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IMIS - Interkantonales Mess- und Informationssystem

In Zusammenarbeit mit Bund, Kantonen, Gemeinden und weiteren Interessenverbänden betreibt das SLF das Interkantonale Mess- und Informationssystems IMIS. Dieses Netzwerk von automatischen Wind- und Schneemessstationen liefert Informationen aus grösseren Höhenlagen (vorwiegend zwischen 2500 m und 3500 m) und ergänzt somit die Informationen unseres Beobachter-Netzwerks. Über 160 Stationen verteilt über den ganzen Schweizer Alpenraum messen rund um die Uhr Wind, Temperatur, Luftfeuchte, Schneehöhe sowie weitere Parameter und übertragen diese an die Zentrale in Davos. Meist steht eine Windstation und eine Schneestation nahe beieinander und bilden so ein Paar. Windstationen stehen exponiert an Gipfel- oder Kammlagen und liefern Informationen über die Windverhältnisse in der Region. Schneestationen stehen möglichst windgeschützt und normalerweise etwas tiefer. Sie sollen an flacher und homogener Lage die Schneehöhe der Region möglichst repräsentativ messen.

Die Stationen arbeiten autonom. Ihre Energieversorgung wird über ein Solarpanel in Kombination mit einer Speicherbatterie sichergestellt. Dies ermöglicht grosse Flexibilität bei der Standortwahl.

Die Windstation auf dem Ruchi (3107 m) im Glarnerland muss widrigsten Wetterbedingungen trotzen.
Abb. 1: Die Windstation auf dem Ruchi (3107 m) im Glarnerland muss widrigsten Wetterbedingungen trotzen.

Daten

Jede halbe Stunde erfassen die Stationen neue Messwerte. Diese werden dann stündlich über Funk und Telefonleitung zur Zentrale übertragen. Die Daten werden dann auf verschieden Plattformen visualisiert und ausgewertet. Dies unter anderem auf IFKIS, GIN oder der SLF-Website.  Der Lawinenwarndienst sowie Sicherheitsbeauftragte der ganzen Schweiz werden so mit aktuellen Informationen aus entlegenen und/oder unzugänglichen Gebieten versorgt. Das Schneedeckenmodell SNOWPACK wird ebenfalls mit diesen Daten gespeist.

Folgende Parameter werden an den Stationen erfasst:

Windstationen

  • Windgeschwindigkeit (Mittel und Spitze)
  • Windrichtung
  • Lufttemperatur
  • Relative Luftfeuchtigkeit

Schneestationen

Alle Parameter einer Windstation und zusätzlich:

  • Reflektierte kurzwellige Strahlung
  • Schneehöhe
  • Oberflächentemperatur der Schneedecke
  • Temperatur des Bodens
  • Temperatur innerhalb der Schneedecke auf 25 cm, 50 cm und 100 cm

Viele Schneestationen sind auch mit einem einfachen Pluviometer (Regenmesser) ausgerüstet.

Die 4 sichtbaren Pfähle vor der Station  umzäunen im Sommer die Temperaturfühler und schützen diese so vor Wild- und Nutztieren.
Abb. 2: Die 4 sichtbaren Pfähle vor der Station  umzäunen im Sommer die Temperaturfühler und schützen diese so vor Wild- und Nutztieren.

Wartung

Um die Anlagen in guten Zustand zu halten wird jede Station im Herbst angeflogen und von Spezialisten gewartet. Defekte werden je nach Wichtigkeit auch kurzfristig behoben. Während des Winters verursachen vor allem Verreifungen und Vereisungen der Station Ausfälle. In extremen Fällen  kann es gar nötig werden, die Station von den Schnee und Eislasten von Hand zu befreien (siehe Foto). 

Nicht immer erholen sich die Stationen von extremen Wetterbedingungen selbstständig.
Abb. 3: Nicht immer erholen sich die Stationen von extremen Wetterbedingungen selbstständig (Foto: Walter Jäger).

In den Sommermonaten werden Stationen immer wieder Opfer von Blitzschlag. Vor allem die Erdung der exponierten Windstationen ist vielerorts nicht einfach.

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