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Ausgabestelle, Ausgabehäufigkeit und Gültigkeit

Ausgabestelle

Die Redaktion des schweizerischen Lawinenbulletins erfolgt am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos. Dafür verantwortlich ist der Lawinenwarndienst.

Ausgabehäufigkeit und Gültigkeit

Der Lawinenwarndienst verfolgt die Wetter-, Schnee- und Lawinensituation über das ganze Jahr. Die Ausgabehäufigkeit und die Inhalte des Lawinenbulletins richten sich nach den saisonalen Gegebenheiten.

Winter

Im Winter besteht das Lawinenbulletin aus zwei Teilen:

1. Gefahrenkarte inkl. Gefahrenbeschrieb:
Dieser Teil des Lawinenbulletins wird zweimal am Tag in vier Sprachen (deutsch, französisch, italienisch, englisch) herausgegeben. Die Ausgabe von 17 Uhr prognostiziert die Lawinengefahr für die nächsten 24 Stunden, also bis am Folgetag um 17 Uhr.
Morgens um 8 Uhr erfolgt eine Neueinschätzung, ebenfalls viersprachig (deutsch, französisch, italienisch, englisch), gültig bis abends um 17 Uhr.
Prinzipiell ist die Herausgabe einer Einschätzung der Lawinengefahr auch zu anderen Zeitpunkten möglich. Davon wird aber nur selten Gebrauch gemacht.

2. Informationen zu Schneedecke und Wetter:
Dieser Teil des Lawinenbulletins wird nur am Abend erstellt. Er wird um 17 Uhr auf Deutsch und um 18:00 Uhr auf Französisch, Italienisch und Englisch publiziert und ist jeweils bis am Folgetag um 17 Uhr, respektive 18:00 Uhr gültig.

Winterrandmonate

In der Regel wird so lange ein Lawinenbulletin mit Gefahrenkarte publiziert, wie die Datengrundlage für eine detaillierte Einschätzung der Gefahr inklusive Gefahrenstufen genügt. In der Übergangszeit vom Herbst in den Winter (typischerweise Ende Oktober bis Anfang Dezember) und vom Frühjahr in den Sommer (typischerweise Ende April bis Anfang Juni) wird das Lawinenbulletin nur abends herausgegeben. Format und Inhalt sind gleich wie im Winter. Das Lawinenbulletin kann mehrere Tage gültig sein, am letzen Gültigkeitstag jeweils bis um 17 Uhr.
Die Herausgabe von Bulletins mit Gefahrenkarte und die Ausgabefrequenz richten sich vor allem nach:

  • Informationsdichte: Die SLF-Beobachter sind vom 1. November bis 30. April täglich im Einsatz. In den übrigen Monaten sind Beobachtungen aus dem Gelände spärlicher vorhanden, auch weil generell weniger Schneesportler unterwegs sind. Informationen werden dann meist nach Bedarf und Möglichkeit telefonisch eingeholt. Teilweise können Beobachter erst nach dem 1. November mit der Inbetriebnahme von Bergbahnen ihren Dienst aufnehmen resp. müssen ihn vor dem 30. April bei Wintersaisonende aufgeben. Auf die Messnetze der automatischen Stationen kann hingegen auch im Sommer zurückgegriffen werden.
  • Bedarf: Eine gute Schneelage in weiten Teilen der Schweizer Alpen oder die Saisoneröffnung der Bergbahnen erhöhen den Bedarf an täglichen Lawinenbulletins.

Sommer und Herbst

Vom Frühsommer bis in den Spätherbst erscheinen nur bei grossen Schneefällen situationsbezogene Lawinenbulletins in Textform und meist ohne Verwendung von Gefahrenstufen. Im Spätherbst erscheinen die Bulletins je nach Schnee- und Informationslage. Die Lawinenbulletins werden jeweils abends um 17 Uhr (deutsch, 18:00 Uhr französisch, italienisch und englisch) publiziert und sind einen oder mehrere Tage gültig, am letzen Gültigkeitstag jeweils bis um 17 Uhr.
Die Kriterien für die Publikation eines Lawinenbulletins sind erfüllt, wenn die prognostizierte Neuschneemenge pro Niederschlagsereignis (im Normalfall 1 - 3 Tage) einen der folgenden Werte erreicht:

  • 20 cm auf 2000 m oder
  • 40 cm auf 2500 m oder
  • 60 cm auf 3000 m oder
  • 80 cm auf 3500 m

Dabei handelt es sich um Richtwerte. Diese können in Abhängigkeit von Wind, Temperatur sowie Ausdehnung und Eigenschaften der bereits vorhandenen Schneedecke variieren. Das Schneefallereignis muss mindestens ein ganzes Gebirgsmassiv betreffen. Lokale Schneefälle, z.B. durch einzelne Gewitterzellen, werden nicht berücksichtigt.

Spezialfall Jura (und Sotto Ceneri)

Anders als in den Alpen ist die Situation im Jura, wo erhöhte Lawinengefahr nur an wenigen Tagen und an wenigen Orten herrscht, dann aber nicht unterschätzt werden sollte. Deshalb wird für den Jura im täglichen Lawinenbulletin nur eine Gefahrenstufe publiziert, wenn diese als erheblich (Stufe 3) oder höher eingeschätzt wird. Das trifft an rund fünf Tagen in einem Winter ein.
Der Sotto Ceneri wird mit allen fünf Gefahrenstufen eingeschätzt. Wenn aber kein Schnee (mehr) liegt, wird keine Gefahrenstufe publiziert.