl. Abbildung 1). Nach einem Wochenende mit mehrheitlich günstiger Lawinensituation und verbreitet guten Tourenverhältnissen fiel in der zweiten Berichtshälfte im Norden Regen bis in hohe Lagen (vgl. Abbildung 2). Dadurch wurden viele feuchte Rutsche ausgelöst. Das Altschneeproblem in den inneralpinen Gebieten war nach wie vor vorhanden, die Auslösebereitschaft von Lawinen in tiefen Schichten der Schneedecke nahm aber ab.

 
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Abb. 1: Frische Schneebrettlawine ausgelöst im oberflächennahen Triebschnee. Die Lawine wurde durch einen einzelnen Schneesportler an einem Nordhang auf rund 2100 m am Risetenstock (2289 m, Isenthal, UR) ausgelöst. Dabei wurde ein Hund verschüttet. Dieser konnte sich selbst befreien (Foto: S. Würsch, 20.02.2017).
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Die Hänge um den Lukmanierpass zeigten sich Anfang dieser Berichtsperiode noch immer teils aper, wie hier ein Blick auf die Westflanke des Scopi (3190 m, Medel/Lucmagn, GR) veranschaulichte. Gründe dafür waren einerseits der wenige Schnee, andererseits die am Pass oft starken Winde (Foto: SLF/M. Phillips, 17.02.2017).
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Ein Blick ins Val Trupchun (S-chanf, GR) zeigte noch sehr winterliche Verhältnisse am Beginn dieser Berichtsperiode. Im Bild ersichtlich sind Lawinenablagerungen im Gebiet um die Alp Trupchun. Die Lawinen sind in sehr steilem südwest exponiertem Gelände spontan angerissen (Foto: D. Godly, 17.02.2017).
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Im Gebiet um den Furkapass wurden Gleitschneelawinen beobachtet, wie ein Foto von einem Südosthang auf ca. 2030 m zeigte (Realp, UR; Foto: C. Glanzer, 17.02.2017).
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Diese durch drei Wintersportler ausgelöste Lawine in einem Osthang auf ca. 2040 m an der hinteren Rosswies verdeutlichte, dass die durch Neuschnee und Wind verursachten Triebschneeansammlungen, durchaus störanfällig waren. Verschüttet wurde niemand (Grabs, SG; Foto: P. Kuendig, 18.02.2017).
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Auch im Gebiet um den Vorderen Eggstock (2448 m, Glarus Süd, GL) dokumentierten Tourengeher, diese hinter einem Geländerücken abgegangene Lawine. Sie wurde im Neuschnee bzw. frischen Triebschnee auf ca. 1900 m an einem Nordwesthang ausgelöst. Verschüttet wurde niemand (Foto: M. Hauser, 19.02.2017).
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Ältere Lawinenablagerungen waren am Wochenende trotz des Schneefalls noch deutlich sichtbar, wie hier im hinteren Chüealptal (Davos, GR; Foto: SLF/E. Hafner, 19.02.2017).
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Winterlandschaft. Der Schneefall vom Freitag, 17.02. brachte gute Tourenbedingungen im Gebiet um den Chäserrugg (2260 m, Wildhaus-Alt St. Johann, SG; Foto: P. Diener, 19.02.2017).
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Die Verfrachtung des lockeren Neuschnees, bildete in der Furggel beim Vorder Blistock (2405 m, Glarus Süd, GL) Wächten auf der Leeseite, welche zwar klein aber störanfällig waren (Foto: A. Schmidt, 20.02.2017).
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Auch im Val Bedretto fiel am Dienstag, 21.02. etwas Schnee. Hier ein Foto aus dem Gebiet um den Pizzo Grandinaga (2700 m, Nordwesthang, Bedretto, TI), wo Gebirgsspezialisten der Schweizer Armee unterwegs waren (Foto: T. Niffeler, 21.02.2017).
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Dieser Rutsch ist am Mittwoch, 22.02. von Wintersportlern fernausgelöst worden (2500 m, Osthang, Klosters-Serneus, GR; Foto: SLF/B. Zweifel).
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Le fort vent d'ouest a formé les nuages soufflés (Altocumulus lenticularis) sur le Mont Blanc (4808 m, Vallée de Chamonix-Mont-Blanc, France; photo: J.-L. Lugon, 22.02.2017).
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An der Aiguilles du Tour (3540 m, Trient, VS) verfrachtete der zeitweise stürmische Westwind den wenigen Neuschnee und vermutlich auch lockeren Altschnee. Dies führte zur Bildung von frischen Triebschneeansammlungen (Foto: S. Lugon-Moulin, 23.02.2017).
 

Wetter

Freitag, 17.02.: Schneefall im Norden

Am Freitagmorgen zogen rasch Wolken auf und oberhalb von rund 1200 m setzte Schneefall ein (vgl. Abbildung 3).

 

Im Süden blieb es den ganzen Tag recht sonnig. Während es nachmittags im Westen bereits erste Aufhellungen gab, setzte sich der Schneefall im Osten bis in die Nacht auf Samstag fort (vgl. Abbildung 4). Während dem Schneefall blies im Osten ein mässiger West- bis Nordwestwind.

 

Samstag, 18.02. bis Montag, 20.02.: meist sonnig

Am Samstagmorgen gab es im Osten vor allem unterhalb von rund 1800 m noch Restwolken. Sonst war es sonnig. Am Sonntag herrschte Prachtswetter mit herrlichen Schneeverhältnissen (vgl. Abbildung 5).

 

In der Nacht auf Montag streifte eine schwache Störung den Osten der Schweiz. Dabei fielen lokal ein paar Flocken Schnee. Tagsüber war es abgesehen von morgendlichen Restwolken im Osten meist sonnig.
Von Samstag bis Montag lagen die Mittagstemperaturen auf 2000 m leicht unter 0 °C (vgl. Abbildung 2). Dazu wehten Winde aus westlichen Richtungen. Diese bliesen im Osten und in der Höhe oft mässig, zeitweise auch stark, im Westen und im Unterwallis meist schwach bis mässig.

Dienstag, 21.02.: Im Norden Regen lokal bis 2400 m

Im Norden fiel Niederschlag mit Schwerpunkt am zentralen und östlichen Alpennordhang und in Graubünden. Die Schneefallgrenze lag dabei meist zwischen 1500 und 2200 m. Vereinzelt wurde sogar Regen bis auf über 2400 m beobachtet. In der Nacht auf Mittwoch fielen in Graubünden noch letzte Flocken. Von Montagabend bis Mittwochmorgen fielen oberhalb von rund 2500 m am zentralen und östlichen Alpennordhang, in Nordbünden und im Samnaun 5 bis 15 cm Schnee. In den übrigen Gebieten waren es nur wenige Zentimeter, ganz im Süden blieb es trocken. Bei Mittagstemperaturen von +2 °C bis +4 °C auf 2000 m blies in der Höhe ein mässiger bis starker Wind aus westlichen Richtungen. Sonst war der Wind meist schwach bis mässig.

Mittwoch, 22.02. und Donnerstag, 23.02.: Mit zunehmend stürmischem Westwind meist sonnig

Am Mittwoch und Donnerstag war es meist sonnig. Die Temperaturen stiegen noch weiter an und lagen Mittags auf 2000 m bei +6 °C im Westen und im Süden und bei + 4 °C im Osten. Der Wind aus westlichen Richtungen blies am Mittwoch am Alpennordhang und im Wallis mässig bis stark, sonst schwach bis mässig. In der Nacht auf Donnerstag legte er deutlich zu und erreichte im Norden zeitweise Sturmstärke. Tagsüber liess er wieder etwas nach und blies im Westen mässig bis stark, sonst schwach bis mässig.

 

Lawinensituation

In dieser Berichtsperiode waren vor allem die typischen Lawinenprobleme Triebschnee, Altschnee und Nassschnee relevant.

Triebschnee

Mit dem Neuschnee und mässigem West- bis Nordwestwind entstanden zu Beginn dieser Berichtsperiode vor allem im Osten grössere, störanfällige Triebschneeansammlungen (vgl. Abbildung 6). Dort wurde denn auch am Samstag, 18.02. vorübergehend vor erheblicher Lawinengefahr ausgehend vom Triebschnee gewarnt (siehe auch Gefahrenentwicklung). In den übrigen Gebieten waren frische Triebschneeansammlungen nur klein.

 

Triebschnee blieb auch im Rest der Berichtsperiode ein Thema (vgl. Abbildung 1 und Bildgalerie). Aus verschiedenen Gründen entstanden aber kaum grössere Triebschneeansammlungen. Zum einen kam mit dem schwachen Niederschlag vom Dienstag nur noch wenig leicht verfrachtbarer Neuschnee dazu. Zum andern blies der Wind während der ganzen Berichtsperiode aus westlichen Richtungen, womit das Angebot an verfrachtbarem Altschnee zunehmend erschöpft war. Zuletzt sind noch die Wärme und der Regen in der zweiten Hälfte der Berichtsperiode zu erwähnen. Diese führten unterhalb von rund 2400 m zu einer Verfestigung der Schneeoberfläche. Dieser feuchte, dichte Schnee wurde kaum mehr vom Wind transportiert. Dadurch beschränkte sich die Triebschneebildung in der zweiten Hälfte dieses Wochenberichts vor allem auf hohe Lagen und aufs Hochgebirge.

Altschnee

Das Altschneeproblem, welches die Lawinensituation im südlichen Wallis und in weiten Teilen Graubündens seit Anfang Januar dominierte, blieb auch in dieser Berichtsperiode erhalten (Abbildung 7).

 

Allerdings nahmen die Anzahl von Lawinenauslösungen im Altschnee und die Meldung von Alarmzeichen in den betroffenen Gebieten gegenüber den Vorwochen deutlich ab. Dies obwohl insbesondere am sonnigen Wochenende vom 18./19.02. mutmasslich sehr viele Personen abseits der Pisten unterwegs waren. So wurde die Lawinengefahr in den Gebieten mit einem ausgeprägten Altschneeproblem ebenfalls zurückgestuft auf die Gefahrenstufe 'mässig' (Stufe 2).
Ein möglicher Grund für diese Abnahme des Altschneeproblems ist die Veränderung der Eigenschaften des Schneebretts, also der Schneeschichten, welche oberhalb der Schwachschicht liegen. Durch aufbauende Umwandlung der Schneekristalle in diesem Schneebrett können sich Brüche in der Schneedecke nur noch beschränkt ausbreiten. Gebietsweise hat mutmasslich auch eine gewisse Verfestigung in der Schwachschicht selbst stattgefunden, wodurch die diese weniger störanfällig wurde. Vereinzelt wurden aber nach wie vor Lawinen im schwachen Altschnee ausgelöst (vgl. Abbildung 8 und 9).

 

Nassschnee

Am Dienstag, 21.02. fiel im Norden gebietsweise bis auf 2400 m Regen. Dadurch wurden einige feuchte Rutsche und kleine Lawinen ausgelöst (vgl. Abbildung 10). Grössere Lawinen wurden nicht beobachtet, dies sicher auch, weil dafür der Schnee fehlte.

 

Schneelage

In den Schweizer Alpen lag auch in dieser Berichtsperiode unverändert ausserordentlich wenig Schnee. Im Vergleich zum langjährigen Mittel lagen an den meisten manuellen Messstationen gerade mal 30 bis 60 % der um diese Jahreszeit üblichen Schneehöhe (siehe auch Karte Schneehöhe im Vergleich zum langjährigen Mittel). An den meisten Stationen wurden aber keine absoluten Schneehöhenminima für die Jahreszeit registriert. An der Messstation Weissfluhjoch (2540 m, Davos, GR), wo schon seit 1934 gemessen wird gab es allerdings erst 3 Winter, an welchen an einem 23.02. weniger Schnee lag als heuer. Aktuell lagen 122 cm. Weniger war es nur in den Jahren 1939 (102 cm), 1949 (89 cm) und 1972 (93 cm), also zuletzt vor 45 Jahren.

 

Lawinenunfälle

In dieser Wochenberichtsperiode ereignete sich ein tödlicher Lawinenunfall. Dabei wurde am Mittwoch, 22.02. eine Person in der Südflanke des Balmhorns (Leukerbad, VS) auf rund 3580 m von einer Lawine mitgerissen und konnte nur noch tot geborgen werden.

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