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Lawinenbulletin bis Freitag, 30. Juni 2017

Lawinengefahr im Hochgebirge

Ausgabe: 28.6., 17:00 Nächster Update: Beim nächsten grossen Schneefall. Gültigkeit

Lawinengefahr im Hochgebirge
Ausgabe: 28.6.2017, 17:00 / Nächster Update: Beim nächsten grossen Schneefall.
Lawinengefahr
Die Lawinengefahr beschränkt sich im Wesentlichen auf das Hochgebirge.
Am Donnerstag herrschen mit Neuschnee und teils starkem Wind oberhalb von rund 3500 m am Alpennordhang vom östlichen Berner Oberland bis in die Glarner Alpen sowie am Alpenhauptkamm vom Monte Rosa bis ins Berninagebiet verbreitet kritische Verhältnisse. Neu- und Triebschnee können leicht ausgelöst werden. Es sind einzelne spontane Lawinen zu erwarten. Für Hochtouren sind die Verhältnisse ungünstig. In den übrigen Gebieten sowie unterhalb von rund 3500 m müssen vor allem frische Triebschneeansammlungen vorsichtig beurteilt werden. Bereits ein Rutsch kann im extremen Gelände zum Absturz führen.
Am Freitag sind kaum noch spontane trockene Lawinen zu erwarten. Hochtouren erfordern aber weiterhin Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr. Aus dem Neuschnee sind feuchte Rutsche zu erwarten.
Schnee und Wetter
Schneedecke
Vor dem Niederschlag lag an Nordhängen im Hochgebirge sowie in vergletscherten Gebieten eine geschlossene Schneedecke. Der Altschnee war durchfeuchtet und gesetzt. Die Schneeoberflächen waren unregelmässig und somit günstig im Hinblick auf den Schneefall.
Wetter Rückblick bis Dienstag, 27.06.
In der Nacht auf Dienstag fiel etwas Niederschlag. Nach einer Pause tagsüber setzten gegen Abend aus Südwesten erneut Niederschläge ein. Am Mittwoch war es abgesehen von Aufhellungen im Westen meist stark bewölkt mit schauerartigen Niederschlägen. Im Süden fiel viel Regen. Die Schneefallgrenze lag am Dienstag bei rund 3300 m, am Mittwoch sank sie gegen 3000 m. Oberhalb von rund 3500 m fielen folgende Schneemengen:
  • Alpenhauptkamm vom Monte Rosa bis ins Berninagebiet: 50 bis 70 cm
  • Alpennordhang vom östlichen Berner Oberland bis in die Glarner Alpen, übriges Graubünden: 30 bis 50 cm
  • Westlicher Alpennordhang, übriges Wallis: 10 bis 30 cm
Der Wind wehte meist schwach bis mässig, am Mittwoch zeitweise stark aus südlichen Richtungen.
Wetter Ausblick bis Freitag, 30.06.
Am Donnerstag ist es in den Bergen stark bewölkt mit Niederschlägen. Diese enden in der Nacht auf Freitag. Tagsüber ist es wechselnd bewölkt. Am Nachmittag setzen im Osten und Süden erneut schauerartige Niederschläge ein. Die Schneefallgrenze sinkt im Norden in der Nacht auf Donnerstag gegen 2400 m, im Süden liegt sie bei rund 2800 m. Am Freitag liegt sie beidseits der Alpen rund 200 m tiefer. Von Mittwoch- bis Freitagabend sind oberhalb von rund 3000 m folgende Schneemengen zu erwarten:
  • Alpennordhang vom östlichen Berner Oberland bis Liechtenstein, Graubünden, Tessin: 30 bis 60 cm
  • übrige Gebiete: 10 bis 30 cm
An beiden Tagen bläst ein mässiger bis starker Wind aus westlichen Richtungen.
Tendenz
Am Samstag ist es meist stark bewölkt und besonders im Norden fällt etwas Niederschlag. Am Sonntag fallen im Norden schauerartige Niederschläge, im Süden ist es mit Nordwind zunehmend sonnig. Die Schneefallgrenze liegt im Norden bei rund 2500 m. Die Gefahr von trockenen Lawinen muss im Hochgebirge weiterhin beachtet werden. Mit der Erwärmung und der Sonneneinstrahlung sind vor allem im Süden aus dem Neuschnee feuchte Rutsche zu erwarten.

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