WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF Link zu SLF Hauptseite Link zu WSL Hauptseite
 

Lawinenbulletin bis Mittwoch, 10. Februar 2016

Mit Neuschnee und Wind verbreitet kritische Lawinensituation

Ausgabe: 9.2., 17:00 Nächster Update: 10.2., 17:00 Gültigkeit

Mit Neuschnee und Wind verbreitet kritische Lawinensituation
Ausgabe: 9.2.2016, 17:00 / Nächster Update: 10.2.2016, 17:00
Schneedecke
In den meisten Gebieten sind die oberflächennahen Schneeschichten geprägt durch starken bis stürmischen Wind aus westlichen und südlichen Richtungen. Frische Triebschneeansammlungen sind oft störanfällig und überdecken älteren Triebschnee, der meist schwer auslösbar ist.
Bodennahe Schichten der Schneedecke sind vor allem an West-, Nord- und Osthängen oberhalb von rund 2200 m aufbauend umgewandelt und schwach. In den schneeärmeren Gebieten des Ostens und Südens können Lawinen nach wie vor in diesem schwachen Schneedeckenfundament ausgelöst werden. Während der letzten drei Tage lösten sich in Graubünden mit der Überlagerung durch Triebschnee wieder etliche, zum Teil recht grosse Lawinen in dieser schwachen Schicht. Sie gingen spontan ab oder wurden durch Personen ausgelöst. In den schneereichen Gebieten des Westens und auch im Norden sind Auslösungen in bodennahen Schichten nur noch sehr vereinzelt möglich.
Wetter Rückblick auf Dienstag, 9.2.2016
Nach einer teilweise klaren Nacht war es am Vormittag in den Föhngebieten zum Teil aufgehellt, sonst bewölkt.
Neuschnee
Die Schneefallgrenze lag zwischen 1800 m im Westen und 1200 m im Süden. Es fielen folgende Schneemengen:
  • westlichstes Unterwallis: 30 bis 40 cm
  • nördliches Unterwallis, nördliches Tessin: 15 bis 30 cm
  • sonst weniger oder es blieb trocken
Temperatur
am Mittag auf 2000 m 0 °C im Westen, -2 °C im Osten und -3 °C im Süden, in den Föhngebieten +1 °C
Wind
Südwest, im südlichen Wallis und am Alpensüdhang schwach bis mässig, sonst meist stark bis stürmisch
Wetter Prognose bis Mittwoch, 10.2.2016
Im Norden ist es stark bewölkt und besonders in der Nacht fällt verbreitet Schnee, tagsüber dann in Schauern vor allem am Alpennordhang, im Wallis und in Graubünden. Im Süden wird es mit starkem Nordwind, der auch in die Täler hinunter greift, teilweise sonnig. Es wird deutlich kälter.
Neuschnee
Schnee fällt bis in tiefe Lagen. Bis am Mittwochabend werden folgende Mengen erwartet:
  • westlichstes Unterwallis: 30 bis 50 cm
  • übriger nördlicher Alpenkamm, und übriges Unterwallis, Nordbünden, Silvretta, Samnaun sowie Berninagebiet: 15 bis 30 cm
  • übriger Alpennordhang, südliches Oberwallis sowie Mittelbünden östlich des Vorderrheins, übriges Engadin und angrenzende Südtäler: 10 bis 20 cm
  • übriges Mittelbünden, zentraler Alpensüdhang: bis 10 cm oder trocken
Temperatur
am Mittag auf 2000 m -10 °C
Wind
in der Nacht von Südwest auf Nordwest drehend und weiterhin stark, besonders am Alpenhauptkamm stürmisch
Tendenz bis Freitag, 12.2.2016
Am Donnerstag enden die Niederschläge auch am zentralen und östlichen Alpennordhang und es wird zeitweise sonnig. Der Wind flaut ab. Im Westen und Süden ist es zum Teil sonnig, bevor am Abend aus Westen neue Wolken aufziehen. Am Freitag ist es bedeckt und es schneit zeitweise. Die Lawinengefahr nimmt langsam ab.