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Lawinenbulletin bis Mittwoch, 23. Juli 2014

Mit Neuschnee im Hochgebirge ungünstige Lawinensituation

Ausgabe: 21.7., 17:00 Nächster Update: Beim nächsten grossen Schneefall. Gültigkeit

Wochenbericht

aktualisiert am 30.06.2014, 17:00

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Mit Neuschnee im Hochgebirge ungünstige Lawinensituation
Ausgabe: 21.7.2014, 17:00 / Nächster Update: Beim nächsten grossen Schneefall.
Lawinengefahr
Am Dienstag entstehen vor allem im Hochgebirge der Berner, Urner und Glarner Alpen mit intensivem Schneefall und zeitweise starkem Nordwind störanfällige Triebschneeansammlungen. Deren Grösse nimmt mit zunehmender Meereshöhe zu. Neu- und Triebschnee können besonders in den genannten Gebieten spontan abgehen. Lawinen können teils mittlere Grösse erreichen.
Am Dienstagabend und am Mittwoch sind mit der markanten Erwärmung und Sonneneinstrahlung nasse Rutsche und Lawinen zu erwarten.
Hochtouren erfordern Erfahrung in der Einschätzung der Lawinengefahr. Im extremen Gelände können bereits kleine Lawinen zum Absturz führen. Die Mitreiss- und Absturzgefahr sollte beachtet werden.
Schnee und Wetter
Schneedecke
Eine mehrheitlich geschlossene Schneedecke lag an vergletscherten Nordhängen oberhalb von rund 3000 m, sonst oberhalb von rund 3500 m. Die Schneedecke war allgemein durchfeuchtet. Nur an Nordhängen in den höchsten Lagen des Hochgebirges war der Schnee teils noch trocken.
Der Schnee aus früheren Niederschlagsperioden war teils schlecht mit der darunterliegenden Schneedecke verbunden. So lösten sich am Samstag im südlichen Wallis Lawinen, welche mittlere Grösse erreichten.
Rückblick bis Sonntag
Am Sonntag setzten im Tagesverlauf gewittrige Niederschläge ein. Die Schneefallgrenze sank in der Nacht auf Montag im Westen gegen 2700 m, im Osten gegen 3000 m. Der Wind drehte in der Nacht von Süd auf Nord. Am Montag war es meist stark bewölkt. Bis zum Mittag fiel oberhalb von rund 3200 m 10 bis 20 cm Schnee.
Ausblick bis Mittwoch
In der Nacht auf Dienstag und am Dienstag fällt am Alpennordhang intensiver Niederschlag. Die Schneefallgrenze liegt bei rund 3000 m. Auf 3500 m fallen in den Berner, Urner und Glarner Alpen 50 bis 80 cm, im südlichen Wallis 20 bis 40 cm Schnee, sonst weniger. Unterhalb von 3000 m ist kaum Schnee zu erwarten. Im Hochgebirge bläst der Wind mässig bis stark aus nördlichen Richtungen. Am Nachmittag lassen die Niederschläge nach und die Nullgradgrenze steigt wieder an.
Am Mittwochvormittag ist es recht sonnig, am Nachmittag wechselnd bewölkt mit Schauern. Die Nullgradgrenze liegt bei rund 4000 m.
Tendenz
Im Süden ist es am Donnerstag Vormittag bewölkt mit Schauern. Sonst ist es am Donnerstag und Freitag jeweils am Vormittag ziemlich sonnig. Am Nachmittag sind Quellwolken und Schauer möglich. Die Lawinengefahr nimmt weiter ab. Im Hochgebirge sind aus sehr steilen Hängen Nassschneelawinen möglich.

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