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Lawinenschutzkonzept für die isländische Stadt Siglufjördur

Lawinen stellen für die Stadt Siglufjördur eine grosse Bedrohung dar. Deshalb wurde das SLF beauftragt, für die Stadt ein Lawinenschutzkonzept zu erarbeiten. Eine erste Stützverbauung und mehrere Lawinenauffangdämme wurden wie im vorgeschlagenen Konzept bereits realisiert.

Siglufjördur liegt an einem Fjord ganz im Norden von Island unterhalb von rund 600 m hohen Steilhängen. Die Stadt zählt rund 1400 Einwohner. Im Jahre 1919 starben 18 Personen durch Lawinen. Das SLF erarbeitete im Jahre 2001 für die Stadt ein Lawinenschutzkonzept. Das Hauptproblem lag darin, dass die eigentlichen Auslaufstrecken von Lawinen erst im Siedlungsgebiet beginnen. Deshalb wurden insbesondere Lawinenverbauungen im Anrissgebiet vorgeschlagen, die durch Lawinenauffangdämme ergänzt werden. Unsere Beurteilung basiert auf Geländebegehungen, Schneeanalysen und lawinendynamischen Berechnungen. Die Kosten für die vorgeschlagenen Massnahmen wurden auf rund 25 Mio. Schweizer Franken geschätzt. Bis heute wurden eine erste Stützverbauung und fünf Lawinenauffangdämme nach unseren Vorgaben realisiert (Abb. 1 und 2). Von 2012 bis 2020 sollen weitere 7.7 km Stützwerke gebaut werden. Es handelt sich um die bei weitem grösste Stützverbauung in Island. Das SLF berät das projektierende Ingenieurbüro und die isländischen Behörden bei der Planung und dem Bau der Verbauungen.

Stahlwerke
Abb. 1: Im Jahre 2004 wurde die erste Verbauung bestehend aus 3.5 m hohen Stahlwerken in Siglufjördur fertig gestellt (Foto SLF, S. Margreth).
Auffangdämme
Abb. 2: Blick auf Siglufjördur. Am Beginn der Auslaufstrecke wurden grosse Auffangdämme geschüttet (Foto SLF, S. Margreth).
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