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Form und Aufbau des Nationalen Lawinenbulletins

Das Nationale Lawinenbulletin wird in einer gleichbleibenden übersichtlichen Form herausgegeben, die möglichst viel Information enthält. Dazu dient eine Kopfzeile, ein Kurztext (Flash), vier einheitlich gegliederte Abschnitte und am Schluss eine kurze Information zu den Zusatzprodukten.

Kopfzeile

Logo SLF, fortlaufende Nummer, Ausgabedatum

Kurztext (Flash)

Stichwortartig wird das Wesentliche der zu erwartenden Lawinensituation dem Bulletin vorangestellt.

Allgemeines

Hier werden die aktuellen Wetter- und Schneeverhältnisse in wenigen Sätzen charakterisiert. Hinweise auf die beobachteten Niederschlagsmengen und auf die massgeblichen Wind- und Temperatursituationen, falls nötig regional aufgeteilt, bilden den Inhalt dieses Abschnittes. Zudem wird der Schneedeckenzustand (Aufbau, Schichtung, Festigkeit) beschrieben. Bei Bedarf findet auch die beobachtete Lawinenaktivität Erwähnung.

Kurzfristige Entwicklung

Ausgehend von der Wetterprognose und vom aktuellen Schneedeckenzustand wird die für das Lawinengeschehen entscheidende Entwicklung in den nächsten 24 Stunden beschrieben. Dabei stehen Angaben über die zu erwartenden Neuschneemengen, über Temperaturentwicklung, Besonnung, Strahlung und Windverhältnisse im Vordergrund. Soweit absehbar und möglich finden regionale Besonderheiten und Abweichungen Erwähnung.

Vorhersage der Lawinengefahr für den nächsten Tag

Dies ist der zentrale Abschnitt des Lawinenbulletins mit der prognostizierten Lawinengefahr. Zusammengefasst nach Regionen bildet eines der fünf Adjektive „gering“, „mässig“, „erheblich“, „gross“ oder „sehr gross“ entsprechend der Europäischen Lawinengefahrenskala und verbunden mit den Ausdrücken „Lawinengefahr“, „Gefahr von trockenen Schneebrettlawinen“ oder „Gefahr von Nassschneelawinen“ die eigentliche Gefahrenstufe. Die Regionen mit der höchsten Gefahrenstufe werden zuerst aufgeführt. Innerhalb der zusammengefassten Regionen mit gleicher Gefahrenstufe folgen regelmässig auch Hinweise auf die besonders kritischen Höhenlagen, Geländeteile und Hangexpositionen.

Jeder Region oder Teilregion wird nur eine Gefahrenstufe, bei Bedarf gegliedert nach Höhenlage, zugeordnet. Ausdrücke wie „übrige Gebiete“ oder „restliche Regionen“ werden nur dann verwendet, wenn eine detaillierte Aufzählung dieser Gebiete zu umfassend und daher schwer verständlich ist. Bei Bedarf wird ein Hinweis auf besonders zu beachtende Punkte für die verschiedenen Benutzergruppen gegeben.

Falls eine Abstufung bezüglich der Lawinenart notwendig ist, wenn z.B. neben trockenen Lawinen auch Nassschneelawinen zu erwarten sind, findet man am Ende dieses Abschnittes einen entsprechenden Hinweis. Bilden Nassschneelawinen die Hauptgefahrenquelle, so wird die Nassschneelawinengefahr detaillierter umschrieben. In diesem Fall wird die Gefahr von trockenen Lawinen in einem Hinweis am Ende des Abschnittes „Vorhersage der Lawinengefahr für den nächsten Tag“ erwähnt.

Im Sommer und teilweise auch in den Winterrandmonaten werden Lawinenbulletins ohne Gefahrenkarte publiziert. Dabei werden die Gefahrenstufen gemäss der 5-stufigen Europäischen Lawinengefahrenskala nur verwendet, wenn dem Lawinenwarndienst genügend Informationen für eine konkrete Einschätzung vorliegen.

Tendenz für die Folgetage

Basierend auf den mittelfristigen Wetterprognosen wird in Kurzform die zu erwartende Tendenz der Lawinengefahr für die folgenden zwei Tage beschrieben.

Schlusszeilen

Den Schluss bilden Hinweise auf die Abfragemöglichkeiten von SLF-Zusatzprodukten.

Der Aufbau des Nationalen Lawinenbulletins ist anhand eines Beispiels illustriert.

Der gewählte Aufbau trägt dazu bei, dass der Benutzer die für ihn wichtigen Informationen immer am selben Ort findet. Die Texte sollen von den Medien möglichst ungekürzt übernommen werden. Ist dies aus Zeit- oder Platzgründen im Radio oder in den Zeitungen nicht möglich, so kann man sich auf einzelne Abschnitte beschränken, wobei die „Vorhersage der Lawinengefahr für den folgenden Tag“ immer übernommen werden sollte.

Weiter ist darauf aufmerksam zu machen, dass die vom SLF veröffentlichten Zusatzprodukte wie Schweizerkarten mit Gefahrenstufen, Schneehöhenverteilungen, Neuschneesummen oder Schneedeckenstabilität sowie Wochenberichte (bisher als WinterAktuell bezeichnet) wesentliche zusätzliche Informationen enthalten und deshalb die Interpretation des Lawinenbulletins erleichtern.