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Möglichkeiten und Grenzen des Lawinenbulletins

Sowohl die Prognose des Wetters als auch die unter anderem darauf aufbauende Prognose der Lawinengefahr können grundsätzlich fehlerbehaftet sein. Dies liegt in der Natur einer Prognose. Die Verbindung zwischen regionaler Gefahrenstufe, möglicher Lawinenaktivität und entsprechenden Auswirkungen (mit allenfalls daraus sich ergebenden Massnahmen) muss durch den Benutzer des Lawinenbulletins vor Ort hergestellt werden.
Die Formulierung im Lawinenbulletin ist generell. Die lokalen Verhältnisse, können in den Bulletins nicht beurteilt werden, und schon gar nicht ein einzelner Hang. Deshalb müssen sich Schneesportler und Sicherheitsverantwortliche für die lokale Beurteilung zusätzlich auf eigene Beurteilungsmethoden stützen. Darunter fallen, z.B. lokale Wetter-, Schnee- und Lawinenbeobachtungen, Schneedeckenuntersuchungen, Kartenstudium, Hangbeurteilung vor Ort, sowie individuelle Risikoüberlegungen. Sicherheitsdiensten stehen eventuell auch Resultate der  künstlichen Lawinenauslösung zur Verfügung. In jede Entscheidung sollten alle zur Verfügung stehenden Informationen einfliessen. Dabei haben die Informationen ein besonderes Gewicht, die auf instabile Verhältnisse schliessen lassen.
Im Lawinenbulletin werden nur die Verhältnisse ausserhalb der durch die lokalen (Bergbahn-) Sicherungsdienste gesicherten Zonen, das heisst ausserhalb der kontrollierten Abfahrten und Pisten, kommentiert.
Im Lawinenbulletin können diejenigen Hangbereiche angegeben sein, in denen mit besonders kritischen Stellen zu rechnen ist. Mit Hilfe der vorhandenen Datengrundlagen kann allerdings nur die regionale Lawinengefahr erfasst werden. Kleinflächige Detailinformationen können nicht wiedergegeben werden.
Zu beachten ist weiterhin, dass die Informationsdichte in mittleren und hohen Lagen am grössten ist und im Hochgebirge am kleinsten. Demzufolge erfordern Aussagen zum Hochgebirge besondere Überprüfung.
In zeitlich rasch wechselnden Wettersituationen ist es nicht möglich, der Entwicklung der Lawinengefahr räumlich und zeitlich vollauf gerecht zu werden.
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