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Wie viel Wasser geht bei der technischen Beschneiung verloren?

Der Start in den Winter 2016/17 hat es wieder einmal gezeigt: Ohne Beschneiung wäre heute vielerorts kein Wintersport mehr denkbar. Entsprechend viel Wasser wird vor allem am Anfang der Skisaison verwendet, um daraus technischen Schnee zu produzieren. Bei der technischen Beschneiung wird Wasser mit hohem Druck in kleinste Wassertropfen zerstäubt. Auf dem Weg zum Boden kühlen die Wassertröpfchen ab und gefrieren zu kleinen Eiskügelchen.

Über Nacht produzierter Schneehaufen
Über Nacht produzierter Schneehaufen. Foto: Thomas Grünewald, SLF

Längst nicht alles Wasser, das die Schneimaschinen verlässt, landet jedoch als technischer Schnee im Zielbereich am Boden – ein Teil wird vom Wind weggeweht, ein anderer Teil verdunstet oder sublimiert. Doch wie gross ist dieser Wasserverlust tatsächlich? Das SLF führte erste Beschneiungstests in Davos durch, die dieser Frage auf den Grund gehen sollen. Die Forscher verglichen die Menge an Wasser beim Zulauf zur Schneilanze mit der Schneemenge, die sich nach einer Nacht Beschneien am Boden ansammelte. Das zur Bestimmung der Masse notwendige Schneevolumen ermittelten sie aus hochpräzisen Laserscanningaufnahmen, die sie zu Beginn und am Ende des Versuchs durchführten. Mithilfe von Schneedichtemessungen berechneten sie aus dem Schneevolumen die entsprechende Menge Wasser, die im Schnee gespeichert war. Eine neben der Schneilanze aufgebaute Wetterstation lieferte ausserdem alle relevanten meteorologischen Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Windstärke.

Dichtemessungen im technischen Schnee
Dichtemessungen im technischen Schnee. Foto: Fabian Wolfsperger, SLF

Erste Resultate zeigen, dass sich der Wasserverlust bei der Beschneiung zwischen 15 und 40 Prozent bewegt – Werte, die denjenigen einer Studie in Frankreich ähneln. In einem nächsten Schritt werden die Forschenden den Wasserverlust auch mit den Wetterbedingungen und Einstellungen der Schneeerzeuger vergleichen und die Testserien weiter ausbauen. Die Forscher erwarten, dass sie mithilfe der Daten ihre Computermodelle zur technischen Beschneiung validieren und verbessern, Rückschlüsse zum möglichst effizienten Einsatz technischer Beschneiung ziehen und zur Weiterentwicklung der Beschneiungstechnologie beitragen können.