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Lawinenbulletin bis Donnerstag, 23. Oktober 2014

Wintereinbruch im Norden: viel Neuschnee und Lawinengefahr

Ausgabe: 21.10., 17:00 Nächster Update: 23.10., 17:00 Gültigkeit

Wochenbericht

aktualisiert am 02.10.2014, 17:00

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Wintereinbruch im Norden: viel Neuschnee und Lawinengefahr
Ausgabe: 21.10.2014, 17:00 / Nächster Update: 23.10.2014, 17:00
Lawinengefahr
Alpennordhang vom östlichen Berner Oberland bis Liechtenstein, nördliches Oberwallis, Nordbünden, nördliches Tujetsch und nördliches Unterengadin: Mit Neuschnee und Sturm herrschen winterliche Verhältnisse. Die Lawinengefahr steigt in der Höhe an auf die Stufe 3, "erheblich". Einzelne Personen können Schneebrettlawinen auslösen. Spontane Lawinen sind zu erwarten. Vor allem im Hochgebirge können diese mittlere Grösse erreichen. In mittleren Höhenlagen sind zudem feuchte Rutsche und Gleitschneelawinen zu erwarten. Bergsport erfordert Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr.
Alpennordhang vom Chablais bis zum westlichen Berner Oberland, Unterwallis, südliches Oberwallis, übriges Graubünden, Tessiner Gebiete des Alpenhauptkammes: Die frischen Triebschneeansammlungen können teils leicht ausgelöst werden. Im Hochgebirge sind die Gefahrenstellen häufiger. In mittleren Lagen sind feuchte Rutsche zu erwarten.
Tessin südlich des Alpenhauptkammes: Schnee liegt nur auf den höchsten Bergen. Einzelne, kleine Triebschneeansammlungen sollten im extremen Gelände vorsichtig beurteilt werden.
Schnee und Wetter
Schneedecke
Der stürmische Nordwestwind verfrachtet den Neuschnee intensiv. Im Hochgebirge werden Neu- und Triebschnee auf einer oft flächigen Altschneeschicht abgelagert. Unterhalb von etwa 2800 m war es vor den Schneefällen aper und der Boden warm.
Wetter, Rückblick bis Samstag, 18.10.
Von Samstag bis Montag war es meist sonnig und bei einer Nullgradgrenze von teils über 4000 m ausgesprochen mild. In der Nacht auf Dienstag fielen am Alpennordhang oberhalb von rund 2800 m 20 bis 30 cm Schnee. Tagsüber war es teils sonnig.
Wetter, Ausblick bis Donnerstag, 23.10.
Stürmischer Nordwest- bis Nordwind staut feuchte Polarluft an den Alpen. Am Mittwoch fällt ausser ganz im Süden überall Schnee, am Alpennordhang ergiebig. Am Donnerstag halten die ergiebigen Schneefälle im Osten weiter an. Im Westen und im Tessin ist es recht sonnig. Die Schneefallgrenze liegt auf 700 bis 1000 m. Weil der Boden noch warm ist, werden die ganzen Schneehöhen erst oberhalb von 1500 bis 2000 m erreicht. Insgesamt fallen bis am Donnerstagabend folgende Schneemengen:
  • Alpennordhang von den östlichen Berner Alpen bis Liechtenstein, nördliches Oberwallis, Nordbünden und nördliches Unterengadin: 60 bis 80 cm, in den Glarner Alpen und in der Silvretta bis zu 100 cm
  • Alpennordhang vom Chablais bis zu den westlichen Berner Alpen, Unterwallis, südliches Oberwallis, Mittelbünden, übriges Engadin: 20 bis 50 cm
  • übrige Gebiete: entlang des Alpenhauptkammes bis zu 30 cm, weiter südlich trocken
Tendenz
Am Freitag, 24.10. und am Samstag, 25.10. ist es in den Bergen meist sonnig und markant wärmer. Die Lawinengefahr nimmt nur langsam ab. Bergsportler können immer noch Lawinen auslösen. Zudem sind mit der Erwärmung und der Sonneneinstrahlung in den Hauptniederschlagsgebieten auch in mittleren Lagen feuchte spontane Rutsche zu erwarten.

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