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SLF Permafrost Monitoring

An diversen Standorten in den Schweizer Alpen werden seit 1996 Permafrosttemperaturen und Hangbewegungen im Permafrost gemessen. Das SLF Messnetz erstreckt sich vom Engadin über das Gotthardgebiet bis ins südliche Wallis. Mehrere der instrumentierten Bohrlöcher sind ein Teil des Schweizer Messnetzes PERMOS.

Messstandorte

Bohrarbeiten am Gemsstock
Bohrarbeiten im Felsgrat am Gemsstock (2960 m), oberhalb Andermatt.

Die Messungen werden sowohl in Bohrlöchern wie an der Bodenoberfläche durchgeführt. Sie befinden sich mehrheitlich in eishaltigen Schutthalden, Felswänden und Blockgletschern sowie in der unmittelbaren Nähe von Bauten im Hochgebirge. Oft befindet sich am Standort oder in dessen Nähe eine automatische Wetterstation, welche wichtige Informationen über die Schneehöhe, die Lufttemperatur und die Strahlung liefert. 

>> Messungen im Permafrost

>> Monitoring Schottensee

Einfluss des Klimas auf den Permafrost

Die Messungen dienen dazu, die Einflüsse des Klimas auf ständig gefrorenen Böden zu untersuchen und Ereignisse wie Naturgefahren oder Schäden an Bauten besser vorauszusagen. Unter anderem werden die Mächtigkeit der Auftauschicht, der thermische Zustand des Permafrosts und die Intensität von Hangbewegungen untersucht. Dabei werden auch Einflüsse von Extremereignissen wie zum Beispiel der Hitzesommer 2003 oder von langfristigen Änderungen registriert und analysiert. Wir benötigen diese Daten, um zukünftige Temperaturentwicklungen im Boden mit numerischen Modellen zu simulieren. Für die Analysen brauchen wir lange, möglichst lückenlose und qualitativ einwandfreie Datenreihen. Dies ist eine grosse Herausforderung für Messinstrumente im Hochgebirge, welche zusätzlichen Einflüssen wie Kälte, Schneedruck, Lawinen, Blitz oder Steinschlag ausgesetzt sind.

Bohrloch Flüelapass
Steile Schutthalde am Flüelapass mit 2 Bohrlöchern: am Hangfuss (2390 m ü. M.) befindet sich Permafrosteis.

Deshalb testet und entwickelt das SLF laufend verschiedene Messgeräte für den langjährigen Einsatz im Gebirgspermafrost. Die im Messnetz erhobenen Daten und die daraus gewonnenen Kenntnisse sind von grosser Relevanz für die Praxis (z.B. Ingenieure und Sicherheitsverantwortliche), die Forschung und für die Öffentlichkeit. Deshalb werden die Messresultate regelmässig in Publikationen und Vorträgen, in den Medien oder während Exkursionen im Gelände veröffentlicht, wo sie auf grosses Interesse stossen, da immer mehr Menschen sich für die Auswirkungen des Klimawandels in den Bergen interessieren.