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Schnee und Klima

Die Schweiz ist durch den Wintertourismus in hohem Masse abhängig von Schnee. Messungen der Schneehöhe werden darum nicht nur für die Lawinenwarnung gebraucht, sondern auch um den Einfluss der Klimaerwärmung auf die Schneedecke zu untersuchen.

Schnee befindet sich bei den in den Alpenländern üblichen Wintertemperaturen häufig nahe seinem Schmelzpunkt. Die Schneedecke reagiert darum sehr empfindlich auf Klimaänderungen. Bei starker Erwärmung fällt der Schnee als Regen oder der bereits gefallene Schnee schmilzt wieder weg. Dadurch verändert sich die Ausdehnung, Höhe und Dichte der Schneedecke. Um solche Änderungen zu quantifizieren und um einzelne schneearme oder schneereiche Winter richtig einzuordnen, sind langjährige Messreihen von grosser Wichtigkeit.

Messnetz SLF
Aufnahme eines Schneeprofils

Zusammen mit der MeteoSchweiz unterhält das SLF ein Messnetz von über 100 Beobachtern und Beobachterinnen, die zwischen Oktober und Mai täglich den Neuschnee und die Gesamtschneehöhe messen. Der Grossteil dieser Messreihen geht ca. 50 Jahre zurück, einzelne Stationen messen aber bereits seit mehr als 100 Jahren.

Grosse natürliche Schwankungen

Eine Analyse der langjährigen Schneehöhen zeigt, dass die jährliche Schneedecke sowohl zeitlich (Jahr zu Jahr) wie auch räumlich (Alpensüd-/Alpennordseite, West-/Ostschweiz, Voralpen/Alpen) grossen Schwankungen unterliegt.

Schneekanone
Künstliche Beschneiung auf 2500 im Dezember 2006

Diese grossen natürlichen Schwankungen sind ein Hauptmerkmal der winterlichen Schneedecke. Klare Aussagen zu klimabedingten Änderungen von Schneedecke oder Lawinenaktivität sind deshalb schwierig.Die meisten der 1980-er Winter erweisen sich beispielsweise als eher schneereich. Im Gegensatz dazu erreichten viele Messstationen gegen Ende des 20. Jahrhunderts ein Minimum der Schneehöhe. Die Winter im 21. Jahrhundert zeigen bis jetzt eine leichte Erholung, zeichnen sich aber im Allgemeinen immer noch durch eher unterdurchschnittliche Schneehöhen aus.

Klare Abnahme im Mittelland und den Voralpen

Die beschriebenen Veränderungen werden umso deutlicher, je niedriger eine Station gelegen ist. Die letzten 20 Jahre gelten speziell für das Mittelland als einmalig schneearm seit Beginn der konventionellen Messungen vor ca. 130 Jahren – laut historischen Aufzeichnungen sogar seit mindestens 300 Jahren. Eine genauere Analyse zeigt dann auch, dass der Trend zu schneearmen Wintern an den meisten Stationen unterhalb 1300 m ü. M. statistisch signifikant ist.

Lawinenwinter 1999
Schneereichtum im Lawinenwinter 1999

Für hohe Stationen (über 2000 m ü. M.) gibt es bis heute keine Anzeichen für eine klimabedingte Abnahme der Schneehöhe. Weitere Untersuchungen machen zudem deutlich, dass der beobachtete Rückgang der Schneehöhe hauptsächlich auf eine Zunahme der Wintertemperatur und nicht auf eine Abnahme des Niederschlags zurückzuführen ist. Eine Analyse der saisonalen Unterschiede zeigt einen schwachen Trend zu schneearmen Frühwintern in mittleren Lagen und Anzeichen von verstärkter Schmelze im Frühling in allen Höhenlagen.