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Wochenbericht 07.-12. April 2017

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Perfekte Frühjahrsverhältnisse, kaum Lawinen

Nach klaren Nächten waren die Tourenverhältnisse jeweils am Morgen günstig. Wer den richtigen Zeitpunkt erwischte, fand perfekten Sulzschnee vor. Im Tagesverlauf stieg die Gefahr von nassen Lawinen jeweils leicht an. Allerdings wurden nur wenige Lawinen beobachtet. In mittleren Lagen wurde der Schnee auch an Nordhängen knapp. Südhänge waren schon bis in hohe Lagen schneefrei.

 
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Abb. 1: Perfekte Frühjahrsverhältnisse auch im Trientgebiet mit Blick zu den Aiguilles du Tour (3540 m, Trient, VS). Auf dem nordexponierten Glacier des Grands war der Schnee oberhalb von rund 2600 m noch pulvrig. Sonst waren die Schneeoberflächen morgens tragfähig gefroren und weichten im Tagesverlauf auf (Foto: J.-L. Lugon, 08.04.2017).
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Blick vom Piz Murtelet (3018 m, Bergün, GR) auf Piz Kesch (3418 m), Piz Forun (3051 m) und Piz Üertsch (3267 m) im ersten Morgenlicht (von links nach rechts; Foto: SLF/E.Hafner, 09.04.2017).
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Blick vom Piz da las Coluonnas (2802 m, Surses, GR) ins Valetta dal Güglia. Die schneearmen Rücken apern bereits bis auf eine Höhe von ca. 2600 m aus (Foto: M. Pasini, 08.04.2017).
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Diese Begegnung mit einer Gruppe neugieriger Steinböcke wurde am Weg zum Piz Seranastga festgehalten (2873 m, Lumnezia, GR; Foto: U. Berni, 09.04.2017).
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"Aliens?" wurde dieses Foto von der Haupter Alp (auf 2316 m, Langwies, GR) betitelt unter dem sich wahrscheinlich ein kleiner See verbarg. Im Hintergrund sind Chörbschhorn (2650 m), Mederger Flue (2705 m) und Tiejer Flue (2781 m) sichtbar (von links nach rechts; Foto: SLF/R. Kenner, 10.04.2017).
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Ce grésil lors des orages des jours précédentes a été trouvé dans un profil de neige au Sex Mort (à 2895 m, Randogne, VS; photo: V. Bettler, 10.04.2017).
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Die Sonne brachte den Firnspiegel im Kessel südöstlich des Scalettahorns (3067 m, S-chanf, GR) zum Glänzen. Er entsteht im Frühling durch das Zusammenspiel aus Sonneneinstrahlung, Schmelzen, Windeinfluss und Abstrahlung. Im Hintergrund ist der Piz Vadret (3229 m) sichtbar (Foto: SLF/L. Dürr, 12.04.2017).
 

Wetter

Freitag, 07.04. bis Montag, 10.04.: Viel Sonne

Am Freitag gab es im Osten mehr Wolken als erwartet und mit Mittagstemperaturen von +2 °C auf 2000 m war es relativ kühl. In den übrigen Gebieten war es sonnig und mittags auf 2000 m mit +6 °C mild. Der zunächst mässige Wind aus nördlichen Richtungen liess tagsüber nach. Danach war es bis Montag tagsüber meist sonnig und nachts klar. Am Sonntag und Montag entstanden jeweils im Tagesverlauf Quellwolken. Der Wind wehte nur schwach, und mit Mittagstemperaturen auf 2000 m von +6 bis +10 °C war es mild.

Dienstag, 11.04.: Schwache Störung aus Norden

In der Nacht auf Dienstag brachte eine schwache Kaltfront lokal wenige Zentimeter Neuschnee. Im Süden blieb es klar. Tagsüber war es im Osten noch oft bewölkt. Im Süden war es meist sonnig und im Westen hellte es zunehmend auf. Der Wind wehte schwach bis mässig aus West bis Nordwest.

Mittwoch, 12.04.: Viel Sonne und wieder mild

Nach einer klaren Nacht war es abgesehen von wenigen Schleierwolken sonnig. Der Wind wehte meist schwach und die Mittagstemperaturen auf 2000 m lagen bei +5 °C.

 

Lawinensituation

In dieser Wochenberichtsperiode herrschten perfekte Tourenbedingungen (vgl. Abbildung 2).

 

Am Freitag, 07.04. wurde am Oberwalliser Alpenhauptkamm noch verbreitet vor mässiger Gefahr von trockenen Lawinen gewarnt. Grund dafür war der Neuschnee vom 1. bis 3. April (siehe vorangehender Wochenbericht), welcher sich vor allem an Nordhängen in der Höhe noch nicht genügend stabilisiert hatte. In der Folge wurde überall vor geringer Gefahr von trockenen Lawinen gewarnt. Einzig auf Dienstag, 11.04. wurde am Alpennordhang gebietsweise vor mässiger Gefahr von trockenen Lawinen gewarnt. Da von den erwarteten bis zu 20 cm Neuschnee aber nur wenige Zentimeter eintrafen, stellte sich dies im Nachhinein als Fehlprognose heraus. Im Lawinenbulletin wurden auch bei geringer Gefahr von trockenen Lawinen das südliche Wallis und ein Grossteil Graubündens gesondert behandelt. In diesen Gebieten wurde weiterhin vor dem schwachen Altschnee gewarnt. Der Grund dafür waren der nach wie vor ungünstige Schneedeckenaufbau (vgl. Abbildung 3) und die selten beobachteten Alarmzeichen (Wummgeräusche und Risse) in Mittelbünden. Lawinenauslösungen im Altschnee wurden aber im ganzen April keine gemeldet, weder in der Schweiz noch im Tirol und Südtirol.

 

Die Gefahr von nassen Lawinen stieg jeweils im Tagesverlauf etwas an. Trotz der oft hohen Lufttemperatur kühlte die Schneeoberfläche dank der langwelligen Abstrahlung in den meist klaren Nächten stark ab (vgl. Abbildung 4). Somit war die Schneeoberfläche am Morgen verbreitet tragfähig gefroren und die Schneedecke stabil. Die Ausnahme bildeten steile Nordhänge oberhalb von rund 2600 m, wo die Schneeoberfläche noch teils pulvrig war. Vor dem Anstieg der Gefahr von nassen Lawinen wurde mit einer Doppelkarte gewarnt. Dabei wurde jeweils ein Anstieg auf mässige Gefahr prognostiziert (vgl. Gefahrenentwicklung). Allerdings wurden nur einzelne Nassschneelawinen beobachtet (vgl. Abbildung 5).

 

Schneelage

Mittlere Lagen begannen zunehmend auszuapern. So lag am Ende dieser Berichtsperiode die Schneegrenze an Nordhängen zwischen 1600 und 2000 m. An Südhängen lag sie verbreitet zwischen 1800 und 2200 m, im südlichen Wallis, im Engadin und im angrenzenden Mittelbünden bei 2200 bis 2400 m (vgl. Abbildung 6).

 

Dort wo noch Schnee lag, war dies verbreitet deutlich weniger als üblicherweise um diese Zeit. An den meisten automatischen IMIS-Stationen oberhalb von 1800 m wurden 50 bis 90 % der um diese Jahreszeit üblichen Schneehöhe erreicht (vgl. Abbildung 7). Der Grossteil dieser automatischen Stationen misst seit 15 bis 20 Jahren.

 

Etwa 15% aller IMIS-Stationen massen dabei die niedrigste Schneehöhe seit ihrem Bestehen. An der Mehrheit der übrigen Stationen war der Frühling 2011 noch schneeärmer. Allerdings fielen damals einen Tag später (am 13.04.2011) 10 bis 50 cm Schnee. Daher ist davon auszugehen, dass am 13.04. die Mehrheit der Stationen einen Negativrekord in Sachen Schneehöhe schreiben wird.

 

Lawinenunfälle

In dieser Berichtsperiode wurden dem SLF keine Lawinen mit Personenbeteiligung gemeldet.

Am Samstag, 08.04. löste sich am Morgen kurz nach 8 Uhr an einem Nordwesthang auf rund 2200 m am Doldenhorn (3638 m, Kandersteg, BE) eine Gleitschneelawine. Da zunächst unklar war, ob jemand erfasst worden war, wurde eine Suche mit LVS und Recco aus dem Hubschrauber vorgenommen. Nach der Kontrollsuche konnte entwarnt werden.

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