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Paul-André (genannt Paulon) Massy, Grimentz (VS)

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  • Verheiratet, keine Kinder
  • Rentner, früher im Pisten- und Rettungsdienst und Katasterhalter für die Gemeinde Anniviers
  • SLF-Beobachter seit 1973
 

Was genau meldest du als Beobachter?

Jeden Tag mache ich Beobachtungen und Messungen auf dem Schneefeld, das direkt vor meinem Haus liegt. Ich mache Schneemessungen (Höhe des Neuschnees, Schneehöhe, Wasseräquivalent des Neuschnees, wenn mehr als 10 cm fallen, Eindringtiefe der Rammsonde) und Beobachtungen (Schneegrenze, Regen-Schnee-Grenze, Lawinen usw.).

Wie wurdest du SLF-Beobachter?

Mein Vater war schon seit 1956 Beobachter. Ich habe übernommen, als er 1973 starb. Ich weiss nicht, wie er Beobachter geworden ist, aber ich erinnere mich, dass man damals jeden Morgen die chiffrierten Notizen per Telegraf an die Nummer 110 des SLF übermittelte.

Was gefällt dir an der Aufgabe?

Auf jeden Fall bin ich besessen vom Notieren. Ich würde also auch Notizen machen, wenn ich nicht Beobachter für das SLF wäre. Deshalb gefällt mir die Arbeit sehr.

Was magst du nicht/was ist mühsam?

Eigentlich nichts. Ein wenig schade ist, dass wir jetzt mehr und mehr durch automatische Stationen ersetzt werden. Wir müssen also über immer weniger Parameter berichten.

Wie gut kannst du die Aufgabe mit deiner sonstigen Tätigkeit vereinbaren?

Die Beobachtungstätigkeit kostet mich jeden Morgen nur 10 Minuten. Ich habe also kein Problem, diese mit meinem Leben in Einklang zu bringen. Ich denke, dass jeder Freiwillige diese Arbeit gut machen könnte.

Was war dein eindrücklichstes Erlebnis mit Schnee und Lawinen?

Ich wurde 1984 während meiner Arbeit als Patrouilleur bei einer Sprengung selbst einmal verschüttet. Glücklicherweise wurde ich von meinem Kollegen gerettet, der mit mir vor Ort war. Ich wurde verletzt, aber das Unglück hatte Gott sei dank keine schwerwiegenden Folgen.

Was verbindet dich mit dem Material Schnee?

Wenn man in den Bergen lebt, hat man keine Wahl. Man sieht den Schnee fast jeden Monat im Jahr, sodass er wirklich ein Teil unseres Lebens ist.

Was machst du gerne am Feierabend/in deiner Freizeit?

Ich liebe Skifahren und fahre viel Ski. Wenn es aber viele Leute hat, wie zum Beispiel an Weihnachten, gehe ich nicht Skifahren. An Weihnachten fahre ich ins Tessin. Ich mache keine Skitouren mehr, weil ich Probleme mit meinen Knien habe und mir abseits der Pisten fahren schwerfällt. Neben Skifahren spiele ich auch Curling. Wir haben einen kleinen Curling-Club hier in Grimentz, aber kein Curlingfeld. Deshalb spielen wir die ganze Woche in Siders.

Was ist dein Lieblingsort auf der Welt und warum?

Ich bin in Grimentz geboren und habe immer hier gelebt. Die Schweiz ist immer noch mein liebster Ort. Hier hat man Ruhe, Gelassenheit bei der Arbeit, Sicherheit. Ich mag auch Italien und ich verbringe oft meine Ferien im Tessin, wo die Familie meiner Frau lebt.

Deine Lieblingsjahreszeit?

Ich mag alle Jahreszeiten.

Worauf kannst du nicht verzichten?

Meine Frau!

Das SLF feiert dieses Jahr «75 Jahre Lawinenbulletin». Was bedeutet das für dich?

Das SLF ist eine sehr gute Institution, die für die Welt des Amateursports viel Gutes getan hat. Sie haben ein effizientes System entwickelt, das Sicherheit schafft. Es ist gut, so eine Institution zu haben, der man vertrauen kann.