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Kernteam Lawinenausbildung
Geographische BegriffeSowohl die allgemeine Witterungslage als auch die Darstellung der Gefahrenstufen kann im stark gegliederten Raum der Schweiz nur durch regionale Unterteilung befriedigend wiedergegeben werden. Einerseits kommt es eher selten vor, dass im ganzen Gebiet der Schweizer Alpen dieselben Bedingungen herrschen, andererseits macht es keinen Sinn, in jedem Lawinenbulletin alle möglichen rund 100 Teilgebiete aufzuzählen. Deshalb werden, der aktuellen Lage entsprechend, Regionen zusammengefasst und möglichst gebräuchliche Begriffe verwendet, zum Teil in Anlehnung an die im Wetterbericht verwendeten Regionsausdrücke. Wichtig ist die flächige Darstellung der klimatisch-geographischen Unterteilung der Schweizer Alpen in Alpennordhang und Alpensüdhang. Je nach Situation muss auf die politisch-geographischen Hauptregionen zurückgegriffen werden, welche detailliertere Unterteilungen zulassen. Ausdrücke wie „Unterwallis“ oder „Glarner Alpen“ sind allgemein bekannt. Eher selten werden die politisch-geographischen Unterregionen erwähnt. Kleinräumige Begriffe setzen allerdings beim Benutzer gute geographische Kenntnisse voraus, was vor allem bei ausländischen Gästen kaum vorausgesetzt werden darf. In dieser Karte sind der „Alpenhauptkamm“ und der „Nördliche Alpenkamm“ dargestellt. Der Alpenhauptkamm reicht etwa vom Grossen Sankt Bernhard über Monte Rosa, Simplon, Gotthard, Lukmanier, San Bernardino, Maloja, Bernina bis über den Ofenpass hinaus. Der Nördliche Alpenkamm deckt ein Band von den Dent du Midi über Wildstrubel- und Jungfraugebiet, Gotthard, Tödi, Vorab bis ins Alpsteingebiet ab. Als inneralpine Gebiete gelten generell die Regionen zwischen dem Alpenhauptkamm und dem nördlichen Alpenkamm. Namentlich sind dies das zentrale Wallis und Teile Nord- und Mittelbündens sowie des Engadins. Als Beispiel mit besonderer Bedeutung steht das Gotthardgebiet: es umfasst das Obergoms, Grimsel, Furka, Urserental, Göscheneralptal, Oberalp, Tavetsch, Lukmanier, nördlichste Leventina, Bedrettotal und Nufenenpassgebiet. Zu den Bündner Südtälern gehören Misox, Calanca, Bergell, Puschlav und Münstertal. Vorsicht bei der Zuordnung verlangen Schneesporttouren in Gebieten an den Regionsgrenzen: Zum Beispiel erfolgt die Anfahrt ins Jungfraugebiet meistens von Norden her (Alpennordhang, Berner Oberland oder östliches Berner Oberland), während das Tourengebiet grösstenteils auf Walliser Boden (Wallis, Oberwallis, nördliches Wallis oder Goms) liegt. Zudem ist die Gefahrenzuteilung an den Gebietsgrenzen nicht scharf. Es handelt sich vielmehr um Übergangsbereiche von einigen Kilometern. Wer in einem solchen Übergangsbereich z.B. eine Ski- oder Snowboardtour unternimmt, muss das Lawinenbulletin deshalb gesamtheitlich konsultieren. |