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Lawinenbulletin bis Montag, 30. März 2015

Markanter Anstieg der Lawinengefahr

Ausgabe: 29.3., 17:00 Nächster Update: 30.3., 17:00 Gültigkeit

Markanter Anstieg der Lawinengefahr
Ausgabe: 29.3.2015, 17:00 / Nächster Update: 30.3.2015, 17:00
Schneedecke
Mit Neuschnee und Sturm entstehen im Norden umfangreiche Triebschneeansammlungen. Lawinen können leicht ausgelöst werden und mittlere Grösse erreichen. In den Hauptniederschlagsgebieten sind zudem spontane Lawinenabgänge zu erwarten.
Im südlichen Wallis, in den inneralpinen Gebieten Graubündens und im Münstertal sind tiefer in der Schneedecke schwache, kantig aufgebaute Schichten vorhanden. Vor allem in diesen Gebieten können Lawinen in tiefe Altschneeschichten durchreissen und gefährlich gross werden.
Die Altschneedecke ist an Südhängen unterhalb von rund 2800 m durchfeuchtet. Unterhalb von rund 2300 m ist sie an West- und Osthängen mehrheitlich durchfeuchtet. Mit der zeitweise hohen Schneefallgrenze werden auch Nordhänge unterhalb von 2000 m zunehmend durchfeuchtet. Vor allem dort sind vermehrt Nassschneelawinen zu erwarten.
Wetter Rückblick auf Sonntag, 29.3.2015
Die Nacht war nur im Süden teils klar. Im Norden fiel in der ersten Nachthälfte wenig Schnee oberhalb von rund 1600 m. Tagsüber war es im Norden stark bewölkt und am Vormittag setzte aus Nordwesten Niederschlag ein. Die Schneefallgrenze lag bei rund 1800 m. In Graubünden gab es zeitweise Aufhellungen, im Süden war es recht sonnig.
Neuschnee
Von Samstagnachmittag bis Sonntagabend fielen oberhalb von 2000 m folgende Schneemengen:
  • Unterwallis, Alpennordhang: 5 bis 15 cm
  • sonst weniger, im Süden trocken
Temperatur
mittags auf 2000 m zwischen +1 °C im Norden und +4 °C im Süden
Wind
meist mässig, im Tagesverlauf am Alpennordhang stark aus westlichen Richtungen
Wetter Prognose bis Montag, 30.3.2015
Es ist mehrheitlich stark bewölkt. Nur ganz im Süden gibt es Aufhellungen. Im Norden schneit es ergiebig. Die Schneefallgrenze schwankt zwischen 1200 und 1800 m.
Neuschnee
Von Sonntag- bis Montagabend fallen oberhalb von rund 2000 m folgende Schneemengen:
  • Alpennordhang, nördliches Wallis, Unterwallis, Nordbünden, Silvretta, Samnaun: 40 bis 60 cm
  • übriges Oberwallis, Mittelbünden, nördliches Unterengadin: 20 bis 40 cm
  • nördliches Tessin, alto Moesano, Oberengadin, übriges Unterengadin: 10 bis 20 cm
  • weiter südlich weniger oder trocken
Temperatur
mittags auf 2000 m bei -2 °C im Norden und +1 °C im Süden
Wind
am Alpennordhang sowie in der Höhe starker bis stürmischer West- bis Nordwestwind
Tendenz bis Mittwoch, 1.4.2015
Dienstag
Es ist mehrheitlich stark bewölkt. Ganz im Westen sowie am Alpennordhang und in Nordbünden schneit es vor allem in der Nacht noch ergiebig, begleitet von stürmischem West bis Nordwestwind. Die Schneefallgrenze kann im Westen zeitweise über 2000 m steigen, sonst liegt sie bei rund 1600 m. Im Süden ist es recht sonnig. Im Norden sind die Verhältnisse für Schneesport abseits gesicherter Pisten kritisch. Zudem sind mit der zeitweise hohen Schneefallgrenze vor allem aus Nordhängen unterhalb von rund 2200 m Nassschneelawinen zu erwarten.
Mittwoch
Vor allem im Norden sind weitere Niederschläge zu erwarten. Die Schneefallgrenze sinkt unter 1000 m. Im Tagesverlauf gibt es einzelne Aufhellungen. Es weht weiterhin ein starker Westwind. Im Süden ist es sonnig. Die Lawinensituation bleibt im Norden kritisch. Die Gefahr von nassen Lawinen nimmt mit der Abkühlung langsam ab.